Spannung und Sport am Monitor: Am Wochenende steigt in Rodenbach das erste nationale E-Sport-Turnier. Archivfoto: Pompalla

Rodenbach

TGS Niederrodenbach veranstaltet nationales E-Sport-Turnier

Sie zocken „League of Legends“, „Counterstrike“, „Heroes of the Storm“, die älteren auch „World of Tanks“. Allen sportlichen Spielen ist gemein: Sie finden ausschließlich auf dem Monitor statt. Dahinter werkelt meist ein schneller PC-Bolide oder eine Spielekonsole, davor sitzen spielbegeisterte junge Menschen.

Von Rainer Habermann

Am kommenden Wochenende tragen die Spieler der E-Sport-Abteilung des altehrwürdigen Sportvereins TGS 1891 Niederrodenbach als Gastgeber ihr erstes nationales E-Sport-Turnier – im Fachjargon „eSport“ genannt – in der Bulauhalle aus.

Über 100 Spieler erwartet Frederik King, 32 Jahre alt und Abteilungsleiter der TGS für den E-Sport, über zwei Tage. Sie kommen aus Berlin, Magdeburg, Leipzig, Regensburg, Baunatal (bei Kassel) und Oftersheim (bei Hannover).

Dieser Ort stellt laut King auch den einzig weiteren größeren E-Sport-Club im ländlichen Raum, neben Rodenbach. Derartige Vereine etablierten sich ansonsten eher in Studentenstädten.

Von Samstag auf Sonntag werden sie alle in der Rodenbacher Halle übernachten, um dann am Sonntag den zweiten Turnierteil zu zocken. Es geht um den „Raiffeisen-Cup“, benannt nach dem Sponsor, der immerhin ein Preisgeld von 400 Euro sicherstellt.

„Wir freuen uns, dass wir innerhalb kurzer Zeit 35 junge Menschen gewonnen haben für unsere Abteilung“, erzählt King. „25 von ihnen, etwa im Alter von 13 bis 28 Jahren, spielen in fünf Fünfer-Teams, zehn kümmern sich um das Drumherum.“ Gegründet wurde die E-Sport-Abteilung der TGS Niederrodenbach erst im Oktober 2017, sie kann also bald ihren ersten Geburtstag feiern.

Der studierte Physiker King, gebürtiger Rodenbacher, der für den Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbauer in Frankfurt arbeitet, ist Vorsitzender aus Hobby und Überzeugung. „Wenn ich überlege: Der Deutsche Fußballbund DFB hat rund sieben Millionen Mitglieder, der nächst größere Sportverband, die Handballer, zählen rund 700 000.

Es gibt aber in Deutschland geschätzt drei bis vier Millionen junge Menschen bis etwa 35 Jahre, die Computer-Games spielen. Wo kommt jetzt der Mehrwert von Vereinen her? Nun: aus der Verantwortung füreinander. Junge Menschen spielen bei uns nicht individuell für sich, sondern im Team. Sie lernen, sich zu messen, aber eben auch im Team zu gewinnen oder zu verlieren.“

Die Zeiten der „Ego-Shooter“ scheint vorbei, zumindest für die E-Sportler der TGS. Sie trainieren einmal die Woche, Trainingsort ist ein Raum in der Bulauhalle. Am Samstag und Sonntag, wenn es im Turnier mit Teams aus halb Deutschland um den Raiffeisen-Cup geht, dürfte der Ehrgeiz nochmals angestachelt sein.

Es handelt sich um das erste bundesweite, in der Real World ausgetragene Turnier des ESBD, des E-Sport-Bunds Deutschland, gegründet ebenfalls Ende 2017.

Zuschauer sind jederzeit willkommen, sagt King. Für sie ist auch eine Nachverfolgung mit Delay (Verzögerung) der Live-Spiele zwischen den Teams eingerichtet.

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