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Rodenbacher Seniorenbeirats-Vorsitzende Karin Nowak hofft auf weitere Mitstreiter

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Steckt voller Ideen und Energie: Karin Nowak ist die Vorsitzende des Seniorenbeirates. Sie würde die Angebote für Senioren in Rodenbach gerne ausweiten, es fehlt aber an Menschen, die unterstützen möchten.
Steckt voller Ideen und Energie: Karin Nowak ist die Vorsitzende des Seniorenbeirates. Sie würde die Angebote für Senioren in Rodenbach gerne ausweiten, es fehlt aber an Menschen, die unterstützen möchten. © Ulrike Pongratz

Seit Januar 2020 ist Karin Nowak die Vorsitzende des Seniorenbeirats in Rodenbach. „Ich bin zu diesem Amt gekommen wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kind“, sagt die 66-Jährige. Wir sitzen im Café und sprechen über das Ehrenamt im Seniorenbeirat, im Allgemeinen und im Besonderen in Rodenbach.

Rodenbach – Nowak lebt erst seit vier Jahren in Oberrodenbach. Sie lernt die ehrenamtlichen Mitglieder des Seniorenbeirats bei einem der „Willkommenstage für Neubürger“ kennen – und fühlt sich gut aufgehoben im Kreis der aktiven Senioren. 2020 wird sie zur Vorsitzenden gewählt, von elf möglichen Beiräten stehen ihr sieben zur Seite. Doch bereits zwei Monate später müssen alle Veranstaltungen gecancelt werden – die Pandemie trifft die Seniorenarbeit besonders hart.

„Sobald es möglich war, haben wir gemeinsam mit dem Seniorenbüro Spaziergänge angeboten, lockere Treffen mit den Senioren.“ Nach zwei Jahren Pandemie lag die ehrenamtliche Seniorenarbeit am Boden.

Neuanfang nach Corona wurde erschwert

Erschwerend für einen Neuanfang kamen in Rodenbach zwei weitere Faktoren hinzu. Die Stelle der Seniorenberatung im Amt für Familie, Senioren und Soziales war mit dem Weggang von Christine Fleiner (wir berichteten) zunächst vakant, ehe mit Bianka Mehnert Unterstützung für Peter Rudolph, stellvertretender Amtsleiter für Familie, Senioren und Soziales, hinzukam und nun wieder zwei Ansprechpartner für Seniorenthemen zur Verfügung stehen.

Zu wenige Kandidaten: Wahl musste verschoben werden

Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass die Unterbringung und Versorgung der Geflüchteten aus der Ukraine viele Ressourcen im Amt binde und die Seniorenberatung derzeit nicht erste Priorität besitze. „Letztlich sind wir momentan drei Personen im Seniorenbeirat, die sich aktiv engagieren. Es haben sich keine Kandidaten für den Beirat gefunden, weshalb wir die Wahlen im November 2022 vorläufig ausgesetzt haben“, sagt Nowak. Der Seniorenbeirat einer Kommune ist ein Gremium, das beratend tätig ist, aber kein Antragsrecht besitzt.

Angebote nun auf dem Prüfstand

„In Zusammenarbeit mit dem Seniorenbüro überlegt die Gemeinde nun, was sie für Senioren braucht“, erläutert Nowak das Vorgehen. Sie begrüßt diesen Prozess, in dem die Angebote für Rodenbacher Senioren auf den Prüfstand gestellt werden. „Stück für Stück wollen wir mit allen Aktiven, mit Haupt- und Ehrenamtlichen nun die Angebote für Senioren in Gang bringen. Konkret soll hierzu ein Projekt mit dem Main-Kinzig-Kreis im Frühjahr gestartet werden.“

Gesundheit, Wohnen, Mobilität sind wichtige Themen

Etwa 40 Prozent der Menschen, die in Rodenbach leben, sind aktuell über 60 Jahre alt. Zum Vergleich: hessenweit sind es etwa 30 Prozent. „Unsere Aufgabe als Seniorenbeirat ist es, die Gemeinde darin zu unterstützen, für ältere Menschen gesunde Lebensbereiche zu schaffen. Es sind vor allem die Themen Gesundheit, Wohnen und Mobilität, die für Senioren so wichtig sind.“ Die Gruppe der Senioren sei sehr heterogen, führt Nowak weiter aus. 60- und 70-Jährige müsse man mit anderen Aktivitäten ansprechen als Hochbetagte.

Alternative Wohnformen sind gefragt

In puncto Mobilität macht die Gemeinde mit dem innerörtlichen „Ein-Euro-Ticket“ bereits ein gutes Angebot. Gesunde Ernährung, Bewegung und vor allem soziale Teilhabe sind die wesentlichen Bausteine, um die Gesundheit älterer Menschen positiv zu beeinflussen. „Gesundheit wird ein echtes Risiko im Alter. Was machen Sie, wenn Sie beispielsweise nicht mehr mobil sind? Es fehlt an alternativen Wohnformen, an Tagespflege-Einrichtungen. Die Themen Wohnen und Gesundheit muss man sicher langfristig angehen, außer acht lassen sollte man sie nicht“, meint die Seniorenbeirätin.

Aufruf zur Mitarbeit

Kurzfristig kann sich die Seniorenbeiratsvorsitzende vorstellen, das „Babbel-Café“ wieder zu beleben oder Vorträge zu Themen wie „Demenz im Alter“ oder „Wohnformen im Alter“ zu organisieren. „Ich würde gerne mehr machen, aber momentan sind wir nur ein kleines Team. Menschen, die Interesse an der Seniorenarbeit haben, können sich auch mit einzelnen Projekten beteiligen. Das Engagement ist offen, die Zeit überschaubar. Je mehr Köpfe, umso mehr Ideen“, wirbt die Vorsitzende. Nowak will sich noch eine Weile für die Senioren in Rodenbach und darüber hinaus einsetzen – weil sie die Themen interessieren, vor allem aber: „Weil es mir Spaß macht. Im Alter muss es Spaß machen.“

Kontakt: Wer sich für die Arbeit des Seniorenbeirates interessiert und sich einbringen möchte, kann sich an Karin Nowak per E-Mail an seniorenbeiratrodenbach@gmail.com wenden. (Von Ulrike Pongratz)

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