Niederdorfeldens neuer Müllentsorger Weisgerber macht vor dem Rathaus halt. Ab Januar leert die Wächtersbacher Firma die Tonnen in der Gemeinde. Bürgermeister Klaus Büttner (Dritter von rechts) und Gemeindemitarbeiter Thomas Keitel (Zweiter von rechts) begrüßen Fabian Weisgerber (Vierter von rechts) und seine Mannschaft. (Foto: Fritzsche)

Niederdorfelden

Ein Label für die Tonnen

Niederdorfelden. Wenn Raketen- und Böllerreste auf den Straßen noch von einem fröhlichen Jahresausklang künden, macht sich die Firma Weisgerber aus Wächtersbach erstmals mit ihren Müllautos auf den Weg nach Niederdorfelden.

Von Mirjam Fritzsche

Ab Januar übernimmt das Unternehmen mit Sitz in Wächtersbach die Müllentsorgung in der Kommune. Das bringt einige Änderungen mit sich.

Seit vier Jahrzehnten ist der Müll in Niederdorfelden eine Sache für die Maintaler Firma Max Spahn gewesen. Die Bürger waren zufrieden. „Wir haben eigentlich keinen Änderungsbedarf gesehen“, sagt Bürgermeister Klaus Büttner. Doch der Landesrechnungshof forderte eine EU-weite Neuausschreibung. Den Zuschlag erhielt für die kommenden fünf Jahre das Unternehmen Weisgerber Umweltservice aus Wächtersbach. Es wird die Entsorgung von Rest-, Bio-, Papier- und Sperrmüll übernehmen sowie den Kleinmüllsammelplatz betreuen.

Familienunternehmen ist schon im Main-Kinzig-Kreis tätig

Weisgerber ist ebenfalls kein Unbekannter in der Region, das Familienunternehmen entleert im halben Main-Kinzig-Kreis die Tonnen, so zum Beispiel auch in der Nachbargemeinde Schöneck. Derzeit baut sich Weisgerber einen zweiten Standort im Industriegebiet von Heldenbergen auf. Dort sollen 15 Entsorgungsfahrzeuge und 40 Mitarbeiter stationiert werden. „Wir investieren drei Millionen Euro in den neuen Standort und wollen von dort aus den Westkreis und den Wetteraukreis bedienen“, sagt Fabian Weisgerber aus der Geschäftsleitung des Unternehmens. Deshalb habe man sich auch sehr über den Zuschlag für Niederdorfelden gefreut.

Abfuhrtage haben sich geändert

„Es gibt nur einen Ortsteil, die Bebauung ist dicht – das macht Müllentsorgern Spaß“, sagt Weisgerber schmunzelnd. Allerdings habe Spahn die Latte auch ziemlich hoch gehängt. „Nach so langer Zeit kennt das Unternehmen sicher jede Tonne in- und auswendig“, sagt Weisgerber. Deshalb bitte er um Verständnis, dass es bei den ersten Entleerungen zu Schwierigkeiten kommen könne. Der Ablauf müsse sich erst einspielen. Wichtig sei, dass die Tonnen bis 6 Uhr früh rausgestellt werden.

Geändert haben sich mit dem Unternehmenswechsel die Abfuhrtage. In der Regel werden der Restabfall montags, der Bioabfall und Gelber Sack dienstags und die Papiertonne mittwochs abgeholt, informiert die Gemeinde. Die erste Abfuhr erfolgt wegen des Feiertags an Neujahr am Dienstag, 2. Januar, mit dem Restmüll.

Bürger müssen sich am Kleinmüllsammelplatz künftig ausweisen

Die Tonnen übernimmt Weisgerber von seinem Mitbewerber, sie müssen also nicht ausgetauscht werden. Neu ist aber, dass die Abfallbehälter nach und nach mit einem Label versehen werden. Dieses besteht aus einem Barcode und einem Adressaufkleber. „Damit können die Tonnen eindeutig zugeordnet werden, es besteht keine Verwechslungsgefahr mehr“, erklärt der Fachmann.

Am Kleinmüllsammelplatz, der im neuen Jahr ebenfalls von Weisgerber betreut wird, müssen sich Bürger künftig ausweisen. „Damit soll vermieden werden, dass uns Müll aus anderen Kommunen abgeliefert wird“, so Weisgerber. Der Sperrmüll zur Abholung muss schriftlich oder im Internet angemeldet werden – Meldekarten sind im Rathaus oder auf dem Kleinmüllsammelplatz erhältlich.

Abfallgebühren sollen sinken

Die neuen Abfallgebühren werden in der heutigen Sitzung des Haupt- und Finanz- und Sozialausschusses diskutiert. Und das ist die gute Nachricht: Insgesamt sollen sie um rund 15 Prozent sinken. Möglich macht das aber nicht nur der neue Entsorger, sondern auch eine Ausschüttung aus Gebührenrücklagen, wie Büttner erklärt. So könnten zum Beispiel die Abgaben für eine 120-Liter-Restmülltonne von jährlich 410,40 Euro auf 349,20 Euro sinken. Allerdings wird die Entsorgung des Biomülls etwas teurer. Am Ende bleibt den Bürgern jedoch ein kleines Plus.

Die Abfallkalender für das Jahr 2018 sollen ab kommendem Montag an alle Haushalte verteilt werden. Weitere Exemplare sind im Rathaus erhältlich. Eine digitale Version kann im Internet heruntergeladen werden.

Reklamationen können Bürger bei der Firma Weisgerber unter der Telefonnummer 0 60 53/70 68 90 melden.

www.niederdorfelden.de

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