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Training am PC: TGS Niederrodenbach gründet E-Sport-Abteilung

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Sind zuversichtlich, mit der neugegründeten E-Sport-Abteilung viele junge Menschen gewinnen zu können: Gerhard Timmermann, Vorsitzender des Vereins, und Frederik King vom Organisatorenteam. Foto: Pompalla
Sind zuversichtlich, mit der neugegründeten E-Sport-Abteilung viele junge Menschen gewinnen zu können: Gerhard Timmermann, Vorsitzender des Vereins, und Frederik King vom Organisatorenteam. Foto: Pompalla

Rodenbach. Computerspielen als Sport? In Niederrodenbach wird dies bald zur Wirklichkeit: Die TGS hat eine E-Sportabteilung ins Leben gerufen. Spieler ab zwölf Jahren werden ab dem 1. Oktober in vier verschiedenen E-Sport-Titeln trainiert.

Von Hannah Pompalla

Weltweit treten „Progamer“, professionelle Spieler, und Hobbyzocker gegeneinander an, um ihr Können in Computerspielen zu messen. Was in Südkorea bereits Volkssport ist, steckt hierzulande noch in den Kinderschuhen. Der TGS Niederrodenbach will das ändern und hat eine E-Sport-Abteilung ins Leben gerufen – und ist damit ein Vorreiter in der Region.

„Die Grundidee war, junge Leute anzuziehen “, berichtet Frederik King, der zum neunköpfigen Organisationsteam der Abteilung gehört, die erst am 16. Juni gegründet wurde. Der zündende Gedanke selbst stammt vom stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins, Marco Pinne. „Wir haben gemerkt, dass es für den E-Sport weltweit ein großes Interesse gibt“, erläutert King, der zusammen mit Pinne an der Umsetzung der Idee gearbeitet hat, die Mitte vergangenen Jahres geboren wurde.

"Etwas Neues ausprobieren und mit der Zeit gehen“Der Vorsitzende des Vereins, Gerhard Timmermann, hatte zunächst Bedenken, wie das Vorhaben bei den „gestandenen Mitgliedern“ ankommen wird – immerhin handelt es sich um einen über 100 Jahre alten Traditionsverein mit rund 1240 Mitgliedern.

Davon sind 400 Mitglieder im Alter zwischen drei und 30 Jahren. „Aber wir müssen auch mal etwas Neues ausprobieren und mit der Zeit gehen“, sagt Timmermann. „Ich bin überzeugt davon, dass die jungen Leute dieses neue Angebot annehmen werden“, so der 71-Jährige.

Die Pläne waren bereits auf einer Vorstandssitzung auf großen Anklang gestoßen: Die Initiatoren erhielten einstimmig grünes Licht, die E-Sport-Abteilung zu schaffen, und bekamen ein Budget von 4000 Euro.

Davon sollen nun fünf PCs angeschafft werden, die dann im sogenannten Vorstandszimmer beim Vereinsheim an der Bulauhalle installiert werden – bislang eine Abstellkammer und Proberaum für die regional bekannte Rodenbacher Band „Sigels“.

Start im OktoberAb Oktober werden die Spieler ab zwölf Jahren in vier verschiedenen E-Sport-Titeln trainiert. Die Namen der kostenlosen Online-Spiele lauten „Heroes of the Storm“, „League of Legends“, „World of Tanks“ und „Counter Strike: Global Offensive“. Was dann genau ein- bis zweimal die Woche gespielt wird, entscheidet dann die Nachfrage. Dabei wird auch streng auf die Altersangabe der jeweiligen Spiele geachtet, stellt King klar.

Die „Gamer“ treten dann in fünfköpfigen Teams gegeneinander an. „Es ist schon ein Unterschied, ob man alleine oder im Team spielt“, sagt King. Denn es geht auch darum, die traditionellen Werte des Vereins zu vermitteln. Dazu gehört etwa das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Teamfähigkeit, aber auch Disziplin. „Teamarbeit ist in den Spielen essentiell“, sagt der 31-Jährige. Schließlich seien die stetigen Absprachen etwa für das richtige Timing enorm wichtig.

Organisationsteam bereitet sich intensiv vorDas Training sei im E-Sport generell noch relativ unterentwickelt. Daher bereitet sich das Organisationsteam – alles Sportler, die eigentlich aus dem Handball kommen – derzeit intensiv vor, um ihren zukünftigen Schützlingen so profunde Fähigkeiten und so viel Hintergrundwissen wie nur möglich zu verschaffen. Damit es in den oft stundenlangen Matches nicht zu Störungen kommt, werden die Computer mit Netzwerkkabeln an das Internet angeschlossen.

Der Spaß stehe zwar im Vordergrund. Aber man wolle seine Fertigkeiten auch im Rahmen von Turnieren, Public-Viewing-Events oder LAN-Partys unter Beweis stellen. Bei letztgenannten Veranstaltungen treffen sich zahlreiche Computerspieler, um über ein lokales Netzwerk (Local Area Network, LAN) imselben Spiel gegen- oder miteinander ins Gefecht zu ziehen.

Sponsoren gesuchtEs würden zudem noch Sponsoren gesucht, sagt King. Hierbei wäre auch denkbar, die Matches auf Youtube zu präsentieren und die Werbung von Firmen in den Videos zu platzieren. „Aber das ist alles noch Zukunftsmusik“, so King.

E-Sport ist in Deutschland noch nicht als Sportart anerkannt. Aber rund 1,5 bis vier Millionen Spieler würden selbst Ligen und Turniere auf die Beine stellen, betont King. „Die jungen Menschen sind sehr wohl in der Lage, sich selbstständig zu organisieren – während die Vereine oft klagen, dass sie angeblich keine Verantwortung mehr übernehmen wollen würden“, kritisiert er.

Vorurteile abauenMan hoffe also auch, ein Umdenken zu bewirken und Vorurteile abzubauen. „Allein, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel in diesem Jahr die Gamescom in Köln eröffnet, zeigt, dass sich der Stellenwert der Computerspielbranche geändert hat“, hebt King hervor.

Wer Interesse hat, einmal in die E-Sport-Abteilung reinzuschnuppern, kann sich per E-Mail an esports@tgs-niederrodenbach.de anmelden. Trainiert wird ab 1. Oktober. Die genauen Zeiten werden noch bekannt gegeben.

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