Linken-Kandidat Thomas Maurer (links) spricht mit HA-Redakteurin Elfi Hofmann nicht nur über Politik, sondern auch über Fußball uns seinen Herzensverein Eintracht Frankfurt. Bei der Landtagswahl am 28. Oktober tritt er im Wahlkreis 40 an. Foto: Bender

Rodenbach

Auf einen Äppler mit Linken-Landtagskandidat Thomas Maurer

Rodenbach. Im Zuge unserer Serie "Auf einen Äppler mit..:" haben wir den Rodenbacher Landtagskandidaten der Linken, Thomas Maurer, getroffen und mit ihm unter anderem über gerechtere Löhne gesprochen.

Von Elfi Hofmann

Thomas Maurer ist ein Mensch, der seine Worte mit Bedacht wählt. Und der Landtagskandidat der Partei Die Linke ist nicht nur bedächtig, sondern auch sehr geduldig. Wir haben uns im Restaurant Ferdinand's am See in Rodenbach verabredet. Maurer ist pünktlich, schließlich lebt er schon lange in Rodenbach und kennt sich aus. Was man nicht von allen Gesprächsteilnehmern behaupten kann. „Kommen Sie erst mal zur Ruhe und atmen Sie durch“, sagt er und nimmt einen Schluck aus dem Gerippten.

Seit 2005 ist der 59-Jährige Mitglied der Linken. Wobei, ganz richtig ist das nicht. „Ich bin damals in die PDS eingetreten. Ich wollte von Anfang an dabei sein“, erzählt Maurer. Vor 13 Jahren hatten sich die WASG und die PDS noch nicht zu einer Partei zusammengefunden, erst rund zwei Jahre später vereinigten sich die beiden zu Die Linke. Ein Neuling in der Welt der Politik war er da aber schon lange nicht mehr, schließlich war er von 1994 bis 1999 Mitglied der Grünen, saß auch in der Gemeindevertretung in Rodenbach. Was dann allerdings auf bundespolitischer Ebene passierte, ließ Maurer an der Partei zweifeln.

„Es gab dafür keine völkerrechtliche Legitimation“

Zum einen unterstützten die Grünen unter dem damaligen Außenminister Joschka Fischer den Bundeswehreinsatz im Kosovo. „Es gab dafür keine völkerrechtliche Legitimation“, so Maurer. Ein Knackpunkt sei dann aber das Konzept der Riesterreformen gewesen, das ebenfalls unter der rot-grünen Regierung beschlossen wurde. Das hatte nichts mehr mit den Grünen zu tun, wie der Rodenbacher sie kannte und unterstützte. „Die Umweltbewegung hat mich schon in den 80ern sehr berührt“, erinnert sich Maurer. Auch mit der Kritik am Kapitalismus konnte er sich identifizieren. Noch heute bewahrt er zu Hause ein Programm der Grünen aus dem Jahr 1983 auf. „Das können die Linken heute auch noch vertreten. Aber die Grünen haben irgendwann ihren Weg verlassen, die Linke hat das aufgegriffen“, so Maurer.

Besonders auf die Notwendigkeit des sozial-ökologischen Wandels nimmt er dabei Bezug. Man brauche bei Themen wie Plastik oder dem Pflanzenschutzmittel Glyphosat ein Umsteuern. „Das macht aber nur Sinn, wenn auch alle mitmachen und das auch können“, betont er. Dass sich viele keine Bioprodukte leisten können, sei nicht nur für den Einzelnen schlecht, sondern eben für die Allgemeinheit.

Seit 14 Jahren an allen Wahlkämpfen beteiligt

Das Prinzip klingt einfach: Gute Arbeit bringt gute Löhne und die wiederum sorgen für eine gute Rente. All das sei die Voraussetzung dafür, „dass Leute keinen Dreck kaufen“.

Nach seinem Parteiaustritt saß er noch bis zum Ende der Legislaturperiode in der Rodenbacher Gemeindevertretung, dann sei er politisch eher „freischwebend“ gewesen, habe auch mal bei Attac reingeschnuppert. Bis zu seinem PDS-Beitritt vor 14 Jahren. Seitdem hat er alle Wahlkämpfe auf Kreis-, Landes- und Bundesebene mitgemacht. Die Zeit dafür hat er auch durch ein zeitgemäßes Rollenbild, denn in der Ehe mit seiner Frau ist nicht er der „Hauptverdiener“.

Eintracht Frankfurt als große Leidenschaft

Neben seinen Aufgaben als Wahlkreismitarbeiter und freiberuflicher Schulbuchredakteur habe er viel Zeit mit den gemeinsamen Kindern verbringen und sich gleichzeitig auch im Ehrenamt engagieren können. Da bleibt natürlich wenig Zeit für Hobbys. Neben Nordic Walking im nahe gelegenen Wald, hat er eine ganz große Leidenschaft: die Eintracht. „Mein erstes Spiel war 1966 oder 67 gegen Schalke. Und das hat Frankfurt mit 3:2 gewonnen“, erinnert er sich. Das entscheidende – und „ganz tolle“ – Tor habe Lothar Schämer, ein Linksfuß wie er selbst, geschossen. Und auch das 5:1 gegen die Bayern im Halbfinale des Uefa-Cups, in der Saison 1979/80 ist ihm besonders in Erinnerung geblieben.

Doch (in den kommenden Wochen) bis zur Wahl bleibt Maurer nicht viel Zeit für seine Hobbys, schließlich will Die Linke wieder in den Landtag einziehen. „Sieben Prozent und ein paar mehr Abgeordnete wären toll“, sagt er, denn mehr Leute bedeuteten auch mehr Büros. Eine Koalition mit der SPD und den Grünen hält er allerdings für relativ unwahrscheinlich. Aber irgendwie hätte die Situation ja auch etwas, besonders für den ehemaligen Grünen Thomas Maurer.

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