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Rodenbach: Weltoffene Gemeinde ohne offizielle Verschwisterung

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Rodenbachs Bürgermeister Klaus Schejna nimmt Rodenbach als "weltoffene Gemeinde" wahr. (Archivfoto)
Rodenbachs Bürgermeister Klaus Schejna nimmt Rodenbach als "weltoffene Gemeinde" wahr. (Archivfoto)

Rodenbach. Abgesehen von Rodenbach haben die meisten Städte und Gemeinden in der Region eine Partnerschaft mit einer Stadt im Ausland. Wir haben bei Rodenbachs Bürgermeister Klaus Schejna nachgefragt, wieso Rodenbach keine offizielle Verschwisterung hat.

Von Reinhard BreyerNach dem Wiederaufbau verbreitete sich der Gedanke der europäischen Einigung rasant. Aus einst verfeindeten Staaten wurden Brüder. Auf kommunaler Ebene kam es zu unzähligen Städtepartnerschaften. Im Gegensatz zu den meisten Nachbarkommunen besiegelte die Gemeinde Rodenbach keine offizielle Verschwisterung.

Sie vertraut stattdessen auf persönliche Kontakte auf Vereins- und Schulebene. Bürgermeister Klaus Schejna äußert sich anlässlich des morgigen Welttages der Partnerstädte im Gespräch mit unserer Zeitung über bestehende Kontakte und Perspektiven.Wieso hat Rodenbach keine Partnerkommune?„Rodenbach war nach dem Mauerfall einige Jahre locker mit der Gemeinde Theißen im Osten unserer Republik befreundet. Es handelte sich jedoch nicht um eine offizielle Partnerschaft. Die Gemeinde Rodenbach war damals bemüht, diese Freundschaft auch auf der Vereinsebene zu festigen.

Dies ist leider nicht gelungen und in der Folge eingeschlafen. Einige persönliche Kontakte bestehen bis heute fort, sind jedoch nicht Grundlage genug, um eine Städtepartnerschaft darauf aufzubauen. Eine solche Partnerschaft muss in den beteiligten Kommunen gerade auch auf der Vereinsebene mit Leben gefüllt werden. Nur so kann ein gegenseitiger Austausch auf lange Sicht bestehen.“Wie sieht es auf Vereinsebene, bei Schulen und Kirchengemeinden aus?„Der Rodenbacher Radsportverein war lange Zeit freundschaftlich mit dem Radsportverein Conflans in der französischen Region Ile-de-France verbunden. Die offizielle Partnerschaft lief jedoch über Großauheim. Dort existieren ebenfalls noch private Kontakte, die Vereinsebene hat jedoch bereits vor rund zehn Jahren beschlossen, die offizielle Beziehung nicht fortzuführen. Soweit ich weiß, gab es darüber hinaus noch eine engere Verbindung einer Kirchengemeinde mit Grodno, einer Stadt in Weißrußland.

Hier wurden hauptsächlich Spenden gesammelt zur Unterstützung eines Krankenhauses und der medizinischen Versorgung. Eine Folkloretanzgruppe aus Grodno hat im Jahr 2000 an der 975-Jahr-Feier der Gemeinde Rodenbach mitgewirkt. Zudem hat die Adolf-Reichwein-Schule enge Kontakte zu einer Partnerschule in Ungarn in der Stadt Szekszárd mit regelmäßigem Schüleraustausch. Bereits mehrfach durfte ich Schüler und Lehrer aus Szekszárd im Rathaus willkommen heißen und mit ihnen diskutieren.“Können Sie sich vorstellen, dass Rodenbach in Zukunft eine offizielle kommunale Partnerschaft knüpft oder ist dies Ihrer Meinung nach nicht mehr zeitgemäß?„Da ich Rodenbach als weltoffene Gemeinde kenne und täglich wahrnehme, ist eine Städtepartnerschaft natürlich denkbar. Diese muss jedoch auf einem soliden Fundament fußen und besonders auf der Vereinsebene verankert sein. So etwas kann nicht „verordnet“ werden, sondern muss wachsen und vor allem gepflegt werden und nicht nur von Seiten der Verwaltung oder Politik, sondern von Menschen mit Vereinen, Verbänden und Organisationen.

Grundsätzlich stehe ich einer Städtepartnerschaft offen gegenüber und halte dies auch für eine Bereicherung. Deshalb würde ich jederzeit entsprechende Initiativen aus den Vereinen unterstützen und positiv begleiten. Ich bin sicher, dass ich da nicht nur für mich persönlich, sondern auch für die politische Ebene spreche.“

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