Sie setzen auf Teamarbeit: Stadtbrandinspektor Christopher Leidner (links) und sein Stellvertreter Markus Müller vor dem Feuerwehrhaus in Heldenbergen. Foto: Jan-Otto Weber

Nidderau

Das sind die neuen Stadtbrandinspektoren in Nidderau

Nidderau. Ein Treffen mit der Zeitung? „Gern“, sagt Christopher Leidner am Telefon. „Aber nur gemeinsam mit meinem Stellvertreter Markus Müller.“ Es wird von vornherein deutlich, worauf das neue Führungsduo der Feuerwehr Nidderau größten Wert legt: auf offene Kommunikation und Teamgeist.

Von Jan-Otto WeberMit dieser Strategie waren die neuen Stadtbrandinspektoren bereits erfolgreich. Denn im Vorfeld ihrer Wahl bei der Jahreshauptversammlung der Nidderauer Feuerwehr am 7. Februar hatten sich Leidner und Müller als Bewerber gemeinsam bei den Stadtteilwehren vorgestellt. Der Lohn: Beide Kandidaten erhielten bei der geheimen Wahl jeweils über 100 Ja-Stimmen der rund 120 anwesenden stimmberechtigten Kameraden.

„Ich wohne erst seit fünf Jahren in Nidderau und habe deshalb nicht mit so viel Zustimmung gerechnet“, freut sich Christopher Leidner. „Wir wollen als Team vorangehen und gemeinsam mit den Kameraden in den Stadtteilen gute und begründbare Lösungen für unsere Feuerwehr Nidderau finden.“

Dass Leidner nicht aus Nidderau stammt, kann nach Ansicht von dessen Stellvertreter Markus Müller sogar von Vorteil sein. „Christopher ist nicht ortsteilgeprägt und hat noch mal einen neutraleren Blick auf die Dinge“, erklärt der Ostheimer.

Offene Art kommt zugute

Diese unvoreingenommene Einstellung und ihre angekündigte offene Art könnte der neuen Feuerwehrführung vor allem bei der Bewältigung der Probleme der Eicher Wehr zugute kommen. Zwischen Leidners Vorgänger Volker Reis und der Eicher Wehr war das Vertrauen zerstört. Grund waren Streitigkeiten um die Ausstattung der Wehr, die Dokumentation von Ausbildungszeiten sowie die jahrelange Hängepartie um den Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses und die davon abhängige Beschaffung eines neuen Löschfahrzeugs. Eichens Wehrführer Jens Racky wurde vom Magistrat abgesetzt, die Stelle ist nach wie vor vakant.

Am heutigen Freitag findet die Jahreshauptversammlung des Eicher Feuerwehrvereins statt. Vorsitzender Thomas Maxheim zeigte sich nach der Wahl des neuen Führungsduos zuversichtlich: „Mit der Wahl der neuen Stadtbrandinspektion sind wir guter Hoffnung, dass es auch für die Wehr in Eichen bald wieder vorwärts geht.“

Allerdings können auch Christopher Leidner und Markus Müller das neue Feuerwehrhaus nicht herbeizaubern. „Der Stadt sind aufgrund der vom Regierungspräsidium veranlassten Bodenuntersuchungen auf dem vorgesehenen Baugrundstück am Wiesengrund die Hände gebunden“, bedauert Leidner. „Dennoch stellt dieser Standort nach unserem Dafürhalten im Moment noch die schnellstmögliche Lösung dar. Sobald der Grundstein gelegt ist, können wir auch ein neues Fahrzeug für Eichen ordern. Wichtig ist, dass wir diesen Weg mit den Kameraden aus Eichen gemeinsam gehen.“

Mehrere Aufgaben auf der Agenda

Doch das Führungsduo hat noch mehr Aufgaben auf der Agenda. Schon im März steht für Leidner eine erste Fortbildung an. Denn für seine Funktion als Stadtbrandinspektor fehlen ihm noch einige Lehrgänge, die er binnen zwei Jahren zu absolvieren hat. Zum Beispiel der zum „Leiter einer Feuerwehr“, den auch Markus Müller noch belegen muss.

Zudem soll die städtische Satzung nach Mustervorlage des Landes aktualisiert werden, für die Drehleiter am Standort Windecken müsse rechtzeitig ein Nachfolgefahrzeug in Planung gehen, Win‧decken und Ostheim erhalten neue Löschfahrzeuge. Nicht zuletzt feiert die Wehr Ost‧heim in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen.Insgesamt sehen die Stadtbrandinspektoren die Feuerwehr Nidderau mit rund 200 Einsatzkräften und über 100 Kindern und Jugendlichen gut aufgestellt. Für den hohen Ausbildungsstand sorgt die Wehr auch mit Fortbildungen in den eigenen Reihen, etwa zu den Themen Kettensäge, Atemschutz oder Sprechfunk.

Nur ein großes Anliegen haben die beiden Feuerwehrleute noch: „Die Herausforderungen für uns als freiwillige Feuerwehren werden mit Brandbekämpfung und technischer Hilfeleistung bei Unfällen oder Unwettern immer komplexer. Im Gegenzug nimmt das Verständnis in der Bevölkerung immer mehr ab. Man kann gar nicht oft genug betonen, dass wir als Ehrenamtliche zum Wohl der Allgemeinheit unsere Freizeit investieren und unsere Gesundheit aufs Spiel setzen. In diesem Punkt müssen wir gerade bei Neubürgern, die aus der Stadt nach Nidderau ziehen, immer wieder viel Aufklärungsarbeit leisten.“

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