1. Startseite
  2. Region
  3. Niederdorfelden

Verein Kinderlobby: Für mehr Qualität in der Betreuung

Erstellt: Aktualisiert:

Seit über 20 Jahren unterstützen viele helfende Hände die erfolgreiche Arbeit des Vereins Kinderlobby. Foto: Pixabay
Seit über 20 Jahren unterstützen viele helfende Hände die erfolgreiche Arbeit des Vereins Kinderlobby. Foto: Pixabay

Niederdorfelden. Seit mehr als 20 Jahren bietet der Verein Kinderlobby in Niederdorfelden die Betreuung von Kindern vor und nach dem Unterricht in der Grundschule an. Seit Kurzem ist der gemeinnützige Verein anerkannte Praxisstelle der Fachhochschule Frankfurt.

Von Ulrike Pongratz

Mit Marion Scheid und Leonie Leichner haben wir über dieses neue Angebot und die Arbeit der Kinderlobby gesprochen.

Bereits vor etwa 25 Jahren hat sich auf Anregung von Ursule Conen die Kinderlobby gegründet. Im Fokus der Initiative stand zunächst, sich für die Interessen von Kindern in der Kommune stark zu machen. Gründungsmitglieder waren Eltern und Bürger Niederdorfeldens, denen dieses Thema einfach wichtig war. Inzwischen allerdings steht ganz eindeutig die Kinderbetreuung an erster Stelle der Kinderlobby.

Ehrenamtlich geführter Verein hat 110 Kinder in der Obhut

„Wir betreuen seit mehr als 20 Jahren Kinder ab sechs Jahren, sind also von Anfang an in der Lücke aktiv, die sich für berufstätige Eltern mit der Einschulung ihres Kindes auftut“, sagt die Vorsitzende des Vereins, Marion Scheid. „Im Jahr 2000 haben wir 20 Kinder betreut, zwei Jahre später bereits 25 und aktuell sind es über 100.“ Der fünfköpfige Vorstand ist für die gesamte Verwaltung und Organisation verantwortlich, für Buchführung, Personal, Aufnahmeverfahren und Elterngespräche.

Der Verein, der nach wie vor ehrenamtlich geführt wird, bietet inzwischen für pädagogische Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen durchaus begehrte, aber anspruchsvolle Arbeitsplätze. 110 Kinder sind zurzeit in fünf Hortgruppen in der Obhut der Kinderlobby; zudem gibt es die Gruppe „Betreute Grundschule“. „Wir bieten nach dem Baukastenprinzip verschiedene Betreuungsmodelle für die Kinder an“, sagt Leonie Leichner. Ab 7 Uhr morgens können Eltern ihre Kinder in der Schule von der Kinderlobby betreuen lassen.

Verschiedene Arbeitsgruppen von Montag bis Donnerstag

Die Aufsicht geht über in die „Gleitzeit“ der Schule. Mit dem Modul „Betreute Grundschule“ sind Kinder von 7 Uhr bis 13.30 Uhr unter Aufsicht, Mittagessen ist in diesem Angebot nicht enthalten.

Hortkinder können entweder bis 14 Uhr oder bis 16 Uhr bleiben. Sie erhalten ein warmes Mittagessen. „Wir essen gemeinsam in den Gruppen und legen Wert auf eine familiäre Atmosphäre bei den Mahlzeiten“, so die Pädagogin. Das Mittagessen wird in der nahen Bürgerhausgaststätte frisch gekocht und nimmt einen großen Stellenwert im Tagesablauf einer Lobby, wie die Hortgruppen genannt werden, ein. Nach dem Essen stehen altersgerechte Freizeitaktivitäten auf dem Programm der Kids. Von Montag bis Donnerstag bietet die Kinderlobby zurzeit vier Arbeitsgruppen an, zwei Fußball-AGs, eine Theater- und Kreativwerkstatt. Auch Tanzen, eine Englisch- und Chor-AG wurden in der Vergangenheit schon angeboten.

