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Rodenbacher Badesee startet in neue Saison

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Letzter Schliff: Die Anlage des Strandbads wird kurz vor der Eröffnung auf Vordermann gebracht. Foto: Breyer
Letzter Schliff: Die Anlage des Strandbads wird kurz vor der Eröffnung auf Vordermann gebracht. Foto: Breyer

Rodenbach. Am Rodenbacher Badesee fällt am Freitag um 10 Uhr nach zweijähriger Pause der Startschuss für die neue Saison. Am Samstag soll der Kiosk mit Terrasse öffnen. Ein neuer Gastronomiebereich steht kurz vor der Eröffnung.

Von Reinhard Breyer

Wenn das kein gutes Omen ist: Bei 30 Grad Außentemperatur präsentierte die Gemeinde am Montagmittag nach zweijähriger Pause das Strandbad mit einigen Neuerungen und Top-Wasserqualität. Die Anlage ist fit für ungetrübte Badefreuden. Rodenbach hofft auf eine volle Liegewiese und möglichst viele Badegäste.

„Das Wasser ist sehr klar, die Sichttiefe beträgt mehr als drei Meter“, freut sich Bürgermeister Klaus Schejna über die bevorstehende Öffnung. Er hat hier in seiner Jugend ganze Sommerferien verbracht und erinnert sich gerne an diese Zeiten.

See galt als GeheimtippDas Strandbad war viele Jahre eine Institution und Oase der Ruhe. Besucher kamen von weit her angefahren, um die familiäre Atmosphäre der Anlage zu genießen. Denn der See galt lange Zeit sogar als Geheimtipp: Wurden andere Badeseen an heißen Tagen von Menschenmassen überlaufen, so fand man hier immer noch ein schattiges Plätzchen unter den Kiefern, Birken und Ahornbäumen.

Entstanden ist der See in den 60er Jahren, als große Mengen Kies für den Haus- und später für den Autobahnbau benötigt wurden. Mit den Eigentümern des Areals, der Familie May, hat die Gemeinde einen langfristigen Pachtvertrag abgeschlossen.

Aufgewertetes ArealJetzt sind Eigner und die Gemeinde als Betreiber des Strandbads gespannt, wie das aufgewertete Areal bei den Gästen ankommt. Die Kommune hat neben den laufenden Kosten weiteres Geld in die Hand genommen: für neue Duschen und Umkleiden, die mit hellen Holzpaneelen verkleidet sind und neues Flair verbreiten.

In demselben freundlichen Design wird sich auch die neue privat geführte Gastronomie „Mookai Beach“ präsentieren. In wenigen Wochen will der Betreiber die Bauten und den Außenbereich vorstellen.

Es herrscht HochbetriebDort wird momentan noch gefliest, gesägt und geschliffen. Türkistöne, Sandflächen und Kübelpflanzen verbreiten mediterrane Stimmung, wo bislang eher Betontristesse anzutreffen war. Zudem bietet sich den Besuchern auf dem benachbarten Freizeitareal das Lokal „Ferdinand's am See“ an, das mit regionaler Küche aufwartet.

Die letzten Tage vor dem Neustart herrscht Hochbetrieb auf der Anlage. Bauhofmitarbeiter bringen die Liegewiese auf Vordermann, der Uferbereich wird gesäubert.

„Impfung“ des WasserUnterdessen ist der von der Gemeinde beauftragte Gutachter Christian Schuller von der Gelnhäuser Firma Clear Waters auf dem Wasser aktiv. Eine zweite „Impfung“ des Wasser steht kurz vor der Eröffnung an.

Die Wasserqualität war immer gut, betont der Rathauschef, allerdings machte die Vermehrung von Blaualgen durch erhöhte Phosphatkonzentration zu schaffen. Das kann bei empfindlichen Menschen Hautreizungen auslösen. Auch der Fischbesatz entwickelte sich in der Vergangenheit in die falsche Richtung.

Blaualgenwachstum gebremstDeshalb entschied sich die Verwaltung in Absprache mit den Eigentümern 2014 zu mehreren Gegenmaßnahmen. Zum einen wurden in Absprache mit dem Angelsportverein sogenannte Hegebefischungen durchgeführt. Aufwühlende Fischarten wie Karpfen wurden abgefischt und in andere Gewässer umgesiedelt. Die Angelsportfreunde setzten Arten aus, die das Sediment nicht so stark aufwühlen. So wird das Blaualgenwachstum gebremst.

Daneben wurde das Wasser mit einem Präparat behandelt. Hierbei wird eine Eisensuspension in das Gewässer abgegeben, an das sich Blaualgen anheften. Innerhalb eines Tages sinken die Stoffe in das Sediment ab und werden in den tieferen Schichten gebunden.

Hervorragende Wasserqualität Das Ergebnis der Eisenbehandlung kann sich sehen lassen. Bürgermeister Schejna: „Ich hoffe, dass die Behandlung und auch der neue Fischbestand nachhaltig zur Verbesserung der Badegewässerqualität beitragen, und es in den nächsten Jahren zu keinen Blaualgenblüten mehr kommt. Im Moment ist der See in einem Top Zustand. Eine erste Untersuchung des Gesundheitsamtes ergab eine hervorragende Wasserqualität für Badegäste.“

KostenDie gesamte Aktion kostete Eigentümer und Gemeinde jeweils rund 17 000 Euro. Die Alternative wäre deutlich kostspieliger gewesen. So stand zur Diskussion, den See, der aus Grundwasser gespeist wird, auszubaggern und die Biomasse, also das Bodensediment, zu entsorgen. Das hätte mehrere hunderttausend Euro gekostet.

Rodenbach lässt sich den Betrieb der Anlage pro Jahr 100 000 bis 120 000 Euro kosten. Besonders schlagen die Personalkosten zu Buche. Hier fallen vor allem die Pflege der Anlage und das Aufsichtspersonal ins Gewicht. Neben festen Mitarbeitern und Aushilfen ist bei der Aufsicht auch die DLRG mit im Boot. Der zugelassene Badebereich ist markiert.

Während der Saison wird ein Teil des Festplatzes als Parkplatz freigegeben.

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