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So schützen Sie sich vor Betrug, Einbruch und Co

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Kriminalhauptkommissar Peter Bender (links) stellte beim Präventionstag unter anderem ein Sicherungssystem für Haustüren und Fenster vor.  Foto: Seifert
Kriminalhauptkommissar Peter Bender (links) stellte beim Präventionstag unter anderem ein Sicherungssystem für Haustüren und Fenster vor. Foto: Seifert

Nidderau. Wie schützt man sich vor Betrug, Einbruch und Co? Das haben die Besucher des „Aktionstag Rund um Sicherheit im Alltag" in Nidderau gelernt.

Von Thomas Seifert

Da hatten der Seniorenbeirat und Seniorenberaterin Christiane Marx einen guten Riecher, denn zum „Aktionstag Rund um Sicherheit im Alltag – Schutzmöglichkeiten vor Betrug, Einbruch und Co“ waren über 60 Bürger ins Familienzentrum gekommen. Die wurden von den Hanauer „Krawallcher“ gut unterhalten und von Kriminalhauptkommissar Peter Bender gut informiert.

Bei seiner Begrüßung stellte Erster Stadtrat Rainer Vogel fest, dass „Nidderau noch nie so sicher war, die Kriminalitätsrate im Vergleich zu umliegenden Gemeinde sehr gering ist“. Dr. Hans Georg Voelker, einer der Sicherheitsbeauftragten für Senioren in der Stadt – die beiden anderen sind Christa Zeller und Willy Rekers –, erinnerte die Senioren daran, dass ihnen im Alter schwindende Ressourcen zur Verfügung stünden.Unbewusste StrategienUm Defizite zu kompensieren, entwickelten Körper und Geist „unbewusst Strategien“. Die äußerten sich in Unsicherheit, übertriebener Vorsicht, Abneigung gegen Neues, Festhalten an Gewohnheiten und könnten bis zum Starrsinn ausarten.Ganoven würden sich diese Strategien zunutze machen und versuchen, das ausgeguckt Opfer aus der Normalität zu locken, zum Beispiel durch plötzliche Ansprache. Gesundes Misstrauen sei ein Abwehrverhalten, weitere Personen hinzuziehen eine andere, stellte Völker fest.Fingierte AnrufeMit zwei Sketchen gingen die vier „Hanauer Krawallcher“ auf Situationen ein, die Langfinger oder Betrüger bewusst inszenieren, um an das Geld ihrer Opfer zu kommen. Der Enkeltrick kam genauso ausführlich zur Sprache, wie Handtaschenraub oder der Trick mit Wasserglas oder Zettel.Fingierte Anrufe von scheinbar seriösen Menschen wie Sparkassenberatern wurden thematisiert und in vergnüglicher Art und Weise gleich Tipps vermittelt, wie man solche Tricks durchschaut. Man sollte keine Scheu haben, im Verdachtsfall auch dann die Polizei zu alarmieren, wenn man noch nicht geschädigt worden ist, so der Tenor der Mundartgruppe.Warnungen nützen nicht immer wasDem konnte Kriminalhauptkommissar Peter Bender vom Polizeipräsidium Südosthessen nur beipflichten. Solche Anrufe könnten sogar Straftaten verhindern. Je früher die Polizei von versuchten Trickdiebstählen oder anderen Straftaten erfahre, desto eher könnten die Beamten reagieren und durch Warnungen mögliche Gaunereien vereiteln.

Allerdings würden auch eindringliche Warnungen nichts nützen, wenn Leichtsinn oder Gedankenlosigkeit im Spiel seien. „Wenn wir für jeden außerhalb des Hauses versteckten Ersatzschlüssel einen Euro bekämen, wäre der heutige Nachmittag bereits bezahlt. Und wenn wir für jede ungesicherte Leiter oder Einstiegshilfe im Garten einen weiteren Euro bekommen würden, könnten wir auch noch eine Kaffeefahrt machen“, so der Experte.Grundregeln minimieren Risiko Man könne nicht jede Situation vorausschauend betrachten, und Rezepte für alle Lebenslagen gäbe es nicht, aber man könne ein paar Grundregeln beachten und so das Risiko minimieren, um Trickbetrügern oder Handtaschenräubern das Leben so schwer wie möglich zu machen, so Bender. Die aufmerksame Wahrnehmung der Umgebung und von Personen im direkten Umfeld sei etwa beim Einkauf, wo viele Menschen zusammen kommen, ein probates Mittel.Sich nicht von fremden Menschen ansprechen lassen oder nicht darauf reagieren, angebliche Amtspersonen sich ausweisen lassen und die Legitimation genauestens prüfen oder um eine Telefonnummer bitten, um nachprüfen zu können, ob das Gegenüber auch derjenige ist, der er behauptet zu sein, schlug Peter Bender als Prävention vor.Keine Fremden ins Haus lassenIm Zweifelsfall immer eine vertrauenswürdige Person hinzuziehen, nie fremde Personen in die Wohnung lassen, ruhig laut werden und Öffentlichkeit herstellen, das fürchteten Ganoven wie der Teufel das Weihwasser, weiß der Kriminalhauptkommissar aus Erfahrung.„Strukturieren sie ihren Tag, überlegen sie, wie viel Geld sie unbedingt zuhause oder im Geldbeutel haben müssen, entrümpeln sie Brieftasche oder Handtasche von Ausweispapieren, Kreditkarten und ähnlichem, was sie nicht unbedingt dabei haben müssen, wenn sie nur eine überschaubare Zeit das Haus oder die Wohnung verlassen“, riet Bender den Besuchern.Alle Tipps wären natürlich keine Garantie dafür, dass nichts passiert, aber sie vermittelten das Gefühl, Ganoven und Langfingern nicht hilflos ausgeliefert zu sein.

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