Voraussichtlich früher als geplant werden die Arbeiten auf der Großbaustelle Bahnhofstraße in Heldenbergen beendet werden können. Foto: Thomas Seifert

Nidderau

Sanierung der Bahnhofstraße Heldenbergen geht gut voran

Nidderau. Die Bauarbeiten in der Bahnhofstraße in Heldenbergen sind in vollem Gange und trotz einer unvorhergesehenen Verzögerung im Mai plant die beauftragte Firma bereits vor Juni 2020 die Arbeiten beenden zu können – falls der Winter keinen Strich durch die Rechnung macht.

Von Thomas Seifert„Die Tiefbauarbeiten laufen gut und sind im Zeitplan, obwohl die Firma im Mai erst einmal ein großes Problem lösen musste“, erklärt die stellvertretende Betriebsleiterin der Stadtwerke Nidderau, Daniela Wißner. „Ein nicht vorhersehbarer hoher Pegel der Nidder im Mai hatte zur Folge, dass der Regenwasserkanal im Baufeld durch den Rückstau einen extrem hohen Innendruck hatte und dadurch die Baugrube zeitweise geflutet wurde. Der Regenwasserkanal musste mehrmals mit einer fast ein Meter dicken Absperrblase abgedichtet werden, damit die Bauarbeiten fortgeführt werden konnten“, berichtet die Ingenieurin.

Diese unerwartete Verzögerung führte aber mitnichten dazu, dass die Baufirma hinter dem Zeitplan hinterherhinkt. Im Gegenteil: Sollte der Winter nicht unerwartet hart werden, „dann können die Arbeiten vor dem avisierten Termin Juni 2020 abgeschlossen werden“, macht Bauleiter Grau vor Ort auch den Anwohnern Hoffnung auf ein früheres Ende der Bauarbeiten, die doch mit Lärm und Staub verbunden sind. „Wir haben immer mindestens vier Mann im Einsatz, bei besonderen Arbeiten waren es auch bis zu zehn Arbeiter“, beziffert der Bauleiter den Personalaufwand.

Lob des Anwohners

„Wenn morgens um 7 Uhr das erste Mal die ausgebaggerten Gehsteigplatten auf die Ladefläche der Laster poltern, dann ist es mit der Nachtruhe vorbei“, stellt ein Anwohner fest. Aber man habe vorher gewusst, dass die Bahnhofstraße zur Großbaustelle wird, und die bringe nun einmal Unannehmlichkeiten für Anrainer mit. „Die Bauleute sind aber sehr fleißig und arbeiten effizient“, lobt der Anwohner.

„Wenn es Beschwerden von Bürgern gibt – und bislang gab es nur ganz wenige – versuchen wir, den Grund dafür sofort abzustellen“, versichert Bauleiter Grau. „Den Sommer über, wo es so trocken war, haben wir zum Beispiel die Fahrbahn immer wieder befeuchtet, damit die Staubbelästigung nicht so groß wird.“

In den letzten Tagen fanden in der Bahnhofstraße Kabelerneuerungsarbeiten durch mehrere Versorger wie die OVAG oder die Telekom statt. Für den Kabelbau wurde der nördliche Gehweg weitgehend aufgebrochen. Der Straßen- und Gehwegausbau startet nach Abschluss der Arbeiten der Versorger voraussichtlich Mitte September. Dafür wird die Asphaltschicht abgefräst, der Straßenraum ausgekoffert und wieder mit Schotter aufgefüllt, ehe dann der Unterbau eingebaut und die Deckschicht asphaltiert werden können.

Reduzierung der Geschwindigkeit

Versetzt angelegte Pflanzinseln sollen neben dem Aspekt der Gestaltung auch zu einer Reduzierung der Geschwindigkeit beitragen. Genauso wie die Fahrbahnverengungen durch die Bushaltestellen mit Hochbordausstieg. Ansonsten wird die Bahnhofstraße mit Gehsteigen auf der nördlichen und südlichen Seite ihr Gesicht nicht wesentlich verändern.

„Es sieht alles sehr gut auf der Baustelle aus“, lobt Ingenieurin Daniela Wißner, die im Rückblick auf den Austausch des Kanals und der Hausanschlüsse von einem ebenfalls zügigen Ablauf berichtet. Heldenbergens Ortsvorsteher Erich Lauer meint: „Es sieht gut aus, die Fortschritte sind sichtbar.“ Er findet es nur schade, dass die Bahnhofstraße nicht bis zur katholischen Kirche saniert wird, denn in dem Abschnitt von der Feuerwehr bis zur Friedberger Straße „ist die Straße ziemlich im Eimer“, so Lauer.

Das im Haushalt vorgesehene Budget wird nach derzeitigem Stand nicht überzogen, 966 000 Euro für den Straßenbau und 755 000 Euro für den Kanalbau sind eingestellt, wobei letztere über den Abwassergebührenhaushalt refinanziert werden. Die beste Nachricht für die Anlieger war aber, dass die Stadt mit Beginn des Jahres 2019 die Straßenbeitragssatzung abgeschafft hat und deshalb die Kommune die Kosten für die Sanierung voll übernimmt.

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