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Waldlauf ist für Organisatoren ein "Wechselbad der Gefühle"

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Haben bis zum Startschuss noch alle Hände voll zutun: Rita Weiß (links) und Doris Terhalle. Foto: Di Cara
Haben bis zum Startschuss noch alle Hände voll zutun: Rita Weiß (links) und Doris Terhalle. Foto: Di Cara

Nidderau. Wenn am Samstagvormittag der Startschuss für den 31. Nidderauer Waldlauf fällt, können zwei Damen weitestgehend aufatmen: Doris Terhalle und Rita Weiß. Die beiden Läuferinnen des TV Windecken zeichnen in diesem Jahr zum ersten Mal für die Organisation verantwortlich.

Von Jasmin Di Cara

„Komplett entspannt sind wir allerdings erst, wenn alle Läufer heil im Ziel angekommen sind“, sagen sie. Bis dahin hat das Organisationsteam noch alle Hände voll zu tun.

„Das war ein Wechselbad der Gefühle“, blickt Terhalle auf den bisherigen Organisationsablauf zurück. „Man kommt oftmals ins Schwitzen, wenn es zu Missverständnissen kommt oder wenn eine wichtige Person im letzten Moment abspringt.“Kein NeulandDabei ist die Veranstaltung für sie und ihre Kollegin Weiß eigentlich kein Neuland. Seit 2005 sind die beiden Teil des „Running Team“ des Turnvereins (TV) Windecken. Seitdem nehmen sie auch regelmäßig am Nidderauer Waldlauf teil – entweder als aktive Läufer oder als Helfer.Neu ist allerdings die Leitung, die elf Jahre lang Sabine Wenzel und Nicola Maybaum-Dekorsy innehatten. „Sie haben aus zeitlichen Gründen den Posten niedergelegt“, erklärt Terhalle. Unterstützung bei der Planung erhalten sie und Weiß von drei weiteren Mitgliedern aus den verschiedenen Abteilungen des Vereins. „Jede Sparte organisiert einen der vier Läufe“, erklärt Weiß.Mehr als 300 Teilnehmer aller Altersklassen Der Nidderauer Waldlauf zieht jedes Jahr mehr als 300 Teilnehmer aller Altersklassen in den Eichener Forst. Die Läufer können jährlich zwischen verschiedenen Strecken wählen: Für Kinder ab sechs Jahren wird ein ein Kilometer langer, für Jugendliche und Einsteiger ein fünf Kilometer langer Lauf angeboten. Für Fortgeschrittene und Halbmarathon-Läufer gibt es eine zehn sowie 21,1 Kilometer lange Strecke.„Wir sind das ganze Jahr über mit der Planung beschäftigt“, erzählen Weiß und Terhalle. Ihre Vorgänger hätten ihnen glücklicherweise eine umfangreiche Excel-Liste hinterlassen – mit dem Vermerk, wann was erledigt werden müsse.

Termin sorgfältig gewähltGleich nach Abschluss des letzten Waldlaufs musste beispielsweise ein neuer Termin für 2017 gefunden werden. „Wir haben da keinen festen Rhythmus“, so Terhalle. „Meist ist es der erste Samstag nach Ostern, das hängt allerdings von verschiedenen Faktoren ab.“Weiß ergänzt: „Der Termin muss sorgfältig ausgewählt werden, damit wir nicht mit den Osterferien oder anderen Läufen in der Region kollidieren.“ Zudem müssten alle Organisatoren an diesem Tag Zeit haben, genauso wie der Kooperationspartner KSV Eichen, der seine Vereinsstätte für die Veranstaltung zur Verfügung stellt.Kostenkalkulation und Werbung „Außerdem müssen wir den Lauf rechtzeitig bei der Gemeinde und bei der Hessischen Laufbörse anmelden“, sagt Terhalle. Zudem müsse man die Polizei und das Deutsche Rote Kreuz informieren, damit diese am Veranstaltungstag vor Ort sind.Neben der Kostenkalkulation – der Verein rechnet mit Ausgaben von rund 2500 Euro, ein Teil davon wird über Sponsorengelder finanziert – müssen die Verantwortlichen auch an die Werbung denken. „Wir haben Plakate aufgehängt und Pressemitteilungen verschickt“, so Terhalle.Ohne Freiwillige keine VeranstaltungDer wichtigste und aufwändigste Punkt sei jedoch die Organisation von freiwilligen Helfern. „Ohne diese ist die Veranstaltung nicht zu stemmen“, betont die 50-Jährige. In diesem Jahr hätten sich 55 ehrenamtliche Helfer – überwiegend aktive und ehemalige Vereinsmitglieder – zur Verfügung gestellt. „Die Helfer werden dann verschiedenen Zuständigkeitsbereichen zugeordnet“, so Weiß. „Die Herausforderung hierbei ist, keine Aufgabe zu übersehen oder doppelt einzuteilen.“Seit den letzten sechs Wochen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. „Das Organisationsteam trifft sich regelmäßig, um den Stand und die letzten Details zu besprechen“, berichtet Terhalle. Mit den freiwilligen Helfern stehen die Verantwortlichen per E-Mail in Kontakt.Noch ist ein bisschen was zu tunVor dem Lauf haben Terhalle und Weiß noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen: „Getränke und Würstchen bestellen, alle notwendigen Materialien im Lager zusammensuchen, Preise für die Siegerehrung einkaufen“, verraten sie. Die eigentliche Arbeit kommt allerdings auch erst am Samstag auf sie zu: Obwohl der Startschuss für den ersten Lauf erst um 13 Uhr fällt, beginnt der Tag für das Organisations- und Helferteam bereits um 8 Uhr.Fünf Freiwillige bereiten am frühen Morgen die Laufstrecke durch den Wald vor. „Der Weg wird mit Hobelspänen abgestreut, zudem werden Hinweisschilder sowie Kilometerbegrenzungen aufgestellt“, erklärt Weiß.Organisatorinnen zuversichtlichWeitere acht Streckenposten sorgen dann während des Laufs dafür, „dass sich die Teilnehmer nicht im Wald verirren“. Fünf Radfahrer begleiten die Laufgruppen „als Besenwagen“ durch den Forst. An den zwei Wassersstellen im Wald sowie am Zieleinlauf stehen acht Helfer, die die Teilnehmer mit ausreichend Flüssigkeit versorgen.Ab 12 Uhr sitzen sieben Männer und Frauen an der Anmeldung, um die Startnummern zu verteilen oder die Anmeldungen entgegenzunehmen und die Startgebühr zu kassieren. „Die restlichen Helfer sind beispielsweise für die Bewirtung, den Auf- und Abbau oder die Siegerehrung eingeteilt“, erläutern Terhalle und Weiß.Trotz kleiner Missverständnisse sind die Organisatorinnen zuversichtlich, die Veranstaltung reibungslos über die Bühne zu bringen. „Schönes Wetter ist das Wichtigste“, so Weiß. „Alles andere klappt schon. Und was jetzt nicht steht, regeln wir dann.“

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