Besser als im Bundestrend: CDU verliert in Rodenbach weniger Stimme als im Durchschnitt.
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Besser als im Bundestrend: CDU verliert in Rodenbach weniger Stimme als im Durchschnitt.

Rodenbacher Grüne bei Koalitionsfrage gespalten

FDP-Mann Kempf favorisiert „Ampel“ / SPD freut sich über Ergebnis von Oehl / CDU für „Jamaika“

  • VonPatricia Reich
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Stephan Loquai, Sprecher der Rodenbacher Grünen, zeigte sich „unterm Strich sehr zufrieden“ mit dem Ergebnis der Bundestagswahl.

Rodenbach – „Ich hätte mehr erhofft, aber man kann mit dem Ergebnis gut leben.“ Dass Lennard Oehl das Direktmandat geholt hat, habe ihn überrascht. „Er ist ein junger Unbekannter, aber hier zeichnet sich der Bundestrend ab“, so Loquai.

Im Grünen-Ortsverband herrschten unterschiedliche Meinungen, was eine mögliche Koalition angeht. „Die Hälfte von uns ist für ‘Jamaika’, die andere Hälfte für eine Ampel. Ich bevorzuge persönlich auch die Ampel.“

SPD: Ampel als gutes Signal an bürgerliche Mitte

Jan Lukas, Vorsitzender der SPD, freute sich sehr für Oehl. „Das hat gezeigt, dass sich die Wahlkampftour gelohnt hat.“ Auch mit Blick auf das Bundesergebnis zeige sich, dass die SPD den richtigen Mann aufgestellt hat. Lukas selbst sei von Anfang an ein großer Befürworter der „Ampel“ gewesen. „Das wäre ein gutes Signal an die bürgerliche Mitte.“ Dass die SPD in Rodenbach weniger Zuwachs als im Vergleich zum Bundestrend hat, kann sich Lukas derzeit noch nicht erklären. „Wir haben vor Ort viel gemacht, mehr als in den letzten Jahren.“

CDU-Wahlkampf: „Zu spät, zu wenig“

Christian Schmidt, Fraktionsvorsitzender der Rodenbacher CDU, meinte, dass das Ergebnis unvermeidlich gewesen wäre. „Der Wahlkampf kam zu spät in Fahrt und es wurde zu wenig gemacht“, resümierte er. Dass die CDU in Rodenbach entgegen dem Bundestrend weniger Verluste verzeichnet, macht Schmidt an Katja Leikert fest. „Sie hat sich sehr in der Region etabliert, hat auch viel für Rodenbach zum Beispiel bei der Bulauhalle gemacht, das ist sicherlich in die Wählerstimme eingeflossen.“ Jetzt sei es wichtig, dass das Land gut regiert werden würde, daher sei eine Führung unter der CDU mit den Grünen und der FDP am sinnvollsten. „Der Ball liegt nun in den Händen der kleinen Parteien“, ist Schmidt überzeugt.

Dass diese den Ball in den Händen halten, weiß auch Michael Kempf, der Fraktionsvorsitzende der FDP. „Wir in Rodenbach haben eine Koalition mit der SPD gebildet und freuen uns daher natürlich auch über das Ergebnis.“ Für seine Partei sei es wichtig, über dem Bundesschnitt zu liegen, das hätten sie in Rodenbach geschafft. Wichtig sei es für die FDP nun, die eigenen Themen platzieren zu können. „Ich persönlich bevorzuge eine Ampel-Koalition aufgrund des Wählerwillens und der Nähe zur SPD in Rodenbach. Sicher ist, dass es dringend Veränderungen geben muss.“

FDP überrascht über herbe Verluste der CDU

Überrascht zeigte sich Kempf über die herben Verluste der CDU. Die Leute hätten bei der Stimmabgabe mehr auf die Kanzlerkandidaten denn auf die Parteien geachtet. Auch dass die AfD noch mit knapp zehn Prozent in Rodenbach gewählt wurde, habe ihn überrascht. „Das zeigt, dass noch eine gewisse Unzufriedenheit brodelt“, so Kempf. (Von Patricia Reich)

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