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So soll das Verwaltungsgebäude aussehen, wenn es fertig ist. Ab Mai können die ersten Mitarbeiter einziehen.

Engelhard-Neubauten fast fertig

Produktion vor Ort sorgt für Lieferfähigkeit auch während der Corona-Krise

Bald ist es so weit: Die beiden Neubauten von Engelhard Arzneimittel in Niederdorfelden sind fast fertig. Zuerst fällt der Startschuss für das neue Verwaltungsgebäude: Der Umzug der Mitarbeiter startet im Mai. 

Im Juni folgt das neue Produktionsgebäude – bis die Maschinen komplett laufen, dauert es allerdings noch etwas länger. Wer die Herzbergstraße im Gewerbegebiet in Niederdorfelden entlangfährt, sieht inzwischen moderne Glasfassaden und klare Linien einer modernen, aufgeräumten Architektur. Zwar stehen die weißen Baucontainer und das große Schild mit den beiden Bauvorhaben des Pharmaunternehmens Engelhard noch an der Straße. Allerdings haben die beiden Gebäude der neuen Verwaltung und Produktion sichtbar Gestalt angenommen. 

Die Verwaltung mit 30 neuen Büros, 60 Arbeitsplätzen und mehreren modernen Konferenzräumen ist bereits fertig: Die Bauteams von Carpus+Partner und Lupp sowie einem Engelhard-Projektteam konnten die Bauarbeiten in knapp zwölf Monaten abschließen. Bei einem ersten Blick hinein eröffnet sich dem Besucher ein lichtdurchflutetes Foyer mit einer umschließenden Galerie im ersten Stock. Viel Glas, viel Transparenz geben der Architektur spürbare Leichtigkeit und Wärme. Im neuen modernen Betriebsrestaurant arbeiten Schreiner noch am letzten Schliff, die 100 neuen Sitzplätze warten bereits auf die erste Mittagspause. 

Zusammenhängender Campus des Pharmaunternehmens soll entstehen

Der Umzug der Mitarbeiter in das rund 3500 Quadratmeter große Gebäude startet ab diesem Monat. Bis dahin erfolgen noch Innenarbeiten wie beispielsweise die Beleuchtung im Foyer und Schreinerarbeiten in den Teeküchen. Die Arbeiten an den Außenanlagen werden sich allerdings noch bis Herbst hinziehen. „Die beiden neuen Gebäude stehen nicht nur für Wachstum und den Wandel von Engelhard, sondern auch für eine neue, moderne Form des Zusammenarbeitens über Teamgrenzen hinweg“, betont Geschäftsführer Oliver Engelhard und fügt hinzu: „Daher werden wir das Konzept und die Architektur schrittweise auch auf die bestehenden Gebäude ausweiten.“ 

So soll nach und nach ein zusammenhängender Campus des Pharmaunternehmens entstehen. „Natürlich sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Teil davon – unabhängig davon, in welchem Gebäude sich ihr Arbeitsplatz befindet. Die stärkere Zusammenarbeit an den relevanten Schnittstellen wird in Zukunft noch wichtiger für uns sein.“ Noch in vollem Gange sind die Bauarbeiten im Produktionsgebäude. Der Bau soll mit einer Fläche von 10 000 Quadratmetern im Sommer eröffnet werden. Und das nach neuesten Standards: Mit rund 4000 Tonnen Kohlendioxid weniger pro Jahr wird Engelhard mit dem neuen Bau rund 20 Prozent Energie einsparen. Doch die eigentliche Verpackung und Abfüllung läuft zeitversetzt an. 

Engelhard: „Die Produktion läuft an“

Bis die neuen Maschinen und Anlagen schrittweise einziehen, aufgebaut und eingerichtet sind, dauert es noch bis Anfang 2021. Darin Platz finden werden neben neuen 10 000-Liter Ansatz- und Lagerbehältern auch drei Sorbitol-Tanks mit jeweils 30 000 Litern Inhalt, um den bekannten Hustensaft Prospan herzustellen. So kann Engelhard seine Liquida-Herstellung künftig verdoppeln. Ebenfalls neu ist die so genannte BEC-500 Blistermaschine, die künftig bis zu 160 Faltschachteln pro Minute für die isla-Halspastillen verpacken soll. 

Im Innenbereich des Produktionsgebäudes wird noch gearbeitet. Der Bau mit einer Fläche von 10 000 Quadratmetern soll im Sommer eröffnet werden.

Hinsichtlich der Planung und Koordination erfordere das von allen Beteiligten wahre Höchstleistungen, sagt Marcel Beckmann, Bereichsleiter der Materialwirtschaft bei Engelhard: „Die Produktion läuft an, Maschinen ziehen um, werden vom Regierungspräsidium Darmstadt abgenommen und inspiziert, Lieferanten stimmen sich mit uns ab – und all das gleichzeitig.“ Insbesondere während der Corona-Krise sei das eine immense Herausforderung. Ansonsten kann das Pharmaunternehmen mit seinen rund 500 Mitarbeitern aktuell jedoch nicht klagen: Arzneimittel, die zur symptomatischen Behandlung viraler Atemwegserkrankungen verordnet werden können, sind gefragt. 

Unternehmen produziert ausschließlich in Deutschland

„Dass es bei diesen Produkten zu keinen Engpässen kommt, liegt vor allem daran, dass das Unternehmen ausschließlich in Deutschland nach höchsten Qualitätsanforderungen produziert. Zudem stehen die für die Herstellung notwendigen Rohstoffe derzeit uneingeschränkt zur Verfügung“, erklärt Geschäftsführer Richard Engelhard. Das sei insbesondere für pharmazeutisches und medizinisches Fachpersonal wichtig, um mit Blick auf die Patientenversorgung zuverlässig planen zu können. „Somit bestätigt uns die aktuelle Krisensituation erneut, dass unser Bekenntnis zum Standort entscheidend und richtig ist.“ Übrigens wird auch ein Bau im Gewerbegebiet an der Herzbergstraße sein Ende finden: Das so genannte Mandaric-Gebäude, das unmittelbar an die beiden Engelhard-Neubauten angrenzt, wird Ende des Sommers abgerissen und macht damit Platz für die Terrasse des Betriebsrestaurants sowie einen Garten. fmi

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