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Hilferuf über Facebook: Entflogene Papageien halten Rodenbach in Atem

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Von: Patricia Reich

In einem kurzen Moment der Unachtsamkeit konnten drei Papageien durch die Käfigtür entwischen.
In einem kurzen Moment der Unachtsamkeit konnten drei Papageien durch die Käfigtür entwischen. © Patricia Reich

Viele Rodenbacher haben in den letzten Tagen häufiger mal nach oben geblickt. Mit dem Wetter hatte das aber wenig zu tun. Grund sind ausgebüxte Papageien.

Rodenbach – Am Sonntag (19. Juni) setzte Fevziye Akil über Facebook in einer Gruppe für Rodenbach einen verzweifelten Hilferuf ab: Drei ihrer fünf Papageien sind aus dem Käfig entwischt. „Mein Mann Kenan hat am Sonntag die Tiere gefüttert und vergessen, die Käfigtür zu schließen“, berichtet die 34-Jährige.

Seit 13 Jahren wohnt Familie Akil in Oberrodenbach. In ihrem Garten halten sie Kaninchen, Hühner – inklusive Nachwuchs – und die fünf Papageien, genauer Rosellasittiche. „Mein Mann ist Hobbyzüchter“, erklärt Akil. „Die Papageien kamen vor sechs bis acht Monaten zu uns.“

Rodenbach (Main-Kinzig-Kreis): Papageien nutzen Moment der Unachtsamkeit

Die Käfigtüren der Hühner bleiben öfters einmal offen, da sie sich im Garten frei bewegen dürfen. Vor wenigen Tagen noch habe sie mit ihrem Mann darüber gesprochen, an der Papageienvoliere ein zusätzliches Gitter anzubringen, damit die bunt gefiederten Vögel nicht entwischen können.

Doch dann war es auch schon passiert. „Ich bin noch mal raus, um das Wasser zu wechseln und habe dann bemerkt, dass drei Papageien fehlen.“ Umgehend berichtete sie ihrem Mann von dem Verlust. „Ich habe erst mal angefangen zu weinen. Mein Herz hat geblutet“, fasst sie die Situation zusammen.

Wenig später schaltete sie einen Aufruf in der Facebook-Gruppe und erhielt viele Reaktionen. Eine davon noch am selben Tag aus der Nachbarschaft. „Er hat einen Vogel im Kirschbaum entdeckt“, erzählt die Vogelbesitzerin. Laut Nachbar habe der Vogel erst Wasser von seinem Teich getrunken und sich dann in dem Kirschbaum niedergelassen.

Rodenbach (Main-Kinzig-Kreis): Tipps von Expertin bei der Vogel-Suche

Akil nahm Kontakt zu Alex Krug auf, die ehrenamtlich als Vogelfängerin in Hessen arbeitet. „Am Telefon gab sie mir dann Tipps, wie wir den Vogel am besten einfangen können.“ Die Methode: Wasser auf das Gefieder spritzen, denn so können die Papageien nicht mehr fliegen und mit einem Kescher gefangen werden. „Das hat auch super geklappt“, resümiert Akil.

Der zweite gefiederte Ausreißer wurde am Montag eingefangen.
Der zweite gefiederte Ausreißer wurde am Montag (20. Juni) eingefangen. © PM

Am Montag (20. Juni) meldete sich eine Frau, die schräg gegenüber der Familie wohnt. Sie entdeckte einen Papagei in ihrer Tanne. Auch bei Vogel Nummer zwei von fünf funktionierte die Einfangmethode mit Wasser und Kescher laut Besitzerin einwandfrei.

Familie Akil ist überglücklich, dass zwei der drei Vögel wieder den Weg in ihre geräumige Voliere gefunden haben. „Einer von ihnen kann so wunderschön pfeifen und lehrt quasi die anderen mit“, berichtet die zweifache Mutter, die sich glücklicherweise nun wieder am morgendlichen Vogelgesang erfreuen kann. Denn der „Vogelsänger“ ist einer von den beiden Papageien, die wieder zu Hause sind.

Rodenbach (Main-Kinzig-Kreis): Beeindruckt von der Hilfsbereitschaft bei der Vogel-Suche

Von der Hilfsbereitschaft und Anteilnahme der Rodenbacher ist Akil beeindruckt. „Alle sind aufgestanden, haben Ausschau gehalten und waren hilfsbereit. Die Rodenbacher haben so super mitgemacht. Dafür bin ich wirklich unglaublich dankbar.“

Drei Männchen und zwei Weibchen leben im Garten der vierköpfigen Familie. „So sagte uns das zumindest der Vorbesitzer“, sagt Akil schmunzelnd. Der Vorbesitzer musste die Tiere abgeben, daher erklärte sich die Familie bereit, die Papageien aufzunehmen.

Rodenbach (Main-Kinzig-Kreis): Fehlendes Wasser könnte Problem für den Ausreißer-Papagei werden

Doch einer fehlt noch bisher. „Sie können nicht sprechen, reagieren aber auf Pfeifen“, erklärt Akil. „Vor allem bei den Temperaturen sitzt er sehr wahrscheinlich in den Bäumen, um es schattig zu haben.“ Nahrung sei in Rodenbach überall zu finden, ist sich Akil sicher. „Hier haben fast alle Futterstellen für Vögel im Garten, da wird er satt.“ Sorge bereitet ihr aber die Hitze. „Wasser ist sehr wichtig für die Vögel. Das findet er dann eher seltener.“

Warten auf den Fünften im Bunde: Vor mehr als einem halben Jahr nahm Familie Akil die Rosellasittiche bei sich auf.
Warten auf den Fünften im Bunde: Vor mehr als einem halben Jahr nahm Familie Akil die Rosellasittiche bei sich auf. © PM

Rodenbach (Main-Kinzig-Kreis): Besitzer geben Hoffnung bei entflogenen Papageien nicht auf

Seit Sonntag verlässt Akil nicht mehr das Haus, um gleich reagieren zu können, wenn der letzte Vogel gesichtet wird. Die Hoffnung, ihn zu finden, hat die Familie noch nicht aufgegeben und bittet weiterhin darum, in den Bäumen vor allem rund um die Waldstraße in Oberrodenbach Ausschau zu halten.

Sollte der Papagei entdeckt werden, kann Fevziye Akil direkt per Telefon unter 0163 4516338 kontaktiert werden. (Patricia Reich)

Im Main-Kinzig-Kreis sorgten im Jahr 2021 ausgesetzte Kaninchen für Entsetzen.

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