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Eintracht-Fans sind überglücklich nach unvergesslicher Radtour

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Geschafft: Nach fünf anstrengenden Tagen sind die Radler am Brandenburger Tor angekommen. Foto: PM
Geschafft: Nach fünf anstrengenden Tagen sind die Radler am Brandenburger Tor angekommen. Foto: PM

Rodenbach. Zehn Fußballfans sind für ihre Mannschaft von Frankfurt zum Pokalfinale nach Berlin geradelt und haben dafür deutschlandweit Aufmerksamkeit bekommen. Mick Delacoe aus Rodenbach hat alles ins Rollen gebracht. Er erzählt von den unvergesslichsten Stunden seines Fan-Lebens.

Von Christine Semmler

„Ich habe das ganze noch nicht realisiert“, sagt ein sichtlich strahlender, von der Fahrtsonne braun gebrannter Mick Delacoe beim Interview in unserer Redaktion. Er und seine Mitstreiter hätten einen Trip hinter sich, von denen sie „in 50 Jahren“ noch erzählen würden. Aus einer fixen Idee wurde Realität, und das Ausmaß, mit dem die zehn Radler auf der Strecke gefeiert wurden, hat sie total überwältigt. Angefangen hat alles auf dem heimischen Sofa der Delacoes. Der 50-jährige Rodenbacher verfolgte mit seiner Frau Pauline den Zweitrundensieg gegen Ingolstadt und verkündete vollmundig: „Wenn die Eintracht ins Endspiel kommt, fahre ich mit dem Rad zum Finale.“ Und es kam so.Vom Römerberg in Richtung Hauptstadt Glücklicherweise musste er die Tour nicht alleine machen: Gemeinsam mit neun weiteren Fans aus der Region, die er übers soziale Netz zusammen getrommelt hatte, startete er am Montag vor einer Woche vom Römerberg in Richtung Hauptstadt. Unterwegs, so die Idee, wollten sie Spenden für den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst sammeln: pro gefahrenen Kilometer einen Euro. Das Vorhaben schlug schnell Kreise, zahlreiche Sponsoren unterstützten die Aktion.„Es war einfach genial“, erinnert sich Delacoe. „Wir wurden überall, wo wir Rast gemacht haben, mit offenen Armen empfangen.“ Beispielsweise am ersten Etappenziel nach 100 Kilometern, dem osthessischen Großenlüder.Dort warteten zahlreiche Fans im Gasthaus Adler auf sie. Die Wirtschaft verpflegte sie kostenlos, dank Sondergenehmigung durfte die Truppe direkt vor dem Rathaus ihre Zelte aufschlagen. „Hier kamen allein 200 Euro für unsere Spendenbox zusammen“, sagt Delacoe. Fahrräder werden versteigertDank des fantastischen Zuspruchs sei insgesamt viel mehr Geld zusammengekommen, als geplant. Der genaue Betrag soll zur Spendenübergabe in dieser Woche ausgezählt sein. Am Dienstag, von 17 bis 20 Uhr, werden bei Stadler in der Borsigallee noch die Fahrräder versteigert. Alles was über den Gerätewert hinausgeht, gelangt ebenfalls in die Spendenbox. „Die Tour bedeutete zum Teil enorme Strapazen für uns“, erzählt Delacoe. Die acht Männer und zwei Frauen zwischen 23 und 63 Jahren bewältigten die Strecke in fünf Etappen, jeweils zwischen 50 und 124 Kilometern lang. Kaum einer hatte sich sportlich auf den Trip vorbereitet.2065 Höhenmeter auf zweiter EtappeVor allem die zweite Etappe von Großenlüder nach Weberstedt in Thüringen hatte es in sich. „Wir mussten 2065 Höhenmeter schaffen.“ Drei Fahrer fielen zeitweise aus, weil sie Muskelprobleme bekamen. Ein Fahrer gab dann zum Schluss der Tour wegen gesundheitlicher Probleme auf. Auch in Berlin lief für die Radler alles rund. Dass die Eintracht mit einer knappen Niederlage vom Platz ging, trübte die Laune der Radler nicht. „Wir hätten den Sieg verdient, aber es hat nicht sollen sein“, sagt Delacoe gelassen. Fanfest auf dem Alexanderplatz Die Mammuttour der Hessen wurde schließlich noch mit einem Empfang beim Fanfest auf dem Alexanderplatz belohnt. Auch beim Empfang der Mannschaft im Frankfurter Römer am Sonntag durften sie dabei sein. Eintracht-Coach Niko Kovac persönlich zollte den Radpilgern noch einmal seinen Respekt mit den Worten: „Ihr seid der Wahnsinn“.Am Montag früh ging Delacoe dann erst mal lange mit seinen beiden Hunden spazieren. An seinem Lieblingsplatz im Wald hat er versucht, das Geschehene sacken zu lassen. Es braucht wohl noch ein paar Tage: „Ich kann immer noch nicht fassen, was uns alles passiert ist.“

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