Einmütig für das Neubauprojekt: Gemeindebrandinspektor René Hermann (links) und Bürgermeister Klaus Schejna.(Foto: Breyer)

Rodenbach

Rodenbachs Fünf-Millionen-Projekt

Rodenbach. Die beiden Feuerwehrgerätehäuser aufwändig sanieren oder gleich neu bauen? Diese Frage ist in den Gremien der Gemeinde schon vor geraumer Zeit eindeutig und von den Beteiligten einmütig entschieden worden.

Von Reinhard Breyer

Nun laufen die Vorbereitungen für den Neubau neben dem Bauhof und Wertstoffhof allmählich an. Der erste Spatenstich ist für 2020 oder 2021 angesetzt. Der Wunsch der beiden Ortsteilfeuerwehren zur Fusion hat sich seit Langem abgezeichnet. Dem trägt auch die vor Kurzem neu gestaltete Internetpräsenz Rechnung.

„Mit dem Zusammenrücken wird einfach unsere Schlagkraft erhöht“, so Gemeindebrandinspektor René Hermann. Für Bürgermeister Klaus Schejna hat die Feuerwehr in der Gemeinde eine sehr hohe Bedeutung. Die Mitglieder der Einsatzabteilung seien nicht nur rund um die Uhr für Hilfeleistungen bereit, sie hätten – gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr und den Bambinis – darüber hinaus regen Anteil am Gemeindeleben.

Den komplexeren Anforderungen gerecht werden

Die Arbeit der Feuerwehren wird immer komplexer. Spezialisten sind gefragt. Die Vernetzung mit der Feuer- und Rettungswache Langenselbold bietet neue Möglichkeiten. Dort werden Schulungsräume genutzt, Atemschutzgeräte und Schläuche in der Werkstatt gewartet. Die Planungen für den zentralen Standort an der Landesstraße 3268 gehen zurück bis ins Jahr 2010. Bereits damals wurde das Areal im Flächennutzungsplan für die Wehr ausgewiesen.

Derzeit wird die Fläche landwirtschaftlich genutzt. Die Verhandlungen mit dem Grundstücksbesitzer sollen kommendes Jahr über die Bühne gehen. Mittel für den Erwerb sind im Etatentwurf 2018 bereitgestellt.

Erster Spatenstich in drei Jahren realistisch

Der Bedarfsentwicklungsplan steht. Er ist Grundvoraussetzung für die spätere Förderung durch das Land. Dies ist ein kompliziertes Verfahren: Pro Jahr fördert Wiesbaden nur ein Feuerwehrprojekt im Main-Kinzig-Kreis.

Im Investitionsplan der Gemeinde sind in den Jahren 2020 und 2021 bislang je 300 000 Euro eingestellt. „Der erste Spatenstich in etwa drei Jahren ist damit realistisch,“ so der Rathauschef. Seitens des Landes wird eine Beteiligung in Höhe von 30 000 Euro je Fahrzeugbox erwartet. Das macht bei derzeit neun Boxen 270 000 Euro. Schejna geht von Gesamtkosten des Projektes in Höhe von fünf Millionen Euro aus.

Machbarkeitsuntersuchung liegt seit drei Jahren vor

Auch eine Machbarkeitsuntersuchung liegt bereits seit dem Jahr 2014 auf dem Tisch. Sie geht von einer rund 520 Quadratmeter großen Fahrzeughalle aus. Gegenwärtig verfügt die Feuerwehr in den beiden Standorten über sieben Einsatzfahrzeuge und drei Anhänger. Der künftige Standort wurde in vielfacher Hinsicht einer Überprüfung unterzogen. Dazu gehörte auch die Messung der vom Land vorgegebenen Rüst- und Fahrzeiten zu den Einsatzorten. Integriert werden soll der DRK-Ortsverband mit seinem Fahrzeugen und Gerätschaften. Er hat derzeit am Ahornweg sein Domizil. Im Obergeschoss sollen Wohnungen für Feuerwehrmitglieder angesiedelt werden, daneben Sozialräume, Duschen, Schulungs- und Versammlungsräume. Unterdessen werden in der Kommune bereits Überlegungen angestellt, was mit den beiden alten Feuerwehrgerätehäusern passieren kann.

  • Standort Niederrodenbach: Das Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr der Riedstraße mit seinem markanten hölzernen Turm stammt aus dem Jahr 1950 und wurde in den 70er Jahren und im Jahr 2000 erweitert. Es gab es bereits zweimal Wasserschäden in dem Bau. Bürgermeister Schejna kann sich an dieser Stelle Wohnbebauung vorstellen. Das Grundstück gehört der Gemeinde.
  • Das Feuerwehrgerätehaus Oberrodenbach ist in den 70er Jahren errichtet worden. Dort wäre eventuell ein Fuhrpark denkbar. Das gemeindeeigene Grundstück ist laut Flächennutzungsplan als Gemeinbedarfsfläche ausgewiesen, kommt also nicht für Wohnbau in Frage.
  • Zum Gesamtpaket gehört die Schaffung einer Linksabbiegespur zu dem Gelände. Auch die Situation am Wertstoffhof soll optimiert werden. Dafür sind zunächst 25 000 Euro Planungskosten vorgesehen. Für das Jahr 2020 stehen 330 000 Euro Umbaukosten im Investitionsplan zur Verfügung.

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