Noch Wunschdenken: Im Endausbau einer zentralen Sportstätte könnte auf 10,5 Hektar an der B45 Richtung Friedberg eine Leichtathletik-Arena (rechts) mit Naturrasen-Großspielfeld entstehen, dazu ein weiterer Naturrasenplatz und zwei Kunstrasen-Großspielfelder, ein Kleinspielfeld mit Kunstrasen etwa für Feldhockey sowie Basket- und Volleyball-Spielfelder, Trainings- und sechs bis acht Tennisplätze. Grafik: BPG/Foto: Rainer Habermann

Nidderau

Realisierung neuer Sportanlage Nidderau könnte zehn Jahre dauern

Nidderau. Seit vielen Jahren ist sie Thema der Stadt der fünf Orte: eine zentrale Sportanlage für alle. Oder besser: ein Stadion, das die Herzen aller örtlich gewachsenen Sportvereine höher schlagen lässt und auch dem Publikum ausreichend Raum bietet, nicht nur Fußball, sondern zahlreiche weitere Sportarten genießen zu können.

Von Rainer Habermann

Nun haben die BPG-Landschaftsarchitekten aus Biebertal ihre Machbarkeitsstudie im Sport- und Kulturausschuss (SKA) vorgestellt. Die Katze ist gewissermaßen aus dem Sack: 18,65 Millionen Euro wird ein Nidderauer Zentralstadion im Endausbau kosten, will man allen Wünschen gerecht werden.

Rein technisch ist eine solche zentrale Sportanlage machbar. Sie könnte idealerweise im Stadtteil Heldenbergen liegen, und zwar an der B45 in Richtung Friedberg, quasi gegenüber der KuS-Halle jenseits der Umgehungsstraße. Denkbar ist auch eine kleinere Variante als Erweiterung der bestehenden Sportplätze in Ostheim oder Heldenbergen.

Lange Jahre für große Fläche

Die Realisierung der großen Lösung könnte schon allein wegen der Erteilung der Baugenehmigung acht bis zehn Jahre dauern. Der Flächenbedarf für eine solche Anlage gemäß einer Bedarfsanalyse bei den Nidderauer Sportvereinen aus dem Frühjahr 2018 ist hoch: rund 10,5 Hektar (105 000 Quadratmeter) sind laut BPG zu veranschlagen.

Auf dieser Fläche könnten im Endausbau eine Leichtathletik-Arena mit Laufbahnen rund um ein Naturrasen-Großspielfeld entstehen, dazu ein weiterer Naturrasenplatz und zwei Kunstrasen-Großspielfelder, ein Kleinspielfeld mit Kunstrasen etwa für Feldhockey sowie Basket- und Volleyball-Spielfelder, Trainings- und sechs bis acht Tennisplätze.

Viel zu schaffen

Denkbar ist auch ein stufenweiser Ausbau, der in der Grundvariante (Leichtathletik-Arena mit Naturrasenplatz und extra Kunstrasenplatz) etwa 7,1 Millionen Euro kosten würde.

Diplomingenieur Michael Dorlas, Geschäftsleiter der BPG, die beispielsweise auch die neue Sportanlage auf dem Fliegerhorst-Areal in Erlensee konzipiert hatte, erläuterte vor dem SKA die weiteren Planungsgrundlagen. So wären rund 200 Pkw-Parkplätze zu schaffen, entsprechende Vereinsräume mit Gastronomie und Umkleiden sowie natürlich die sanitären Anlagen nebst weiteren Einrichtungen im Hochbau.

Bestehende Plätze umbauen

Die Finanzierung einer solchen Anlage soll zum Großteil über die Umwandlung der bestehenden Sportplätze in Ostheim, Windecken und Heldenbergen zu Wohnbau- beziehungsweise Gewerbeflächen gestemmt werden.

Eichen und Erbstadt stehen zunächst nicht im Fokus. Deren Fußballvereine hatten sich zuletzt für den Erhalt ihrer dezentralen Sportstätten ausgesprochen und auch ihre Vereinsheime saniert, um mittelfristig gerüstet zu sein.

Zwischenlösung wird benötigt

Angesichts des Zeitrahmens für die Realisierung drängten die Vertreter der übrigen Sportvereine im Ausschuss auf eine Zwischenlösung, da wegen der maroden Spielstätten ein Weggang der Aktiven drohe. „Bis ein neues Sportzentrum entsteht, gibt es uns nicht mehr“, ließen sich die Befürchtungen vieler Vereine zusammenfassen.

Wobei die sportliche Seite in Nidderaus Fußballergemeinde eher positiv erscheint, zumindest im Hinblick auf den Nachwuchs. Dort besteht bereits eine stadtweite Spielgemeinschaft, der sich zur nächsten Saison wohl auch Windecken anschließen wird. Bis hin zu einem „1. FC Nidderau“ auch im Seniorenbereich scheint der Weg nicht mehr weit.

Ein Beschluss wurde gefasst

Klar scheint zunächst nur eines, und dazu hatte der Magistrat bereits in einer nichtöffentlichen Sitzung am 29. April angesichts der zweistelligen Millionensumme eine Meinung gefasst: Eine Vorfinanzierung durch die Stadt, bevor ein Verkaufserlös aus nicht mehr benötigten Flächen finanziell zur Verfügung steht, kommt nicht in Frage. So ähnlich formulierte es zumindest der Erste Stadtrat Rainer Vogel (Grüne), der neben Stadtrat Hanstheo Freywald (SPD) den Magistrat vertrat.

Der SKA fasste einstimmig einen Beschluss und folgte damit dem Magistratsvorschlag. Ein Arbeitskreis soll gebildet werden, dem neben städtischen Vertretern auch Mitglieder aller Nidderauer Sportvereine angehören sollen.

Arbeitskreis als Lösung

Und dieser Kreis soll beraten, wie sich die weitere Planung anhand der Machbarkeitsstudie der BPG gestaltet. Ob beispielsweise auch Zwischenlösungen gefunden werden können, die dem Sanierungsbedarf mancher Sportplätze entgegenkommen, und die einen Kunstrasenplatz – Hauptproblem im Nidderauer Fußball – auch schon kurzfristig möglich machen.

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