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110 Jahre Obst- und Gartenbauverein Niederdorfelden

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Georg Schuch (links) und Dieter Beck präsentieren das Programm des Fests „110 Jahre OGV Niederdorfelden“ vor dem Eingang zum Gelände des Vereinsheims „Kürbisklause“. Foto: Seifert
Georg Schuch (links) und Dieter Beck präsentieren das Programm des Fests „110 Jahre OGV Niederdorfelden“ vor dem Eingang zum Gelände des Vereinsheims „Kürbisklause“. Foto: Seifert

Niederdorfelden. Das Jubiläum 1250 Jahre Dorfelden nimmt der Obst- und Gartenbauverein Niederdorfelden zum Anlass, am Wochenende seinen 110. Geburtstag an zwei Tagen im Bürgerhaus angemessen zu feiern und seine neue Kürbiskönigin zu inthronisieren.

Von Thomas Seifert

Von Landwirten, die Streuobstgrundstücke besaßen, wurde der Verein im Jahr 1908 gegründet. Fast keine Dokumente sind aus den Anfangsjahren erhalten, zwischen den Weltkriegen sorgten sich die Mitglieder wohl intensiv um die Streuobstwiesen, die das Dorf wie einen Ring umgaben.Beide Kriege brachten das Vereinsleben zum Erliegen, erst Anfang der Jahre 1948/49 versuchte eine kleine Gruppe von etwa 20 Aktiven das Vereinsleben wieder zu beleben. Mit Erfolg, denn der Verein beteiligte sich an Festumzügen und bot bereits wieder Schnittkurse an.Der Aufschwung hielt allerdings nicht lange an, wegen der schrumpfenden Zahl von Streuobstwiesen aufgrund des Wachstums der Gemeinde ließ das Interesse an Aktivitäten des OGV drastisch nach, ein Vereinsleben fand quasi nicht mehr statt.

Wiederbelebung des Vereins 1985

Erst 1985 wurde auf Initiative des damaligen Kreisverbandsvorsitzenden der Obst- und Gartenbauvereine, Karl Herms, mit Unterstützung einiger Bürger wie Helmut Steul und Helmut Wörner und von Bürgermeister Wilfried Schneider der Verein wiederbelebt. Bald zählte der OGV wieder 50 Mitglieder und die legten in gemeinsamen Arbeitseinsätzen im Jahr 1987 „Im kleinen Feld“ einen Lehrgarten an.Neu ausgebildete Fachwarte standen daraufhin für Fragen jeden ersten Sonntag im Monat von Mai bis September zur Verfügung. 1988 übernahm der Verein von der Gemeinde die Regie über deren Kleingartenanlage, 30 Parzellenpächter wurden daraufhin Mitglieder im OGV. Auf einem direkt anschließenden Gelände errichteten die OGV’ler in nur einjähriger Arbeit das Vereinsheim Kürbisklause, das beim Frühlingsfest 1997 eingeweiht wurde.

Die Niederdorfelder waren immer mit dabei, wenn der Kreisverband zur Teilnahme an Erntedankausstellungen aufrief und war mehrmals Gastgeber im Bürgerhaus. Allerdings finden mangels Interesse der Vereine diese Schauen nicht mehr statt. Der OGV stellt aber im Jubiläumsjahr zusammen mit den Freunden aus Oberdorfelden eine Erntedankausstellung auf die Beine.Georg Schuch, ehemaliger Vorsitzender und heute noch als Königinbetreuer und im Vorstand aktiv, initiierte 1995 die erste Wahl einer Kürbiskönigin. „Wir hatten uns verschiedene lustige Spiele ausgedacht, zum Beispiel Luftballons mit Nägeln besetzten Handschuhen transportieren. Die Kandidatin mit den meisten Punkten wurde dann als Kürbiskönigin inthronisiert. Den ersten Umhang aus Samtstoff mit dem Kürbiswappen des Vereins gibt es heute noch“, erinnert sich Schuch, der mit dieser Königswürde den Verein in der Gemeinde und über die Grenzen hinaus bekannter machen wollte. Was auch gelungen ist, denn „unsere Königin wird zu vielen Veranstaltungen im Umland eingeladen und Hoheiten aus anderen Kommunen besuchen unsere Veranstaltungen gerne“, betont Schuch.

Zunächst betrug die Regierungszeit nur ein Jahr, 1998 wurde sie auf zwei Jahre erweitert. Weil es keine geeignete Kandidatin gab, blieb Verena Beck, die Tochter des heutigen Schriftführers und Mitbetreuers der Königin, Dieter Beck, drei Jahre im Amt, ebenso wie Victoria Coleman, die das Zepter am Wochenende an ihre Nachfolgerin Carolin Heinemeyer abgibt.Die Tochter des Ehrenvorsitzenden Stanislaus „Stani“ Czmok, Melanie, rief 1998 eine Kindergruppe ins Leben, die sich anfangs prächtig entwickelte, dann aber mangels Betreuungskräften eingestellt wurde. KindernNatur und Naturschutz nahe zu bringen, so Schriftführer Beck „ist ein großes Anliegen des Vereins“ und wird deshalb gemeinsam mit dem Förderverein der Struwwelpeterschule fortgesetzt.

Nachmittage für Schulkinder

Seit Jahren werden Schulkinder an vier Nachmittagen mit den Themenbereichen Blumen, Kürbis, Keltern und Lehrgarten vertraut gemacht. Mit der Ausweisung des Neubaugebiets „Auf dem Hainspiel“ verlor der Verein seinen Lehrgarten, konnte aber ein rund 3000 Quadratmeter großes Gelände an der Landesstraße nach Wachenbuchen erstehen, wo zum 100. Geburtstag 100 verschiedene Obstbäume gepflanzt wurden.„Im Jahr seines 110. Bestehens steht der OGV gut da, wobei der Rückhalt in und durch die Gemeinde noch etwas besser sein könnte“, stellt Schuch fest, „wir pflegen aber sehr gute Kontakte zu anderen Vereinen.“

Das große Frühlingsfest am 1. Mai mit Start des Kürbiswettbewerbs „Wer hat den Dicksten,“ die Abschlussveranstaltung, die Teilnahme am Straßenfest und am Weihnachtsmarkt, die Aktivitäten der Kürbiskönigin, die Beratungsstunden immer sonntags von 10 bis 12 Uhr von Mai bis September ebenfalls in der Kürbisklause, Wanderungen, Radtouren und Ausflüge – der Obst- und Gartenbauverein ist auch im 110. Jahr des Bestehens bemüht, seinen mehr als 100 Mitgliedern und Interessierten weiterhin ein abwechslungsreiches Programm zu bieten.

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