Keine Wirkung: Seit März werden Linksabbieger durch Schilder dazu ermahnt, den Gegenverkehr zu beachten, wobei die Schilder nicht besonders groß sind. Foto: Jan-Otto Weber

Nidderau

Unfallserie auf B45 reißt nicht ab

Nidderau. Für den Abschnitt zwischen Mittelbuchen und Bruchköbel ist die Entscheidung bereits gefallen: Aufgrund der häufigen Unfälle an dieser Stelle, wo die Auf- und Abfahrt zur B45 auf die Landesstraße 3195 stößt, soll nach dem Willen der zuständigen Unfallkommission im kommenden Jahr eine Ampelanlage installiert werden.

Von Jan-Otto Weber

Auch auf der B45 bei Nidder‧au gibt es einen solchen Unfallschwerpunkt. Nach Angaben in sozialen Netzwerken hat es in dieser Woche auf der Ortsumgehung täglich gekracht. Erst am Mittwoch kam es wieder zu einem Zusammenstoß.

Auch diesmal hat sich der Unfall nach dem üblichen Muster zugetragen: „Ein 34-jähriger Bruchköbeler war mit seinem schwarzen Nissan in Richtung Eichen unterwegs“, erklärt Polizeisprecher Rudi Neu auf Anfrage unserer Zeitung. „Als er links auf die K246 in Richtung Karben abbiegen wollte, hat er nach jetzigem Stand der Ermittlungen offenbar den Gegenverkehr übersehen und ist frontal mit dem schwarzen Honda Civic eines Mühlheimers zusammengestoßen. Beide Fahrer kamen leicht verletzt nach Hanau ins Krankenhaus.“

Zusammen mit dem Unfall vom 18. September erhöht sich die Zahl der Verletzten an dieser Stelle auf 28 – allein in diesem Jahr. Bereits im März 2019 hatte sich die Unfallkommission des Main-Kinzig-Kreises mit diesem Unfallschwerpunkt befasst. Das Gremium, bestehend aus Vertretern des Verkehrs- und Straßenmanagements Hessen Mobil, der zuständigen Straßenverkehrsbehörde und der Polizei, berät regelmäßig über den Sicherheitszustand des Streckennetzes.

Ampel würde 150 000 Euro kosten

Die Empfehlung vom Frühjahr: Da die regelmäßigen mehrtägigen Geschwindigkeitsüberprüfungen mit dem Blitzer-Anhänger der Polizei zahlreiche Überschreitungen in der 70er-Zone ergeben hätten, solle die Stadt Nidderau einen Blitzer fest installieren. Zudem sollten Verkehrsschilder mit den Zeichen 101 und 1006–36 (Gefahrstelle mit Unfallszene) in Übergröße aufgestellt werden.

Geschehen ist bislang noch nichts. Wer indessen für die Kosten eines festen Blitzers aufkommen soll, ist unklar. Wenn schon ein Stromanschluss bis zum Abzweig Karben gelegt werde, könne man auch gleich eine Ampel installieren, so die Meinung einiger Nidderauer. Eine solche Signalanlage würde rund 150 000 Euro kosten. Für einen Kreisel ist der Trassenquerschnitt zu klein. Zudem wäre eine Ampel im Gegensatz zur Schaffung eines Kreisels relativ kurzfristig umzusetzen.

Krisel würde länger dauern

Ein Kreisel wäre eine mittelfristige Maßnahme, für die zunächst Baurecht geschaffen werden müsste. Dieser Argumentation folgte Hessen Mobil auch im Falle des Risikoschwerpunkts Mittelbuchen. „Auf Grund der Unfallsituation muss hier schnellstmöglich gehandelt werden“, so die Pressestelle vor wenigen Tagen auf HA-Nachfrage. Dass Gleiches auch für Nidderau gelten müsste, liegt auf der Hand. Doch die Gespräche zwischen der Landesbehörde und der Stadt Nidderau dauern an.

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