An der Konrad-Adenauer-Allee in Heldenbergen ist gleich neben dem Hotel zum Ritter seit gut einem Jahr das mediterrane Restaurant „Anas“ beheimatet. Foto: HA

Nidderau

"Tischlein, deck dich": Das "Anas" in Heldenbergen

Nidderau. "Essen ist in Griechenland ein Ritual mit Familie und Freunden." Dieses Zitat aus der Speisekarte des "Anas" gibt treffend die Atmosphäre wieder, die an diesem Dienstag – und vermutlich auch an anderen Tagen – in dem griechischen Restaurant an der Konrad-Adenauer-Allee in Heldenbergen herrscht.

Hier scheint jeder, der sich zwischen zwölf und 14 Uhr zum Mittagstisch einfindet, jeden zu kennen, wie die lebhaften Tischgemeinschaften und der eine oder andere Plausch, den die Besucher im Vorbeigehen mit ihren Nachbarn halten, verraten.

Wir lassen uns von der freundschaftlichen Stimmung anstecken und nehmen an einem größeren Tisch Platz, an dem bereits einige Stammgäste sitzen. Zwar hat das „Anas“ erst vor gut einem Jahr als Nachfolgelokal der „Tafelrunde“ und der „Oberburg“ in den Räumen neben dem Hotel „Zum Ritter“ eröffnet, allerdings ist Inhaber und Küchenchef Tasos Konstatinidis vielen Nidderauern als früherer Betreiber des „Alt Wonnecken“ an der Uferstraße noch in guter Erinnerung, weshalb er auch keine Startschwierigkeiten hatte.

Auch unter der Woche gut besuchtAuch an diesem Dienstagmittag ist etwa die Hälfte der ins‧gesamt rund 80 Plätze des Gastraums besetzt, der mit weiß gestrichenen und antiken Ornamenten verzierten Mäuerchen und Stuckelementen an den Wänden geschmackvoll mediterran gestaltet ist. Die Theke präsentiert sich originell als Biberschwanz-gedecktes Fachwerkhäuschen.

Apropos geschmackvoll: Die Mittagskarte bietet für nur 8,90 Euro ein kleines Menü aus Vorspeisensuppe oder Beilagensalat zu einem Hauptgericht. Die Champignonsuppe kommt nicht wie oft üblich in einer cremigen Variante daher, sondern hat durch die fein gehackten frischen Pilzstückchen und aromatischen Kräuter eine interessante graupelige Konsistenz. Auch der Beilagensalat meiner Begleitung sieht knackfrisch aus und ist bunt zusammengestellt.

Nicht mit Knoblauch überlastetDie Hauptspeisen überzeugen ebenfalls. Das Bifteki ist mit zerbröseltem Schafskäse gefüllt. Von außen ist das Hacksteak in der Pfanne ordentlich angebraten, innen aber nicht zu trocken. Eine würzige Tomatensoße mit klein geschnittenen Frühlingszwiebeln und Paprika bilden die passende Ergänzung. Dazu gibt es leicht krosse Kartoffelscheiben und eine Tsatsiki, die glücklicherweise nicht mit Knoblauch überlastet, sondern fein abgeschmeckt ist, sodass die frische des Joghurts im Vordergrund steht. Die Hähnchenkeulenfilets meiner Begleitung kommen goldbraun auf den Teller und sind ebenfalls mit Schafskäse und Blattspinat gefüllt.

Ein Blick in die Speisekarte verrät, dass auch abends das Preis-Leistungsverhältnis stimmen dürfte. Der Bauernsalat (Choriatiki) kostet 9,50 Euro, der gegrillte Oktopus 16,50 Euro, das Lammfilet mit Rosmarinkartoffel und Thymian-Soße ist mit 21,50 Euro neben dem Rumpsteak vom Rind das teuerste Gericht auf der Karte. Beim Wein bleibt Betreiber Konstatinidis mit einer Auswahl an griechischen Rot- und Weißweinen seinem authentischen Konzept treu.

Man kommt gerne wiederDa wir gleich wieder an den Schreibtisch müssen, begnügen wir uns diesmal allerdings mit einem Wasser und einer Apfelschorle (0,4 Liter) sowie einem Cappuccino (alle Getränke jeweils drei Euro). Auch den Ouzo aufs Haus, mit dem unsere eingesessenen Tischgenossen im Beisein des Küchenchefs ihr Mittagsmahl begießen, lehnen wir für heute dankend ab. Für uns steht allerdings fest, dass wir gerne wiederkommen – schon allein, um uns auch abends von der Atmosphäre und der vielversprechenden Speisekarte zu überzeugen. Dann darf es natürlich auch ein Glas Wein sein.

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