Ausflüge vom Theater bis in den Wildpark

Ab 15 Uhr können die Kinder ihre Hausaufgaben erledigen. „Wir bieten die Möglichkeit an, aber wir geben keine Nachhilfe“, erklären Leichner und Scheid das Konzept. „Die Eltern müssen das überprüfen.“ Auch in den Ferien und an schulfreien Tagen ist die Kinderlobby aktiv, sie organisiert schöne Ausflüge in die Museen

nach Frankfurt, ins Theater, in den Wildpark und vieles mehr.

Im Vordergrund steht für alle Verantwortlichen die wertvolle und qualitativ hochwertige Arbeit mit den Kindern. Zwölf pädagogische Mitarbeiter, größtenteils Erzieher, Sozialarbeiter, Pädagogen und Psychologen arbeiten hier nicht nur, sie sind mit Herz und Seele für die Kinder da. „Wir haben jede Lobby kontinuierlich mit zwei Fachkräften besetzt, das schafft Vertrauen und bringt Ruhe und Stabilität in die Gruppen“, so Leonie Leichner.

Mit Passion und aus Überzeugung für die Kinderlobby

Die Pädagogin arbeitet seit über fünf Jahren mit Passion und aus Überzeugung für die Kinderlobby. „Nach meinem Lehramtsstudium habe ich übergangsweise bis zum Beginn meines Referendariats eine praktische Tätigkeit gesucht und bin hier geblieben“, so Leichner. Bis September studierte die Pädagogin zusätzlich „Soziale Arbeit“ an der Fachhochschule Frankfurt und hat sich – neben ihrer Berufstätigkeit – in einem Vollzeitstudium weiterqualifiziert.

Dieses zusätzliche Engagement sagt im Grunde genommen schon alles: Betreuung durch hochmotivierte und innovative Fachkräfte und deren Weiterbildung sind von Anfang an ein Schlüssel für eine erfolgreiche Arbeit der Kinderlobby, der andere ist der Einsatz der Vorsitzenden wie Marion Scheid und Ursule Conen. „Wir gehen auch direkt zum Bürgermeister und reden mit ihm“, sagt Marion Scheid schmunzelnd.

"Jetzt können wir uns personell noch besser aufstellen"

Die Kommune hat zum Beispiel den Container für Lobby 5 auf dem Schulhof organisiert und bezahlt. Auch die hart erkämpfte Doppelnutzung des Feuerwehrhauses für die Hortbetreuung am Nachmittag und die Feuerwehr am Abend – zunächst als Provisorium gedacht – erweist sich letztlich als gewinnbringend für alle Parteien. „Mit der Anerkennung als Praktikumsstelle können wir uns personell noch besser aufstellen“, sagt die Vorsitzende. „Wir bieten den Studierenden eine zusätzliche Chance für ein Praktikum, und ermöglichen damit die Ausbildung des ohnehin knappen Fachpersonals. Die jungen Menschen verschiedener Fachrichtungen bedeuten für die Kinderlobby eine Bereicherung. Die Anleitung wird Ursule Conen übernehmen.

„Wir sind mit dieser Anerkennung als Praxisstelle in der Lage und in der guten Position, den veränderten Anforderungen an die Qualität der Betreuung auch gerecht zu werden, wenn die Struwwelpeterschule Ganztagsschule wird“, ist sich Marion Scheid sicher. Ob sich die Situation dann für die Eltern entspannt, wird sich zeigen. „Wir haben Wartelisten zum Überquellen“, so die Vorsitzende. „Für eine wirkliche Notsituation, wie einen Klinikaufenthalt oder ähnliches, finden wir eine Lösung, man muss nur mit uns reden“, fügt Marion Scheid hinzu.

Kontakt zum Verein Kinderlobby Niederdorfelden, Burgstraße 4a, unter Telefon 06101/ 33118.

Auch interessant