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Ring frei für den Bücherstreit

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Sie präsentierten ihre Favoriten in der Gemeindebücherei: Ulrike Köhler, Max Höft, Irene Weingärtner und Detlef Knoll (von links). (Foto: Grziwa)
Sie präsentierten ihre Favoriten in der Gemeindebücherei: Ulrike Köhler, Max Höft, Irene Weingärtner und Detlef Knoll (von links). (Foto: Grziwa)

Rodenbach. Literaturliebhaber sind im Medientreff der Gemeinde Rodenbach wieder voll auf ihre Kosten gekommen. Dort findet zweimal im Jahr der „Bücher-Clinch“ statt: einmal zum Welttag des Buches und ein anderes Mal zum Tag der Bibliotheken. Vier Akteure stellten ihre aktuellen Literaturempfehlungen vor.

Von Nicole Grziwa

In gemütlicher Atmosphäre lauschte das Publikum der Vorstellung von vier Büchern. Detlef Knoll, Max Höft, Ulrike Köhler und Irene Weingärtner stellten Favoriten vor. Knoll tischte dem Publikum das spannende Werk „Konklave“ von Robert Harris auf, in dem es um die verschlossene Welt der Kardinäle geht, Höft hatte den skurrilen Roman „Mann im Zoo“ von David Garnett im Gepäck, Köhler „Gott ist nicht schüchtern“ von Olga Grjasnowa und Weingärtner „Elefant“ des Schweizer Erfolgsautors Martin Suter dabei, in dem es um allerlei Mythen, knallharte Geschäfte und ein kleines rosa Rüsseltier geht.

Auswahl nach eigenem Geschmack

Angelehnt an das „Literarische Quartett“ des ZDF sollten die vier ihren ausgewähltes Roman vorstellen. Anschließend wurde eine Diskussion eröffnet. Die ZDF-Serie wurde 1988 von dem Frankfurter Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki aus der Taufe gehoben.

Die Rodenbacher Akteure wählten die Bücher nach ihrem Geschmack aus, unabhängig davon, ob es ein neues oder ein schon älteres Exemplar ist. Ulrike Köhler eröffnete den Reigen mit „Gott ist nicht schüchtern“ – ein schmerzliches Buch über den Syrien-Krieg.

Nicht jeder ließ sich überzeugen

Gekonnt erzählte sie den Zuschauern, um was es in dem Buch geht und las ein paar Zeilen aus dem Buch vor, um noch ein besseres Bild herzustellen. Sie war sichtlich davon angetan und konnte viele Zuschauer überzeugen. Allerdings waren nicht alle ihrer Mitstreiter von dem Buch überzeugt.

Detlef Knoll empfand es als lieblos gestaltet und zu emotionslos erzählt. Nach einer gewissen Zeit klingelte der Wecker, das nächste Werk rückte in den Fokus des Abends.

Heiße Diskussionen

Nach der Vorstellungsrunde entwickelte sich eine angeregte Diskussion. „Also ihm kann man's ja auch nicht recht machen. Das eine Buch ist ihm zu emotionslos, das andere zu kitschig“, so einer der vielen Kommentare von Weingärtner über ihren Kollegen Knoll.

Nachdem alle Werke vorgestellt waren und die Diskussion abgeebbt war, gingen die Zuschauer in die Pause. Während dieser konnten sie sich bei Häppchen und Getränken über das beste Buch beraten.

Das Ziel: Jeder sollte sich ein Werk auswählen, das auf jeden Fall im nächsten Urlaub in den Koffer gepackt wird.

Veranstaltung soll fester Bestandteil bleiben

Nicht die Argumente des jeweiligen Präsentators sollten bei der Auswahl zählen, sondern der Inhalt der Bücher. Die Cover der Bücher wurden an einer Tafel auf buntes Papier gepinnt.

Das Ergebnis des Votums war eindeutig. Auf dem Siegertreppchen stand „Konklave“. Es ist ein packender Thriller, der von der Papstwahl und den Intrigen innerhalb des Petersdoms handelt. Eine Dame aus dem Publikum wurde ausgelost und gewann das Siegerbuch. „Ich fand die Veranstaltung toll. Es hat mich gar nicht gelangweilt und ich habe gespannt zugehört“, so eine Zuschauerin über den Abend. Und auch künftig soll diese Veranstaltung fester Bestandteil des Kulturlebens der Gemeinde sein, wie es an dem Abend hieß.

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