Eine Spezialität der Trattoria Romana Cinecittà in Heldenbergen ist die Pinsa Romana – eine „leichte“ Pizza. Foto: HA

Nidderau

"Tischlein, deck dich": Die Trattoria Romana Cinecittà

Nidderau. Pappsatt mit Pinsa statt Pizza: Die Trattoria Romana Cinecittà in Heldenbergen ist mal ein anderer Italiener. Wir haben getestet, wie es dort schmeckt.

Es ist ein verregneter Tag, zum Glück sind direkt vor der Trattoria Pizzeria Romana Cinecittà in Nidderau-Windecken genügend Parkplätze vorhanden. Vor dem Restaurant erinnert eine große leere Freifläche daran, dass man hier im Sommer auch draußen sitzen und speisen kann. Wir sind früh dran für den Mittagstisch und können uns noch einen Tisch im großen, aber gemütlichen und hellen Speisesaal aussuchen.

Rot-weiß karierte Tischdecken, dunkle Holzbalken an der Theke und im Raum sowie geschmackvolle Dekoration schaffen sofort eine einladende Trattoria-Atmosphäre. Große schwarz-weiß Fotografien von früheren Hollywood-Stars passen zum Namen des Restaurants. Wir erhalten vom aufmerksamen Kellner eine Karte und haben die Qual der Wahl. Auf den Tipp einer Kollegin hin wollen wir auf jeden Fall die Pinsa Romana ausprobieren, eine Pizza-Spezialität des Cinecittà.

Drei wechselnde Mittagsgerichte

Die normale Speisekarte neben dem täglich wechselnden Mittagstisch ist klein, dafür aber umso feiner. Der Qualität der Gerichte eines Restaurants tut es meistens gut, wenn die Speisekarte nicht 20 Seiten umfasst. Neben Klassikern wie Lasagne oder Pasta Quattro Formaggi bietet das Cinecittà auch mal andere italienische Speisen. Etwa Baby-Calamari mit Käsecreme (11,50 Euro) als Vorspeise, Fenchel-Salat mit Orange (6,50 Euro) oder Pappardelle alla Siciliana mit getrockneten Tomate, Sardellen und geröstetem Paniermehl (neun Euro) oder Scaloppina alla Siciliana mit Aubergine in Weißweinsoße (16,50 Euro).

Es gibt täglich drei wechselnde Mittagsgerichte, alle mit Vorspeisen – entweder Salat oder Suppe – und Dessert. Meine Begleitung entscheidet sich für die Blumenkohlsuppe, die Pinsa mit Salami und Pilzen (11,50 Euro). Ich nehme einen kleinen Salat als Vorspeise und als Hauptgericht die Scaloppina in Marsala-Sosse mit Bratkartoffeln und Gemüse (12,50 Euro) .

Auf die Getränke müssen wir nicht lange warten, sogar vorher noch bekommen wir einen kleinen Korb mit Brot auf den Tisch, es ist sehr leckeres deftiges Landbrot. Die zwei Kellner sind umsichtig und trotzdem dezent im Hintergrund. Die Vorspeisen kommen und sind auch optisch auf den ersten Blick ein Gewinn. Der Salat ist knackig frisch, er ist mit Gurken, Mais, Tomaten abwechslungsreich zubereitet und nicht wie so oft nur aus zwei Zutaten bestehend. Und das Beste: Das leichte Dressing erschlägt die Salatbestandteile nicht, sondern ergänzt sie. Die Suppe wärmt den Magen an diesem kühlen Tag – geschmacklich kommt sie eher solide als raffiniert daher, erklärt die Mitesserin.

Schokokuchen geht immer

Langsam füllt sich das Lokal, der Mittagstisch scheint bekannt und beliebt zu sein. Nach der Vorspeise ist meine Begleitung fast schon satt. Aber die Hauptspeise lässt nicht lange auf sich warten. Die Pinsa kommt ganz stilecht auf einem schönen Holzbrett daher, die Scaloppine auf einem großen Teller, gekonnt angerichtet. Das Fleisch ist perfekt zart und wird von der Masala-Sosse geradezu umschmeichelt. Sie schmeckt dezent süß und ist wirklich ein Geschmackserlebnis.

Die Bratkartoffeln sind schön kross und auch farblich passend, aber schmecken leider etwas nach Vortags-Kartoffeln. Der gebratene Brokkoli und die Möhren hingegen zeichnen sich durch eine satte Farbe und genau die richtige Konsistenz aus. Der Boden der Pinsa-Pizza überzeugt – er wird als besonders leicht und bekömmlich angepriesen. Trotzdem ist die Portion auch für gute Esser ausreichend – vor allem in Verbindung mit Vorspeise und Dessert.

Wir sind schon gut satt, aber Schokokuchen geht immer. Das Dessert ist locker-luftig und nicht zu süß, der obligatorische Espresso rundet das italienische Mahl gekonnt ab. Und von der Pinsa hat meine Begleitung auch einen Tag später noch etwas: Der aufmerksame Kellner hat ihr die Reste eingepackt und hilft ihr am Ende sogar noch in den Mantel.

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