Kein Weiterkommen: Mitarbeiter und Bürger klagen über die beengten Platzverhältnisse auf dem Wertstoffhof an der Siemensstraße in Heldenbergen. Eine zukunftsfähige Lösung lässt noch auf sich warten. Archivfoto: Jan-Otto Weber

Nidderau

Zusammenlegung von Bau- und Wertstoffhof unwahrscheinlich

Nidderau. Seit Jahren ist die Stadt auf der Suche nach einer Lösung für den städtischen Bauhof sowie den Wertstoffhof. Das Problem: Beide Areale In den Pfortenwiesen in Ost‧heim und an der Siemensstraße in Heldenbergen platzen aus allen Nähten.

Von Jan-Otto Weber

An der Siemensstraße kommt es regelmäßig zu langen Rückstaus, wenn die Bürger samstags ihre Abfälle entsorgen wollen. Die Bauhofmitarbeiter müssen durch enge Gassen rangieren und dezentrale Lagerplätze wie am Ostheimer Sportplatz nutzen – nicht immer zur Freude der Anwohner.

Nun ist das Thema wieder auf die politische Agenda gerückt. Denn die Firma Weisgerber, die bislang im Auftrag der Stadt die vollen Container mit Fraktionen wie Sperrmüll, Altmetall oder Bauschutt auf dem Wertstoffhof gewechselt hat, „wird aufgrund der beengten Verhältnisse auf dem Wertstoffhof den Containerwechsel ab 2020 nicht mehr durchführen“, wie es in den Sitzungsunterlagen der städtischen Gremien heißt.

Wie genau es in der Sache nun weitergehen soll, ist noch nicht entschieden. Zwar lag der Stadtverordnetenversammlung in ihrer letzten Sitzung ein Beschlussvorschlag vor, nachdem der Betrieb des Wertstoffhofes „nach der gesetzlich vorgeschriebenen Art für einen externen Betreiber für eine Laufzeit von fünf Jahren ausgeschrieben“ werden sollte.

Zentral aber nich zu nah an der Wohnbebauung

Der Umweltausschuss hatte in seiner nicht öffentlichen Beratung zuvor jedoch bereits eine Vertagung des Themas und weitere Ausschussberatungen empfohlen. Nicht öffentlich erfolgte die Beratung deshalb, da der Verwaltung offenbar zwei Initiativangebote einer Entsorgungsfirma vorliegen, die nicht genannt werden sollte.

Ein Neubau eines Wertstoffhofes ist zunächst jedenfalls nicht in Sicht. Dafür wäre nach Angaben der Verwaltung eine Fläche von rund 4000 bis 5000 Quadratmeter erforderlich – im günstigsten Fall im Besitz der Stadt und gut zu erschließen. Der Standort sollte zentral liegen, aber wegen des Lärm- und Verkehrsaufkommens auch nicht zu nahe der Wohnbebauung sein.

Unter diesen Bedingungen ist eine große Lösung – also ein gemeinsamer Neubau für Bau- und Wertstoffhof – erst recht unwahrscheinlich. Zwar gibt die Verwaltung zu bedenken, dass sich hierbei die meisten Synergien bezüglich des Einsatzes von Personal und Technik erreichen ließen, allerdings wäre diese Variante auch mit den größten Investitions- und Planungskosten verbunden.

„Wir haben nicht das Geld dafür.“

„Der Planungs- und Umsetzungszeitraum beträgt höchstwahrscheinlich fünf Jahre und länger, sodass hier auf jeden Fall eine Zwischenlösung angestrebt werden muss“, heißt es in den Unterlagen. Der Rückbau samt Verkauf der Altfläche Bauhof sowie Verkauf oder Umnutzung der Altfläche Wertstoffsammelstelle erwirtschafte nicht das benötigte Investitionsvolumen. „Diese Variante ist realistisch betrachtet kaum zu verwirklichen.“

Dies sieht auch Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) so, wie er unserer Zeitung am Montag bestätigte. Dem Neubau eines Bauhofs erteilte er ebenfalls eine Absage. „Wir haben nicht das Geld dafür.“

Eine interkommunale Zusammenarbeit, wie sie Anfang 2017 mit Schöneck und Niederdorfelden geprüft wurde, steht derzeit nicht mehr zur Debatte. Damals war ein Standort zwischen Windecken und Kilianstädten beziehungsweise Heldenbergen und Büdesheim im Gespräch. Für Niederdorfelden zu weit weg. Und auch Schöneck hatte sich am Ende gegen eine Kooperation entschieden.

Für Nidderauer wird sich auf absehbare Zeit nichts ändern

In Bruchköbel hat man derzeit die gleichen Sorgen. Mehrere Bürgermeisterkandidaten haben sich bereits mit Lösungsvorschlägen für eine Verlegung des Bau- und Wertstoffhofes hervorgetan. Doch auch eine Zusammenarbeit mit dem benachbarten Mittelzentrum kommt für Schultheiß nicht ernsthaft in Frage. „Die Siedlungsgebiete liegen einfach zu weit auseinander“, so der Nidderauer Rathauschef. „Außerdem sind die beiden Städte zusammen zu groß.“

Für die Nidderauer Bürger und die Bauhofmitarbeiter wird sich an den jetzigen beengten Verhältnissen und Wartezeiten bei der Abfallentsorgung also auf absehbare Zeit nichts ändern. Ob das Thema wie in Bruchköbel zum Bürgermeisterwahlkampf taugt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema