Fast 100 Bürger besuchten am Donnerstagabend die Infoversammlung im Bürgerhaus Niederdorfelden zum neuen Baugebiet „Im Bachgange“. Unter anderem wurde die künftige Straßenführung vorgestellt. Foto: Seifert

Niederdorfelden

Bürgerversammlung informiert über den Zeitplan für das Baugebiet

Niederdorfelden. Der Mittwoch, 12. Dezember, wird für alle Bewerber, die Interesse am Kauf eines Bauplatzes im Neubaugebiet „Im Bachgange“ haben, ein spannender Tag. Denn ab 17 Uhr werden im Bürgerhaus 32 frei verkäufliche Grundstücke verlost.

Von Thomas Seifert

Nahezu 100 Bürger waren zu der von der Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Christina Schneider, angesetzten Infoversammlung ins Bürgerhaus gekommen. Neben einem Bericht des Bürgermeisters stand der Sachstand Neubaugebiet im Fokus. Ralf Trollmann von ZSE-Immobilien, Projektsteuerer Carsten Brandt und Armin Uhrig vom Ingenieurbüro Müller standen als fachkundige Experten mit Informationen zur Verfügung.Nach Abschluss der archäologischen Untersuchungen zum Ende des Jahres wird im Februar mit der Erschließung des Areals zwischen Landesstraße 3008, Bischofsheimer Straße, Bahnlinie und Berger Straße begonnen. Rund 15 Monate sollen diese Arbeiten dauern, anschließend kann ab Mai 2020 mit dem Hochbau begonnen werden, der voraussichtlich im Herbst 2021 abgeschlossen sein wird. Immer vorausgesetzt, die Wetterverhältnisse machen der Planung keinen Strich durch die Rechnung.

Erschlossen wird das Neubaugebiet durch eine zentrale Achse, die mit einem Kreisverkehr an die Bischofsheimer Straße angebunden wird und bis zur Berger Straße führt, sodass von zwei Seiten eine Zufahrt zur Verfügung steht. Diese Straße wird eine Breite von 5,50 Meter haben mit zwei Gehsteigen von jeweils zwei Meter Breite. Alle anderen Straßen werden als Mischflächen ausgeführt mit einer Breite von vier plus zwei Meter.

Fünf Meter hoher Lärmschutzwall

Um den Lärm von der L 3008 abzuhalten, wird auf die gesamte Länge des Baugebiets eine fünf Meter hohe Gabionenwand errichtet. Ein Regenüberlaufbecken Richtung Berger Straße mit angeschlossener Pumpstation soll verhindern, dass es bei starken Niederschlägen zu Problemen im alten Dorf wegen Hochwasser des Feldbachs kommt.

Neben Einkäufsmärkten – hier steht DM schon fest – ist die Ansiedlung eines Alten- und Pflegeheims mit betreutem Wohnen geplant, erste erfolgversprechende Gespräche mit Betreibern habe es bereits gegeben, stellte Bürgermeister Klaus Büttner fest. Weiterhin ist mehrgeschossiges Wohnen vorgesehen, wobei 20 Prozent der dort entstehenden Wohnungen zu einem Preis von maximal acht Euro pro Quadratmeter für zehn bis 15 Jahre mit Erstvermietrecht für die Gemeinde gebaut werden sollen.

32 Grundstücke im freien Verkauf

Weitere Areale können Investoren für den Bau von Reihenhäusern erwerben. Zudem hätten einige Alteigentümer von dem Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht und im Neubaugebiet Grundstücke erworben.

In den freien Verkauf kommen nun noch 32 Grundstücke, Größe zwischen knapp 400 bis 800 Quadratmeter für Einzelhäuser und 250 bis 270 Quadratmeter für Doppelhäuser. Die Gremien der Gemeinde haben – auch nach rechtlicher Beratung – sich für ein Losverfahren entschieden, weil der Kreis der Interessenten viel größer als das Angebot ist.

„Der erste Ausgeloste hat noch die freie Auswahl an Grundstücken“

Die Bewerber müssen vor dem 1. Juni 2018 ihren Wohnsitz in Niederdorfelden gemeldet haben, pro Familie kann nur ein Grundstück erworben werden und es darf kein anderes Grundstück im Neubaugebiet in deren Besitz sein.

Alle Interessenten müssen am 12. Dezember, Start 17 Uhr, entweder persönlich im Bürgerhaus erscheinen oder sich von einem Bevollmächtigten vertreten lassen. „Der erste Ausgeloste hat noch die freie Auswahl an Grundstücken, je weiter die Verlosung voranschreitet, desto geringer wird natürlich das Angebot“, stellte Ralf Trollmann fest. Sind alle Grundstücke vergeben, wird trotzdem die weitere Reihenfolge ausgelost, denn die potenziellen Käufer haben danach acht Wochen Zeit, ehe sie verbindlich ihre Kaufabsicht erklären müssen.

Eigennutzung ist festgeschrieben

Es könne also sein, dass Berechtigte abspringen und so Interessenten noch zum Zuge kommen, die nach der ersten Runde der Verlosung lediglich auf der Warteliste gelandet seien, betonte Trollmann. Er wies darauf hin, dass im Kaufvertrag dann eine Bauverpflichtung, ein Spekulationsausschluss und eine Eigennutzung festgeschrieben würden, und bot Beratung im Zeitraum zwischen Verlosung und Kaufabsichtserklärung an.

Kritik am Preis von 450 Euro pro Quadratmeter für die voll erschlossenen Grundstücke wies Bürgermeister Büttner zurück und verwies auf Nachbarkommunen, die ihre Areale viel teurer verkaufen würden. „Die Gemeinde gibt allein für die Umsiedlung der Feldhamster und deren weitere Betreuung, die archäologischen Grabungen sowie Planungsleistungen rund 1,5 Millionen Euro aus“, rechnete der Rathauschef vor. Er kündigte weiter an, dass das für einen möglichen Rathausneubau nun nicht mehr benötigte Grundstück – das bestehende Ensemble Rathaus/Bürgerhaus soll saniert werden – voraussichtlich zumindest teilweise noch in den Verkauf komme. Fragen der Bürger zu technischen Details der Planung konnten die Fachleute Brandt und Uhrig beantworten.

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