Transporter, Lkw und Busse haben in Fahrtrichtung Rathaus bis zur Ampelkreuzung Beethovenallee durch den Wegfall der Linksabbiegerspur viel Platz auf ihrem Fahrstreifen. Im weiteren Verlauf verengt sich die Fahrbahn jedoch, sodass Radfahrer auf dem Schutzstreifen nicht mehr passiert werden können, ohne zum Überholen auf die Gegenfahrspur zu wechseln. In Gegenrichtung ist der Fahrbahnverlauf entsprechend. Dies ist von den Planern beabsichtigt, wie Verkehrsdezernent Rainer Vogel (Grüne) auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt. Fotos: Jan-Otto Weber

Nidderau

Stadtrat erläutert Absicht hinter Radschutzstreifen

Nidderau. „Wer hat sich nur den 'Radweg' Richtung Forum ausgedacht?“, fragt eine Nutzerin des sozialen Netzwerkes Facebook. „Der so genannte Radweg ist ja nicht mal einen Meter breit. Wer da lang fährt, ist lebensmüde. So ein Irrsinn.“

Von Jan-Otto Weber

Der Beitrag tritt eine lebhafte Diskussion um Sinn und Unsinn von Radschutzstreifen los, wie sie vor Kurzem im Auftrag der Stadtverwaltung auf der Konrad-Adenauer-Allee zwischen Heldenbergen und Windecken auf der Fahrbahn aufgetragen wurden.

„Es wird nicht lange auf sich warten lassen bis es den ersten verletzten Radfahrer gibt“, befürchtet ein Nutzer. „So wie das angelegt ist, sollte da Tempo 30 sein.“ – „Ist in Holland gang und gäbe“, entgegnet eine Diskussionsteilnehmerin. „Da funktioniert das prima so.“ Und eine andere Nutzerin pflichtet bei: „Wo ist das Problem? Auch ohne Markierungen würde ein Radfahrer mit Abstand zu überholen sein.“

Kritische Stelle: Der Radschutzstreifen endet aus Platzgründen vor dem Beethovenkreisel. Der Radfahrer darf den Kreisel wie bisher natürlich trotzdem durchfahren. Der vermeintliche Schutz ist allerdings weg (Foto: Jan-Otto Weber)

Das sieht auch Verkehrsdezernent Rainer Vogel (Grüne) so. „An der räumlichen Situation hat sich nicht viel geändert. Allerdings wurde man als Radfahrer früher von den Autos angehupt, wenn man auf der Straße und nicht auf dem kombinierten Rad- und Fußweg gefahren ist. Die Streifen sollen die Autofahrer dafür sensibilisieren, dass sie Rücksicht auf Radfahrer zu nehmen haben.“

Dass dabei auch das Tempo aus dem fließenden Verkehr herausgenommen wird, sei beabsichtigt, so Vogel. Denn durch die Bertha-von-Suttner-Schule, die Restaurants und Freizeiteinrichtungen wie Kino und Schwimmbad und natürlich das Einkaufszentrum gibt es ein hohes Aufkommen an Radfahrern und Fußgängern in der Neuen Mitte. Der Rückbau der ehemaligen Bundesstraße 45 mit den neuen Fußgängerquerungen, dem Blitzer und den Radschutzstreifen soll dieser Entwicklung Rechnung tragen. Zumal sich auch immer wieder Anwohner über Raser auf der Hauptverkehrsachse Nidder‧aus beklagen.

Kein Zwang: Trotz der neuen Radschutzstreifen auf der Fahrbahn dürfen Radfahrer auch weiterhin den kombinierten Rad- und Fußweg benutzen (Foto: Jan-Otto Weber)

„Es muss in den Köpfen der Autofahrer ankommen, dass das jetzt eine Ortsstraße und keine Bundesstraße mehr ist“, sagt Vogel. Aber auch an die Radfahrer soll ein Signal ausgehen. „Wir hoffen, dass wir durch den Schutzstreifen mehr Radfahrer auf die Straße bekommen. Vor allem morgens, wenn der kombinierte Rad- und Fußweg von Schülergruppen bevölkert ist, kommt man mit dem Fahrrad auf der Straße schneller vorwärts. Kinder und Senioren oder Radfahrer, die sich unsicher fühlen, dürfen aber weiterhin auf dem Radweg fahren.“

Sobald die Arbeiten an der Blockwohnbebauung am Stadtplatz abgeschlossen seien, werde auch dort in Fahrtrichtung Windecken sowohl die Markierung des Radschutzstreifens als auch die Lücke des von der Fahrbahn getrennten kombinierten Rad- und Fußwegs geschlossen, der im Zuge des Rückbaus der B45 von der Aral-Tankstelle her kommend verlängert wurde.

„Mittelfristig sind auch Radschutzstreifen auf der Fahrbahn zwischen Beethoven-Kreisel und Tankstelle, übergehend zur Friedberger Straße, geplant“, erläutert Vogel gegenüber unserer Zeitung. „Doch dazu muss zunächst die Trasse verbreitert werden. Das ist mittelfristig vorgesehen.“

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