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Geplante Hundewiese stößt auf Protest - Anwohner fürchten Wertverlust ihrer Häuser

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Von: Mirjam Fritzsche

Ein Hund läuft über eine Wiese: Im Neubaugebiet „Im Bachgange“ in Niederdorfelden sorgt dieses Bild nicht nur für Freude. (Symbolbild)
Ein Hund läuft über eine Wiese: Im Neubaugebiet „Im Bachgange“ in Niederdorfelden sorgt dieses Bild nicht nur für Freude. (Symbolbild) © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Bewohner eines Neubaugebiets in Niederdorfelden haben einen Protestbrief geschrieben. Sie wehren sich gegen eine Hundewiese vor ihrer Haustür.

Niederdorfelden – Während der Brut- und Setzzeit von März bis Juni gilt zum Schutz junger Wildtiere in vielen Orten eine Leinenpflicht für Hunde. Die Dorfelder Liste (DL) wünscht sich solch eine Regelung auch für Niederdorfelden. Damit Hunde während dieser Zeit trotzdem die Gelegenheit haben, frei zu rennen, soll eine umzäunte Hundewiese ausgewiesen werden. Ein Grundstück am Ende der Berger Straße wurde dafür bereits gefunden (wir berichteten). Doch bei den Bewohnern des Neubaugebiets „Im Bachgange“ regt sich Protest. Die Gemeindevertreter vertagten deshalb ihre Entscheidung.

Bei der Sitzung der Gemeindevertretung am Donnerstagabend sind die drei Fraktionen zunächst einig: Das 682 Quadratmeter große Grundstück ist eine gute Lösung. Zwar war die Größe im Ausschuss von den Grünen als zu klein bemängelt worden, doch am Ende wurde einstimmig beschlossen, es zunächst einmal damit zu versuchen. „Die Satzung über den Leinenzwang für Hunde während der Brut- und Setzzeit beschließen wir erst, wenn der Pachtvertrag abgeschlossen wurde. So lange bleibt er im Geschäftsgang“, machte Horst Schmidt (DL) noch einmal Werbung für eine Zustimmung.

Hundewiese in Niederdorfelden: Bürger befürchten Dreck und Lärm

Die Ernüchterung folgt allerdings auf dem Fuße. Bürgermeister Klaus Büttner (SPD) teilt den Gemeindevertretern mit, dass ihm am Mittwoch ein Protestschreiben von 20 Bürgern des Neubaugebiets „Im Bachgange“ überreicht wurde. Darin wenden sie sich gegen einen umzäunten Hundeplatz in der Nähe ihres Wohngebiets. Als Gründe für ihre Ablehnung nennen sie die „Unberechenbarkeit von Hunden“, die „störende Lautstärke“, die „Verdreckung der anliegenden Straßen durch Hundekot“. Sie befürchten dadurch einen Wertverlust ihrer Häuser und fordern die Gemeinde auf, nach einem anderen Platz Ausschau zu halten.

In der weiterer Diskussion geht es nun darum, wie man mit dem Protest umgeht. DL-Fraktionsvorsitzender Horst Schmidt plädiert zunächst dafür, trotzdem für die Errichtung zu stimmen. „Es gibt schließlich einen messbaren Bedarf von Hundebesitzern, die dem positiv gegenüberstehen. Es gibt immer Fragen, bei denen sich nicht immer alle einig sind.“ Zudem gebe es die Möglichkeit, feste Besuchszeiten einzuführen, um eine Lärmbelästigung einzugrenzen.

Dieses Grundstück am Ende der Berger Straße kommt als Hundewiese in Frage.
Dieses Grundstück am Ende der Berger Straße kommt als Hundewiese in Frage. © Privat

Niederdorfelden: SPD-Fraktion will „keine Entscheidung mit der Brechstange“

Unterstützung findet er bei Matthias Zach (Grüne). „Ich plädiere dafür, jetzt nicht abzuweichen. Das wird das Problem nicht lösen“, betont er. Auch Carolin Heinemeyer (DL) setzt sich für eine schnelle Lösung ein: „So lange wir die Entscheidung schieben, so lange sind auch Rehkitze und andere Tiere gefährdet.“ Für Sandra Eisenmenger (Grüne), selber Hundebesitzerin, steht ebenfalls der Naturschutz im Vordergrund.

Doch SPD-Fraktionschefin Juliane Frey möchte „keine Entscheidung mit der Brechstange“. „Für die diesjährige Brut- und Setzzeit kommt unser Beschluss sowieso zu spät. Für den Dorffrieden ist es besser, wenn wir noch mal mit den Menschen sprechen.“

Niederdorfelden: Bürgermeister will das Gespräch suchen

Nach einer kurzen Sitzungsunterbrechung einigen sich die Gemeindevertreter darauf, in der kommenden Sitzung des Gemeindeparlaments über die Errichtung der Hundewiese abzustimmen. Die antragstellende Dorfelder Liste will eine „Kampfabstimmung“ an diesem Abend vermeiden, um das Projekt nicht zu gefährden. Bürgermeister Büttner wird damit beauftragt, Kontakt mit den Bürgern aus dem Wohngebiet „Im Bachgange“ aufzunehmen. Möglicherweise könne ein Kompromiss gefunden werden.

Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt der Rathauschef am Freitag, dass er sich innerhalb der kommenden zwei Wochen mit einem Vertreter der betreffenden Gruppe treffen will, um über eine Lösungsmöglichkeit zu sprechen. (Mirjam Fritzsche)

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