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Rodenbach ist Mekka der Naturschützer

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Im Dienste der Natur: Aus ganz Hessen sind Biologen, Naturschützer, Behördenvertreter, Forstleute, Landwirte und Ehrenamtliche nach Rodenbach zum Hessischen Landschaftspflegetag gekommen. Fotos: Torsten Kleinerüschkamp
Im Dienste der Natur: Aus ganz Hessen sind Biologen, Naturschützer, Behördenvertreter, Forstleute, Landwirte und Ehrenamtliche nach Rodenbach zum Hessischen Landschaftspflegetag gekommen. Fotos: Torsten Kleinerüschkamp

Rodenbach. Ob Feldhamster, Biene oder Sommer-Adonisröschen: Was haben sie gemeinsam? Ihr Leben ist bedroht. „Die Lage der Biodiversität ist weltweit und regional dramatisch“, sagte die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) beim Hessischen Landschaftspflegetag 2019, der in Rodenbach stattfand.

Von Torsten Kleinerüschkamp

International sind laut Prinz bis zu eine Million Arten vom Aussterben bedroht. Neben dem Klimaschutz ist ihrer Meinung nach der Erhalt der biologischen Vielfalt „eine der zentralen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen“. „Wenn wir es nicht schaffen, die Biodiversität zu stärken, dann werden wir kein gutes Wasser, keine fruchtbaren Böden und keine reine Luft mehr haben, dann werden wir tatsächlich nicht überleben“, so die Umweltministerin.

Als hessische Erfolge der letzten Jahre beziehungsweise neue Vorhaben listete Hinz unter anderem auf:

Die Landschaftpflegeverbände bringen den hauptamtlichen und ehrenamtlicher Naturschutz, die Kommunen und die Landwirtschaft an einen Tisch, um gemeinsame Ziele zu verwirklichen.

„Nicht jede kleine Gemeinde und nicht jeder Landwirt weiß, was fachlich geboten ist ist“, sagte sie. Entsprechende Strukturen für den Erhalt der Biodiversität sollen deshalb geschafft werden. Ziel der Koalitionsvereinbarungen sei, dass es in Hessen in absehbarer Zeit flächendeckend Landschaftspflegeverbände gibt.

Entsprechende Erkenntnisse zur Förderung sind über entsprechende Pilotprojekte geschaffen worden. Es soll eine entsprechende Gründungsberatung geben, kündigte sie an. Rodenbachs Bürgermeister Klaus Schejna (SPD) freute sich als Hausherr und Vorsitzender des Landschaftspflegeverband Main-Kinzig-Kreis, so viele Mitstreiter begrüßen zu können.

Schejna berichtete von einem Schlüsselerlebnis, das ihn bewogen habe, im Landschaftspflegeverband zu arbeiten. Bei einem geplanten Naturschutzprojekt habe es die übliche Salamitaktik gegeben. „Der Naturschutz hat da ein bisschen gerührt, der Forst da und noch ein Amt auf der anderen Seite. Irgendwann war zwar ein Ergebnis da, aber alle waren unzufrieden“, so Schejna. „Das war der Klassiker, jeder rührt in seinem Topf.“

Er sprach von der vorbildlichen Gemeinde Rodenbach. Als Eckpunkte nannte er:

Für die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (SPD) ist die Ein-Drittel-Parität besonders wichtig. Sie helfe,die unterschiedlichen Interessen zwischen Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen. Im Main-Kinzig-Kreis gebe es seit knapp 30 Jahren den Landschaftspflegeverband. Sie sprach von einem „Erfolgsmodell“. 1992 sei es die Initiative des Kreises gewesen, den Verband zu gründen. Sie lobte insbesondere die vielen Ehrenamtliche, die vor Ort die Projekte stemmen.

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