Dorfelder Bürger sollen bei der Stimmabgabe am 14. März mehr Auswahl haben: Auf den letzten Drücker ist die Wählergemeinschaft „Dorfelder Liste“ gegründet worden. Dort kandidieren 13 Frauen und Männer.
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Die Bürger von Niederdorfelden sollen bei der Stimmabgabe am 14. März mehr Auswahl haben: Auf den letzten Drücker ist die Wählergemeinschaft „Dorfelder Liste“ gegründet worden. Dort kandidieren 13 Frauen und Männer.

Die neue „Dorfelder Liste“ will mitmischen

Horst Schmidt und Kürbiskönigin führen neue Wählergemeinschaft an

  • Mirjam Fritzsche
    vonMirjam Fritzsche
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In Niederdorfelden könnte es nun doch eine größere Vielfalt bei der Kommunalwahl im März 2021 geben. Sah es zeitweilig so aus, als ob nur noch SPD und Grüne kandidieren würden (wir berichteten), so werden die Wähler jetzt doch eine breitere Auswahl haben: Fristgerecht reichte die neu gegründete Wählergemeinschaft „Dorfelder Liste“ ihre Unterlagen bei der Gemeindeverwaltung ein.

Niederdorfelden –Angeführt wird die überparteiliche Liste vom langjährigen Gemeindevertreter Horst Schmidt, der kürzlich aus der grünen Partei ausgetreten ist, sowie der Neueinsteigerin Carolin Heinemeyer, die vielen Niederdorfelder Bürgern als amtierende Kürbiskönigin bekannt ist. „Die Überlegungen dafür gab es schon länger. Als der HA im Dezember dann berichtete, dass die CDU bei der Kommunalwahl nicht mehr antreten wird, sind einige Leute ins Grübeln gekommen. Kurzfristig haben wir uns dazu entschlossen, die Wählergemeinschaft zu gründen“, sagt Schmidt.

Dann musste alles schnell gehen. Am 4. Januar ist die Frist zur Einreichung der Listen abgelaufen. Auch der Wahlleiter der Gemeinde, Thomas Keitel, war zunächst skeptisch. „’Wie wollt ihr das schaffen?’, hat er mich gefragt“, berichtet Schmidt. Schließlich mussten Unterschriften gesammelt, Formulare ausgefüllt und eine Versammlung abgehalten werden. „Die Zusammenkunft war dann am 28. Dezember. Es gab viele Stolperfallen, aber wir haben es noch rechtzeitig geschafft“, betont Schmidt.

Horst Schmidt

Austritt bei den Grünen nach 28 Jahren im Gemeindeparlament

Der 64-Jährige hatte Ende vergangenen Jahres öffentlich gemacht, dass er nach 28 Jahren im Gemeindeparlament – zuletzt als Fraktionsvorsitzender der Grünen – nicht mehr für seine Partei antreten wird. Als Gründe hatte er angeführt, dass er mit der örtlichen Politik der Grünen nicht mehr zurechtkomme und mit der Entwicklung der Ökopartei insgesamt hadere, was letztlich zu seinem Austritt führte. Schmidt bedauerte gegenüber dem HA, dass er nicht als Einzelkandidat antreten kann.

Nun ist er nicht mehr alleine. Drei Frauen und zehn Männer umfasst die Kandidatenliste. „Sie stellt einen guten Querschnitt der Bevölkerung unserer Gemeinde dar. Vom Bio-Landwirt über die Diplom-Mathematikerin bis zum Ingenieur, dem Elektromeister und der Kauffrau bis zur Rentnerin reicht das Spektrum. Erfahrene Kommunalpolitiker bilden zusammen mit engagierten Einsteigern eine gut aufgestellte Mannschaft“, so Schmidt in einer Pressemitteilung der neuen „Dorfelder Liste“.

Kandidaten auf unterschiedlichen politischen „Lagern“

Carolin Heinemeyer

Die Wählergemeinschaft „sammelt“ dabei Kandidaten aus verschiedenen politischen Richtungen ein. So kandidiert Peter Bauscher (33), aktuell Mitglied der CDU-Fraktion, auf Platz drei. „Bauscher betreibt ökologische Landwirtschaft, das lassen sich Schnittmengen finden“, sagt Schmidt. Carolin Heinemeyer habe er ebenfalls gewinnen können, berichtet Schmidt. Sie hatte im HA bedauert, dass sie sich wegen der Corona-Pandemie als Kürbiskönigin wenig für ihren Ort engagieren könne. Das werde sich jetzt ändern. Große Kenntnisse mit der parlamentarischen Arbeit bringt Stani Czmok mit, der seine jahrzehntelange Erfahrung als Mitglied des Gemeindevorstands (aktuell für die CDU) produktiv einbringen möchte. „Die Unabhängigkeit von Parteiorganisationen ist uns sehr wichtig. Die Interessen Niederdorfeldens stehen im Mittelpunkt und da soll es keine falschen Rücksichtnahmen auf Parteizentralen in Wiesbaden oder Berlin geben“, heißt es in der Mitteilung.

Und weiter: „Gemeinsam wollen wir uns für unsere liebenswerte Gemeinde und ihre Menschen einsetzen, wobei uns die Erhaltung der natürlichen Umwelt sehr wichtig ist“, erklärt der Spitzenkandidat Schmidt. Heinemeyer fügt hinzu, dass „wir uns in sozialen Fragen wie zum Beispiel den Betreuungszeiten bei der Kinderbetreuung engagieren werden und genauso auch die älteren Menschen nicht aus dem Blick verlieren wollen“. Auch die Integration der neu nach Niederdorfelden gezogenen Menschen inklusive der Geflüchteten stehe auf der Agenda der „Dorfelder Liste“.

Beim ersten Anlauf ins Parlament?

Vorrangiges Ziel für die Gründung der Wählergemeinschaft sei es, den Bürgern eine „echte Auswahl“ zu bieten. Horst Schmidt ist überzeugt davon, dass es seine Liste aus dem Stand heraus ins Parlament schafft. „Ob wir die Prozente erreichen können, die die CDU zuletzt hatte, kann niemand sagen. Allerdings stehen bekannte Persönlichkeiten aus dem Ort zur Wahl, deshalb gehe ich davon aus, dass er Einzug kein Problem sein sollte.“ Schmidt betont, dass er kein Krawall-Typ sei. „Auch wenn ich bei den Grünen ausgetreten bin: Mit grünen Anträgen werde ich mich weiterhin sachlich auseinandersetzen. Und wenn ich sie gut finde, natürlich auch dafür stimmen.“

In den nächsten Wochen wollen die Mitglieder der „Dorfelder Liste“ den intensiven Austausch mit den Bürgern suchen.

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