1. Startseite
  2. Region
  3. Niederdorfelden

Niederdorfelden: Rathaus soll in der Burgstraße bleiben

Erstellt: Aktualisiert:

Favorisiert: Die Ausschussmitglieder sprachen sich für den Erhalt des bisherigen Standorts von Rathaus und Bürgerhaus aus. Archivfoto: Dagmar Gärtner
Favorisiert: Die Ausschussmitglieder sprachen sich für den Erhalt des bisherigen Standorts von Rathaus und Bürgerhaus aus. Archivfoto: Dagmar Gärtner

Niederdorfelden. In einer gemeinsamen Sitzung des Haupt-, Finanz- und Sozial- (HFSA) sowie des Planungs-, Umwelt- und Kulturausschusses (PUKA) haben die Mitglieder einstimmig für einen Verbleib des Rathauses in der Burgstraße (Bürgerhaus) und gegen einen Neubau auf einem Grundstück „Im Bachgange“ votiert.

Von Rainer Habermann

Die Kosten für den Umbau und die Sanierung des Bestandsgebäudes aus den 60er Jahren werden laut einer Machbarkeitsstudie des Büros für Architektur GmbH (BFA) von Werner Röddiger grob auf rund 6,8 Millionen Euro geschätzt.

Die Alternative, nämlich ein Neubau im Niederdorfeldener Neubaugebiet „Im Bachgange“, wo entsprechende Grundstücksflächen von 5811 Quadratmetern von der Gemeinde vorgehalten werden, würde nach groben Schätzungen des BFA zwar lediglich mit rund 5,9 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Umbau wird auf 6,8 Millionen Euro geschätzt

Beim Blick auf die Details sieht die Sache aber anders aus. Denn laut Kostenschätzung in der Machbarkeitsstudie liegt der Preis pro Quadratmeter Bruttogeschossfläche für den Umbau und die Sanierung am bisherigen Standort bei rund 1635 Euro pro Quadratmeter, für einen Neubau aber bei 2264 Euro pro Quadratmeter. Gleiches gilt für einen Abriss des Bürgerhauses mit geschätzten Kosten von rund 135 000 Euro und einen Neubau allein für die Verwaltung von jeweils rund 2600 Quadratmetern, auf welchem Grundstück auch immer.

Die Grundstücksgröße an der Burgstraße beträgt rund 4842 Quadratmeter, wobei bei einer Veräußerung lediglich rund 3000 Quadratmeter verkauft werden könnten. Die Restfläche (Parkplatz hinter dem Gebäude) ist als Regenrückhaltefläche festgelegt und darf nicht bebaut werden. Erlöst werden könnten so rund 930 000 Euro gemäß Bodenrichtwert, während bei einem Verkauf der reservierten Flächen im Neubaugebiet mindestens 2,6 Millionen Euro in die Gemeindekasse fließen und zur Finanzierung von Sanierung und Umbau des bisherigen Objekts beitragen könnten.

Ausschüsse beurteilen Machbarkeitsstudie

Dieser reine Vergleich der Kosten ist Röddiger zufolge aber mit Vorsicht zu genießen. Denn in seiner Studie sind weder die tatsächlichen (Teil-)Abrisskosten des Altbestands kalkuliert, noch liegt bislang eine Statik vor, ebenso wenig ein Bodengutachten für die Burgstraße. Was aber trotz aller Unwägbarkeiten klar scheint, und wofür sich schließlich beide Ausschüsse quer durch alle Parteien einstimmig entschieden: Umbau und Sanierung im Altbestand an der Burgstraße scheinen wirtschaftlich und technisch in einem überschaubaren Kostenrahmen machbar. Das war Sinn der Studie. Nun muss, falls auch die Gemeindevertreterversammlung am kommenden Donnerstag, 28. Februar, ab 20 Uhr im Bürgerhaus erwartungsgemäß zustimmt, in die konkrete Planung eingestiegen werden.

Vieles spricht für Erhalt des Standorts

Zudem sprechen einige weitere Punkte für einen Erhalt des Standorts von Bürgerhaus und Verwaltung. So könnten laut Machbarkeitsstudie das komplette Untergeschoss und damit auch die Technikräume sowie die Kegelbahn erhalten bleiben, müssten lediglich – wie auch der gesamte Um- und Teilneubau – an die neuesten Erfordernisse der Energieeinsparverordnung und die aktuellen Brandschutzanforderungen für Versammlungsräume angepasst werden.

Bürgerhausgastronomie und Saal könnten grundsätzlich erhalten werden. Bei einem reinen Rathausneubau „Im Bachgange“ oder einem Komplettneubau in der Burgstraße allein für die Verwaltung ist das nicht vorgesehen. Zusätzlich könnten bei einem Umbau auch größere Archivräume für die Verwaltung entstehen.

Zentraler Anlaufpunkt im alten Ortskern

Nicht zuletzt dürfte für die Bürgerinnen und Bürger Niederdorfeldens ein weiteres Argument in die Waagschale fallen: Der gewohnte Standort bliebe als relativ zentraler Anlaufpunkt im alten Ortskern bestehen. Nach einer gewissen Übergangs- und Bauzeit, natürlich, mit einer Containerlösung oder der Nutzung des Asylheims.

Die Studie kommt laut Beschlussvorlage zu dem Fazit: „Wie bereits im Energetischen Quartierskonzept festgestellt wurde, sollte eine Verlagerung des Rathauses nicht stattfinden, um den Gemeindemittelpunkt im alten Ortskern zu erhalten. Auch die Verlagerung eines Fest-/Parkplatzes in das Neubaugebiet erscheint den Gegebenheiten entsprechend nicht sinnvoll. Unter Abwägung der vorgenannten Sachverhalte erscheint es überzeugend, das Rathaus an dem alten Standort zu belassen und zu sanieren.“

Trotz allem mahnt Bürgermeister Klaus Büttner (SPD): „Wir dürfen jetzt keine Luftschlösser bauen, denn das alles kostet Geld. Viel Geld, das wir erst einmal aus den Einnahmen des Neubaugebiets heraus erwirtschaften müssen.“

Auch interessant