Daumen hoch: Mitfahrbänke gibt es in Schöneck bereits. Dort will man sich jetzt über Erfahrungen mit dem Mobilitätsprojekt erkundigen.
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Daumen hoch: Mitfahrbänke gibt es in Schöneck bereits. Dort will man sich jetzt über Erfahrungen mit dem Mobilitätsprojekt erkundigen.

Entscheidung vertagt

Per Anhalter nach Karben? - Grüne schlagen Mitfahrbänke für Niederdorfelden vor

  • Mirjam Fritzsche
    vonMirjam Fritzsche
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Die Nachbargemeinde Schöneck hat sie schon, nun will man auch in Niederdorfelden über die Aufstellung von Mitfahrbänken nachdenken. Die Grünen hatten einen entsprechenden Antrag zur Sitzung des Gemeindeparlaments am Donnerstagabend im Bürgerhaus vorgelegt. „Die Idee finde ich sehr sinnvoll. Außerdem gibt es Fördertöpfe, die man für die Finanzierung nutzen könnte“, begründet Josef Mistetzky (Grüne).

Niederdorfelden – In Schöneck hatte sich bereits vor einigen Monaten die FDP für das alternative Mobilitätsprojekt stark gemacht. Fraktionschefin Anke Pfeil erläuterte die Funktionsweise so: „Wer auf einer Mitfahrbank Platz nimmt, signalisiert den vorbeikommenden Autofahrern, dass er mitgenommen werden möchte. Wer als Autofahrer mag, hält an, und wenn sich das Ziel von potenziellem Fahrgast und Fahrer deckt, kommt der Fahrgast mit ein bisschen Glück ruckzuck zu seinem Ziel“, so Pfeil.

Die Idee kommt zwar auch bei den Parlamentariern in Niederdorfelden vom Prinzip her gut an, doch haben sie auch einige Bedenken. „Mitfahrbänke mitten in der Corona-Pandemie aufzustellen, finde ich schwierig“, erklärt SPD-Fraktionsvorsitzender Carsten Frey. Er selbst würde es vermeiden, in der jetzigen Situation, mit anderen Menschen auf engstem Raum zusammenzusitzen. Zudem habe er in Schöneck bis jetzt noch nie jemanden darauf sitzen sehen. „Vielleicht muss man noch etwas warten, bis man das Thema angeht“, so Frey.

Niederdorfelden: Bürgermeister hegt Zweifel an dem Konzept

Bürgermeister Klaus Büttner (SPD) hat ebenfalls seine Zweifel, ob die Bänke gut angenommen werden. „Selbst wenn ich jemanden finde, der mich beispielsweise nach Karben mitnimmt – wie komme ich dann wieder zurück?“, gibt er zu Bedenken. Sein Vorschlag: Möglicherweise sei es sinnvoll, das Thema Mitfahrbänke beim Regionalverband Rhein-Main anzusprechen, damit Fahrgäste ein dichtes Netz an Mitfahrbänken vorfänden. Grünen-Fraktionschef Horst Schmidt schlug vor, sich in Schöneck über die Erfahrungen mit dem Projekt auszutauschen. Die Gemeindevertreter einigen sich schließlich darauf, sich im Ausschuss intensiver mit den Mitfahrbänken zu befassen.

Resolution nach 19. Februar: Diskutiert wurde an dem Abend zudem ein weiterer Antrag der Grünen, der wegen der Corona-Krise erst jetzt auf die Tagesordnung gelangt ist. Die Resolution ist nach dem Anschlag in Hanau vom 19. Februar verfasst worden und soll nach an Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises weitergeleitet werden. Die Grünen fordern eine Zentrallagerung von Schusswaffen und Munition in den Vereinshäusern der Schützenvereine.

Beschlussvorlage der Grünen aus Niederdorfelden wurde an den Ausschuss überwiesen

Carsten Frey bemängelte die Formulierung des Antrags. Er wolle nicht dass Sportschützen unter Generalverdacht gestellt würden. „Das ist zu kurz gesprungen“, wertete Juliane Frey (SPD) den Text. In der kommenden Sitzung des Kreistags gebe es einen weiterführenden interfraktionellen Antrag, der mehrere Punkte thematisiert, die verändert werden müssten. Ihr Vorschlag: zunächst abwarten, was der Kreistag beschließt und dann schauen, ob man sich dem anschließen könne. Die Beschlussvorlage der Grünen wurde in den Ausschuss überwiesen.

Mittelverwendung Hessenkasse: Eine Änderung beschlossen die Gemeindeverter bei den Maßnahmen, die man aus den Mitteln des Förderprogramms Hessenkasse bezahlen wollte. 750 000 Euro stehen der Gemeinde zur Verfügung. Da man mit den veranschlagten Investitionskosten für neue Bäume an der Berliner Straße von 200 000 Euro nicht auskommt, wurde entschieden, die Maßnahme im Haushalt 2021 zu veranschlagen. 450 000 Euro werden dafür benötigt. Die Restmittel aus dem Programm Hessenkasse sollen für die Sanierung der Friedhofsmauer verwendet werden. Ebenfalls finanzieren sich aus dem Budget die Instandhaltungsmaßnahmen in der Hain- und der Brüder-Grimm-Straße.

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