Seit Montag rollen die Baufahrzeuge in der Bahnhofstraße in Heldenbergen. Noch ist die Durchfahrt zum Bahnhof möglich, wenn auch mit Behinderungen. Ab kommendem Montag, 4. März, gilt dann bis zum Ende der Maßnahme im Sommer 2020 eine Vollsperrung. Für die Anlieger sollen die Grundstücke jedoch erreichbar bleiben. Foto: Jan-Otto Weber

Nidderau

Sanierung der Bahnhofstraße in Heldenbergen gestartet

Nidderau. Es ist so weit: Seit Montagmorgen rollen in der Bahnhofstraße in Heldenbergen die Baufahrzeuge. Bis Ostern verlegen die Kreiswerke Main-Kinzig von der Einmündung der Straße Am Lindenbaum bis zur Wingertstraße eine neue Wasserhauptleitung und erneuern einzelne Hausanschlüsse.

Von Jan-Otto Weber

Ab dem 23. April startet der Kanalbau der Stadtwerke Nidderau in Höhe der Feuerwehr bis zur Kreuzung Stifterstraße/Am Lindenbaum. Anschließend erfolgt die Erneuerung der Fahrbahn und der Gehwege zwischen Nidderbrücke und Wingertstraße.

„Wir gehen abschnittsweise vor, damit die Grundstücke für die Anwohner erreichbar bleiben“, erklärt Bernhard Lotz, Betriebsleiter der Stadtwerke. „Auch die Rettungswege und die Anfahrt für die Müllabfuhr sind geregelt. Falls Anwohner im Zeitraum der Vollsperrung Baumaßnahmen, Umzüge oder Heizöllieferungen planen, sollten sie sich mit uns in Verbindung setzen, damit wir das abstimmen können.“

Lange Zeit aufgeschoben

Seit Jahren wurde die Sanierung der Bahnhofstraße immer wieder aufgeschoben – meist aus Kostengründen. Das verärgerte Anwohner und Opposition im Stadtparlament seit Langem. Ständig entstanden neue Netzrisse und Schlaglöcher, die notdürftig geflickt wurden.

Im Juni 2018 fand dann auf Einladung der Stadt eine Anwohnerversammlung im Gemeindezentrum Brückenkirche statt, um die Ausbauvariante der überörtlich genutzten Straße im vorgesehenen 550 Meter langen Abschnitt zwischen Nidderbrücke und Wingertstraße festzulegen. Dass die Arbeiten nun starten, hat dann doch einige Bewohner in der Bahnhofstraße überrascht, wie etwa an Reaktionen in sozialen Netzwerken zu sehen ist.

„Tatsächlich hat die Firma, die für die Kreiswerke die Wasserleitung verlegt, wegen ihrer Auftragslage und der milden Witterung darum gebeten, schon eine Woche früher anfangen zu können“, erklärt Lotz. „Da haben wir natürlich nicht Nein gesagt, da das die Maßnahme insgesamt beschleunigt.“

Bitte um Verständnis

Grundsätzlich bittet Lotz jedoch die Anwohner, die so schnell wie möglich per Schreiben informiert worden seien, um Verständnis. „Die Auftragsvergabe nach Ausschreibung erfolgte Ende Januar durch die Gremien“, so Lotz. „Wir können aber keine Infos rausgeben, bevor nicht das Protokoll der Sitzung vorliegt. Und dann mussten wir noch den genauen Startzeitpunkt der Arbeiten mit der Firma Jökel aus Schlüchtern besprechen, die die Ausschreibung gewonnen hat.“

Dass sich die Sanierung der Bahnhofstraße immer wieder verzögert hat, bringt nun für die Anwohner auch einen großen Vorteil. Denn durch die vom Stadtparlament beschlossene Abschaffung der Straßenausbaubeiträge zum 1. Januar 2019 werden die Anwohner nicht an den Kosten beteiligt. Stattdessen trägt allein die Stadt – und damit der Steuerzahler – die Gesamtkosten von gut 1,7 Millionen Euro.

„Auf den Straßenbau entfallen 966 000 Euro“, erläutert Lotz. „Der Kanalbau schlägt mit 755 000 Euro zu Buche. Diese Investitionskosten laufen über den Abwassergebührenhaushalt.“

Gestaltung in enger Zusammenarbeit

Wie genau die Bahnhofstraße gestaltet werden soll, hat die Verwaltung in enger Absprache mit den Anwohnern festgelegt. Bei einer Versammlung im Juni 2018 im Gemeindezentrum Brückenkirche hatten sich die etwa 100 Bürger dafür ausgesprochen, die grundsätzliche Struktur der Straße zu erhalten. So sollen wieder wechselseitig Bäume in Baumscheiben gepflanzt werden.

Die Anzahl der bisherigen Stellplätze und die Fahrbahnbreite von 7,50 Meter bleiben bestehen. Durch den Ausbau der Bushaltestellen mit behindertengerechten Hochborden kommt es punktuell zu baulichen Fahrbahnverengungen, die aber ganz im Sinne der Anwohner auch zur Verkehrsberuhigung beitragen. Die Haltestellen werden aus Richtung Nidderbrücke kommend wechselseitig vor der Kreuzung Stifterstraße/Am Lindenbaum angelegt. Außerdem sollen sogenannte Querungsstellen für Fußgänger vorgesehen werden.

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