Pflege und Betreuung werde in der Gesellschaft immer wichtiger: Hier setzt ein neues Ausbildungsmodell an. Fotos: PM 

Rodenbach

Allgemein- und berufsbildende Ausbildung in der Altenpflege

Rodenbach/Hanau. Die Altenpflegeschule in Rodenbach und die Eugen-Kaiser-Schule Hanau werden im August mit einem Modellprojekt starten. Neben den beiden Kooperationspartnern im Main-Kinzig-Kreis wird an weiteren zehn Modellstandorten in Hessen das Ausbildungsprojekt duale Altenpflege angeboten.

Von Ulrike Pongratz

Das Angebot richtet sich an Schüler der Inte-A-Klassen (das bedeutet Integration durch Anschluss und Abschluss) aber auch an alle jungen Menschen bis 22 Jahre, die zugewandert sind. „Die Ausbildung erfolgt nach dem Hessischen Altenpflegegesetz und natürlich in der Praxis bei unterschiedlichen Trägern“, sagt Monika Bernd, Institutsleiterin des Geschäftsbereiches Ausbildung im Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises.

Voraussetzung bleibt ein Hauptschulabschluss, allerdings kann dieser im Modellkurs während der Ausbildung erworben werden. Hierfür werden aktuell die gesetzlichen Grundlagen geschaffen. Denn ganz oft fehlen die nötigen Deutschkenntnisse in Schriftform, um diese erste Hürde in eine qualifizierte Ausbildung zu nehmen.Das Hessische Kultus- und das Sozialministerium verantworten das Modellprojekt gemeinsam, durchaus ein ambitioniertes Vorhaben. EKS und Altenpflegeschule arbeiten bereits seit einigen Jahren immer wieder in Projekten zusammen. „Wir haben eine tolle Kooperation, auf Augenhöhe“, stimmen Bernd und Claudia Borowski, die Leiterin der EKS, überein. Berührungspunkte gibt es zum Beispiel im Sinnesgarten der EKS, den die Bewohner des gegenüberliegen Wohnstifts sehr gerne besuchen.

„Wir entwickeln ein eigenes Curriculum.“Nach den gemeinsam durchgeführten Pflegetagen haben sich die Schulen als Modellstandort im Auswahlverfahren im November 2017 erfolgreich beworben. Bis zum Beginn des neuen Lehrjahres müssen die beiden Schulen, die EKS und die Altenpflegeschule in Rodenbach, ihre Anforderungen koordinieren. „Wir entwickeln ein eigenes Curriculum. Die Lerninhalte der Ausbildung und die Anforderungen an den Hauptschulabschluss werden so abgestimmt, dass es gelingen kann“, so Borowski.

16 Schüler werden in einer Klasse unterrichtet. In der berufsbildenden Schule erhalten die angehenden Altenpflegehelfer zusätzliche Deutsch-Stützkurse in der Fachsprache. Das Projekt, parallel den Hauptschulabschluss und die Ausbildung als Altenpflegehelfer zu erwerben, ist zunächst für drei Jahre vorgesehen. Der Unterricht findet in Hanau an der EKS und in Rodenbach statt. Praktische Erfahrung sammeln die Auszubildenden in den jeweiligen Pflegeeinrichtungen.

Hauptschulabschluss vor ExamnesprüfungDie Ausbildung dauert zwei Jahre und endet mit der Prüfung zum Altenpflegehelfer. Die Vergütung beträgt monatlich 475 Euro. Vor dieser Prüfung muss der Hauptschulabschluss erworben werden. Mit bestandenem Examen bieten sich viele Möglichkeiten einer weiteren Qualifizierung, die Ausbildung zu Pflegefachkraft oder pädagogischen Fachkraft und vieles mehr.

Die Teilnahmebedingungen seien niederschwellig, heißt es. Interessierte können sich ab sofort anmelden. Das Höchstalter beträgt 22 Jahre. Mitzubringen sind Lebenslauf, Foto und Bewerbungsanschreiben. Bewerbungsfrist ist der 30. April. Bis zu Beginn der Ausbildung muss ein 14-tägiges Praktikum abgeschlossen sein. Hierzu stehen Praktikumsplätze zur Verfügung, Frau Bernd, Altenpflegeschule Rodenbach, gibt hierzu gerne Auskunft.

Weitere Informationen: Eugen-Kaiser-Schule, Herr Mohrhardt, Telefon 0 61 81/ 98 47 26; Altenpflegeschule Rodenbach, Frau Bernd, Telefon 0 61 84/93 51 35; Anmeldungen kann per Post senden an die Eugen-Kaiser-Schule, Lortzingstraße 16, 63452 Hanau.

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