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RMV-Machbarkeitsstudie bestätigt die Optimierungsmöglichkeiten

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Der Bahnhof Kilianstädten würde sich vom Streckenverlauf her als Ausweichpunkt auf der eingleisigen Trasse der Niddertalbahn anbieten. Bei einem zweigleisigen Ausbau oder einer Verlegung der Station könnte auch der Kurvenverlauf im Haltebereich bereinigt werden, der beim Ein- und Ausstieg Probleme macht. Archivfoto: Dagmar Gärtner
Der Bahnhof Kilianstädten würde sich vom Streckenverlauf her als Ausweichpunkt auf der eingleisigen Trasse der Niddertalbahn anbieten. Bei einem zweigleisigen Ausbau oder einer Verlegung der Station könnte auch der Kurvenverlauf im Haltebereich bereinigt werden, der beim Ein- und Ausstieg Probleme macht. Archivfoto: Dagmar Gärtner

Niederdorfelden/Schöneck/Nidderau. Zugausfälle, überfüllte Waggons, zu wenige Fahrten in den Stoßzeiten: Seit Jahren kämpfen die Anrainerkommunen der Niddertalbahn für einen Ausbau der Pendlerverbindung zwischen Glauburg und Bad Vilbel.

Von Jan-Otto Weber

Schon 2017 sollte die Machbarkeitsstudie des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) zum Ausbau des „Stockheimer Lieschens“ fertig werden. Nun wurden endlich erste Ergebnisse vorgestellt.

Neben den Vertretern der Mitgliedskommunen der Arbeitsgemeinschaft Nahverkehr Niddertal (AGNV) waren die Verkehrsdezernenten der betroffenen Kreise Main-Kinzig und Wetterau sowie die lokalen Nahverkehrsgesellschaften der beiden Kreise in das Schönecker Rathaus gekommen. Die wichtigste Nachricht, die Thomas Busch als RMV-Vertreter präsentierte: Den avisierten Maßnahmen zur Optimierung der Niddertalbahn wird ein hoher Nutzen-Kosten-Faktor bescheinigt. Unter anderem wurde die Elektrifizierung, der teilweise zweigleisige Ausbau, eine weitere Geschwindigkeitserhöhung, die Schaffung von Kreuzungsmöglichkeiten, die Verlegung der Station Kilianstädten und die zusätzlichen Trassenbelegungsmöglichkeiten auf der Main-Weser-Bahn untersucht.

Halbstündige Taktung soll ermöglicht werden

„Die Ergebnisse der Studie bestärken den RMV, hier in weitere Planungsleistungen zu investieren, um zum Ausschreibungsende 2027 einen zukunftsfähigen Weiterbetrieb der NTB zu ermöglichen“, heißt es in einer Zusammenfassung. „Ziel soll hier sein, eine halbstündige Taktung zu ermöglichen, zu den Stoßzeiten Verstärkerzüge einzusetzen und möglicherweise auch die Stadt Büdingen umsteigefrei an die Niddertalbahn anzubinden.“

Bei den Anrainerkommunen stößt dies auf breite Unterstützung, obgleich die Reaktionen verhalten ausfallen. „Der erste Eindruck ist vielversprechend“, sagt etwa Niederdorfeldens Bürgermeister Klaus Büttner (SPD) auf HA-Nachfrage. „Aber noch habe ich die Studie nicht komplett in der Hand. Der Ausbau muss nun erstmal konkret geprüft werden. Wir reden da von Kosten in Höhe von 30 bis zu 70 Millionen im Falle einer Elektrifizierung. Da müssen wir erstmal über die finanzielle Beteiligung und Förderungen reden, zum Beispiel durch den Bund.“

Elektrifizierung würde sich lohnen

Nidderaus Verkehrsdezernent Rainer Vogel (Grüne) hebt den Kosten-Nutzen-Faktor hervor. „Der RMV betont ausdrücklich, dass sich auch eine Elektrifizierung lohnen würde. Aber natürlich tut sich die Bahn schwer mit solchen Investitionen. Neu ist für uns die Option, auch Büdingen ohne Umstieg in Stockheim direkt an die Niddertalbahn anzubinden. Das macht für die Auslastung natürlich Sinn.“

Schönecks Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) lobt die Zusammenarbeit aller Beteiligten. Einen Umbau des Bahnhofs Kilianstädten würde sie begrüßen. „Der Haltepunkt liegt in einer Kurve. Es hat ewig gedauert, bis die Bahn die Gefahr durch den großen Abstand zwischen Waggon und Bahnsteig beim Einstieg behoben hat. Wenn Kilianstädten zum zweigleisigen Ausweichpunkt umgebaut würde, könnte man dieses Problem gleich bereinigen.“

Zweigleisigkeit als entscheidender Schritt

Auch seitens der Lokalen Nahverkehrsorganisation ZOV-Verkehr wird in einem Ausbau ein bedeutender Beitrag zur Bewältigung des Gesamtverkehrsaufkommens im nordöstlichen Rhein-Main-Gebiet gesehen. Dieses Entlastungspotenzial müsse unbedingt genutzt werden.

Die Verkehrsdezernenten der Kreise, Winfried Ottmann für den Main-Kinzig-Kreis und Karl Peter Schäfer für den Wetteraukreis, forderten eine zeitnahe Umsetzung der vorgestellten Maßnahmen. Zunächst wird das Ziel verfolgt, die Strecke der Niddertalbahn ohne Elektrifizierung zu optimieren. Als ein entscheidender Schritt wird hier vom RMV die Herstellung einer Zweigleisigkeit in Teilabschnitten an der Strecke gesehen, um mit den zusätzlichen Begegnungsmöglichkeiten der Züge die Taktung im Fahrplan erhöhen zu können.

Im zweiten Schritt müsse dann „unter dem Grundsatz der Nachhaltigkeit“ zwingend geprüft werden, inwieweit eine Elektrifizierung der Strecke förderfähig und damit umsetzbar ist. Auch die Zuverlässigkeit des eingesetzten Zugmaterials soll erhöht werden. Ottmann kündigte an, in Kürze eine Niddertalbahnkonferenz einzuberufen, die auch die Schnittpunkte zu anderen Schienenprojekten, wie zum Beispiel die Nordmainische S-Bahn, beleuchtet.

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