Im Bürgerhaus Niederdorfelden tagt regelmäßig das Gemeindeparlament. Die SPD bleibt hier die Hausmacht.
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Im Bürgerhaus Niederdorfelden tagt regelmäßig das Gemeindeparlament. Die SPD bleibt hier die Hausmacht.

Kommunalwahl

SPD behält die absolute Mehrheit im Gemeindeparlament Niederdorfelden

  • Mirjam Fritzsche
    VonMirjam Fritzsche
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Der Trend hat sich bestätigt: Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis bleibt die SPD stärkste Kraft im Ort und kann ihre absolute Mehrheit mit 52,4 Prozent halten. Zwar verliert sie einen Sitz an die neue Wählervereinigung Dorfelder Liste (33,5 Prozent), die künftig mit fünf Frauen und Männern im Gemeindeparlament vertreten sein wird.

Niederdorfelden – Mit acht Sitzen verfügen die Sozialdemokraten aber weiterhin über die erforderliche Mehrheit, um ihre Anträge auch ohne festen Partner umsetzen zu können. Die örtlichen Grünen – bundesweit im Aufwind – können sich bei den Prozentzahlen zwar leicht auf 14,2 Prozent verbessern, die Anzahl der Sitze (2) bleibt jedoch unverändert.

„Mehr Pragmatismus, weniger Weltanschauung“

Entsprechend enttäuscht ist Matthias Zach, Ex-Bürgermeister und Spitzenkandidat der Grünen in Niederdorfelden. „Ich hatte auf mindestens drei Sitze gehofft“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Möglicherweise habe der Austritt von Horst Schmidt bei den Grünen eine Rolle gespielt (unsere Zeitung berichtete). Mit seiner neu gegründeten Dorfelder Liste, die keiner Partei angehört, habe Schmidt vermutlich einen Nerv bei den Bürgern getroffen, die etablierten Parteien vermehrt den Rücken zukehren. „Dennoch haben wir ein gutes Programm aufgestellt“, betont Zach. Zum Beispiel wolle man sich weiter um das Thema Carsharing kümmern und hoffe auf breite Unterstützung in der Gemeindevertretung.

Vorläufiges amtliches Endergebnis der Wahl zur Gemeindevertretung Niederdorfelden am 14. März 2021:
Grüne 14,2 % - 2 Sitze
SPD 52,4 % - 8 Sitze
Dorfelder Liste 33,5 % - 5 Sitze

Von dem Erfolg seiner Wählervereinigung völlig überwältigt ist Horst Schmidt selbst. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir auf Anhieb mehr als 30 Prozent holen könnten“, erklärt er. Er freue sich, dass der Bürgerliste so viel Vertrauen entgegengebracht wird. „Dankbarkeit und Demut“ seien Begriffe, die ihm dabei als erstes in den Sinn gekommen seien. Schmidt sieht sich und seine Liste „in der Mitte“ angesiedelt, schätzt, dass er einerseits Wähler von der nicht mehr angetretenen CDU für sich gewinnen konnte, genauso wie Nichtwähler. Für die parlamentarische Arbeit wünscht er sich „mehr Pragmatismus und weniger Weltanschauung“, betont Schmidt. Das gute Ergebnis sei für ihn aber auch „Verpflichtung und Verantwortung“ gegenüber den Wählern.

SPD freut sich über „Top-Ergebnis“

Glücklich über das Abschneiden bei der Gemeindewahl ist auch Juliane Frey, Spitzenkandidatin der SPD. „Ich bin sehr erfreut, dass wir es geschafft haben, die absolute Mehrheit zu halten“, sagt sie. Das sei keine Selbstverständlichkeit. Keinesfalls wolle man aber jetzt die Hände in den Schoß legen. „Wir haben viele Projekte vor. Als eines der ersten wollen wir etwas für Jugendliche auf die Beine stellen“, betont Frey.

Bürgermeister Klaus Büttner (SPD) jubelte ebenfalls über das „Top-Ergebnis“. „Unsere gute Arbeit für den Ort wird honoriert“, sagt der Rathauschef.  Foto: PM

(Mirjam Fritzsche)

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