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Nach Dachbrand in der Kita am Lindenplatz in Niederdorfelden: Containerlösung für den Übergang

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Von: Mirjam Fritzsche

Auf dem Parkplatz hinter der Kita am Lindenplatz entsteht ein kleines Containerdorf. Hier werden während der Sanierung der Kita-Räume die Kindergartenkinder untergebracht.
Auf dem Parkplatz hinter der Kita am Lindenplatz entsteht ein kleines Containerdorf. Hier werden während der Sanierung der Kita-Räume die Kindergartenkinder untergebracht. © Mirjam Fritzsche

Bürgermeister Klaus Büttner und Kita-Leiterin Carmen Jacovic sind erleichtert. Nur zwei Tage nach der regulären Sommerschließung konnte die Kita am Lindenplatz diese Woche mit Einschränkungen wieder öffnen. Nach dem Brand auf dem Dach der Einrichtung Ende Juli (wir berichteten) hatte es zunächst anders ausgesehen.

Niederdorfelden – „Die erste Aussage eines Gutachters war: ‘Rechnen Sie mal damit, dass hier ein Jahr nichts geht’“, berichtet der Rathauschef. Die Höhe der Schäden, die durch das Feuer und das Löschwasser entstanden sind, ist zwar noch nicht genau beziffert.

Nur zwei Tage länger geschlossen

„Doch unsere Versicherung hat uns 100 000 Euro zur Verfügung gestellt, damit wir Maßnahmen ergreifen können“, erklärt Büttner. Das Gebäude ist im Eigentum der Gemeinde. Die Photovoltaik-anlage, von der der Brand offenbar ausging, gehört jedoch den Kreiswerken Main-Kinzig. Welche Versicherung letztlich zuständig ist, klären die Gesellschaften untereinander. Wichtig für die Gemeinde ist, dass es weitergeht.

„Wir haben in der Gemeinde alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit der Kitabetrieb so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden kann“, so Büttner. Glück im Unglück sei gewesen, dass die Kita Am Lindenplatz in der zweiten und dritten Ferienwoche ohnehin geschlossen hatte. Die Zeit wurde genutzt, um die betroffenen Räume und das Inventar von einer Spezialfirma reinigen zu lassen und Schleusen einzurichten. Denn bis in der Kita wieder „Normalbetrieb“ herrscht, wird es wohl noch einige Monate dauern. Es stehen aufwendige Reparatur- und Umbauarbeiten am Dach sowie Sanierungsarbeiten in mehreren Räumen der Kita an. Noch liegen nicht alle Gutachten vor.

Kindergartenkinder werden vorerst in der Kita Pusteblume betreut

Seit Mittwoch können zumindest die 36 U3-Kinder der Einrichtung wieder in dem Gebäude betreut werden. Die 50 Kindergartenkinder konnten vorübergehend in zwei Räumen in der Kita Pusteblume untergebracht werden. „Zum Glück sind die Hortkinder kürzlich ausgezogen. Sie werden jetzt nachmittags in der Schule betreut. Daher hatten wir den Platz“, sagt der Bürgermeister.

Diese Lösung soll aber nur vorübergehend sein. Bereits am Donnerstag wurden auf dem Parkplatz hinter der Kita Am Lindenplatz Container aufgestellt. Dort sollen die Mächen und Jungen zwischen drei und sechs Jahren in den kommenden Wochen betreut werden. Die Aufstellung ist kein leichtes Unterfangen. Das Gefälle bereitet den Handwerkern Kopfzerbrechen. „Wir müssen 85 Zentimeter mit Platten ausgleichen – das geht gerade noch so“, sagt einer der Fachleute. Bis die Container angeschlossen und eingerichtet sind und die Genehmigung für den Betrieb vorliegt, werden zwar noch einige Zeit vergehen, doch zumindest stehen die neuen „Räume“.

Viele Spielsachen haben das Feuer „überlebt“

Der erste Tag nach der „Wiedereröffnung“ ist natürlich für alle Beteiligten aufregend. „Aber die Kinder sind entspannt und gut angekommen“, zieht die Leiterin eine erste positive Bilanz. Die Kindergartenkinder, die fürs Erte in der Pusteblume untergebracht sind, durften vorbeikommen und „ihre“ Einrichtung besichtigen. „Viele wollten natürlich wissen, wie es jetzt hier aussieht“, erklärt Carmen Jacovic und wischt sich über die Stirn. Zu der aktuell warmen Witterung in diesem August sorgen die Trocknungsgeräte zusätzlich für Schweißtropfen.

Dass zumindest der Krippenbereich wieder im beschäftigen Gebäude öffnen kann, sei positiv, damit „die Kleinen in ihrer bekannten Umgebung bleiben können“. Erfreulicherweise musste nur wenige Spielsachen entsorgt werden, berichtet sie weiter. Wegen der Rußentwicklung hätte jedoch alles mit Papier weggeschmissen werden müssen.

Bürgermeister Klaus Büttner und die Leiterin der Kita am Lindenplatz Carmen Jacovic sind im Gespräch.
Bürgermeister Klaus Büttner und die Leiterin der Kita am Lindenplatz Carmen Jacovic sind im Gespräch. © Mirjam Fritzsche

„Den Erzieherinnen geht es gut, auch wenn es noch dauert, das Erlebte richtig zu verarbeiten“, so die Kita-Leiterin. Dankbar sei man für die tolle Unterstützung aus der Nachbarschaft am Tag des Brandes. „Sie haben uns Essen und Getränke gebracht und uns einen schattigen Platz in einer Scheune angeboten“, berichtet Jancovic.

Gute Nachricht für die Eltern: Die Betreuungszeiten müssen trotz allem nicht angepasst werden. Die Mädchen und Jungen können zu den regulären Zeiten in der Kita von 7 bis 17 Uhr und in der Krippe von 7 bis 15 Uhr betreut werden.

Von Mirjam Fritzsche

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