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Ostheimer Bahnhof kommt unter den Hammer

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Neuer Eigentümer gesucht: Der Ostheimer Bahnhof wird am 31. März in Berlin versteigert. Mindestens 29 500 Euro will die Bahn für das denkmalgeschützte Gebäude. Archivfoto: Bongartz
Neuer Eigentümer gesucht: Der Ostheimer Bahnhof wird am 31. März in Berlin versteigert. Mindestens 29 500 Euro will die Bahn für das denkmalgeschützte Gebäude. Archivfoto: Bongartz

Nidderau. Gute Aussichten für das Sorgenkind der Stadt: Der Ostheimer Bahnhof, der sich seit geraumer Zeit in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand befindet, soll an einen Privateigentümer versteigert werden. Das denkmalgeschützte Gebäude kommt am 31. März in einem Berliner Auktionshaus unter den Hammer.

Von Jasmin Di Cara

Seit Jahren fristen die Bahnhöfe in Nidderau ein trauriges Dasein. Die Zustände sind miserabel, die Gebäude baufällig. Nachdem die Bahnhöfe in Eichen und Heldenbergen bereits in Privatbesitz übergegangen sind und nun Schritt für Schritt saniert werden sollen, ist jetzt auch Ostheim dran. Sehr zur Freude der politischen Gremien, die bereits vor einigen Wochen versucht hatten, über die Untere Denkmalschutzbehörde Druck auf die Deutsche Bahn als Eigentümerin auszuüben.„Das ist eine sehr gute Nachricht“, sagt der Struktur- und Bauausschussvorsitzende Helmut Brück (SPD) im Gespräch mit unserer Zeitung. „Der Bahnhof in Ostheim befindet sich in einem sehr schlechten Zustand, da muss dringend Abhilfe geleistet werden.“Wasser schädigt Bausubstanz Eindringendes Regenwasser schädigt die Bausubstanz. Fehlende Dachziegel, eine defekte Regenrinne und Pflasterabsenkungen sind nur einige der weiteren Mängel. „Umso erfreulicher ist nun die Entscheidung der Bahn, das Gebäude an einen Investor zu verkaufen, der das Gebäude komplett sanieren will“, so Brück.Er führt die Reaktion der Deutschen Bahn auf das beratende Gespräch zurück, das Mitte Dezember zwischen der Denkmalschutzbehörde, dem Eigentümer und der Verwaltung vor Ort geführt wurde. Die Bahnvertreter hatten damals zugesagt, die gröbsten Mängel bis zum Frühjahr zu beseitigen – von einer kompletten Sanierung war jedoch nie die Rede.Entscheidung am 31. MärzFür das Gebäude wünscht sich Brück daher einen „idealistischen“ Erwerber wie in Eichen: „Der neue Eigentümer dort gibt sich alle Mühe. Er hat bereits das Dach ausgetauscht und die Front herausgeputzt“, lobt er. „Man sieht, dass sich dort etwas tut.“Wer der neue Besitzer des Ostheimer Bahnhofs sein wird – und ob es überhaupt zu einem Verkauf kommt –, wird sich am 31. März zeigen. Einige Ostheimer Bürger scheinen das Projekt jedoch gerne selbst in die Hand nehmen zu wollen.Kommt die Interessengemeinschaft?„Es gibt Überlegungen, in Ostheim eine Interessengemeinschaft zu gründen“, berichtet der Bauausschussvorsitzende. „Das Gebäude könnte dann von einem Förderverein, über Mitgliederbeiträge, Sponsoren und Spender finanziert werden. Das wäre natürlich auch toll.“ Die Pläne seien jedoch nicht konkret, er habe lediglich auf Facebook davon gehört.

Dass die Stadt in das Bieterverfahren einsteigt, ist in den Augen des Bauausschussvorsitzenden eher unwahrscheinlich. Dazu hätten im Stadtparlament allerdings auch noch keine Beratungen stattgefunden. „Da müsste viel Geld in die Hand genommen werden.Eins von 40 ObjektenMit dem Versteigerungshöchstgebot ist es nicht getan – der Bahnhof müsste auch noch nach den entsprechenden Vorgaben der Denkmalerhaltungslast in Ordnung gebracht werden.“ Zudem gebe es Wildwuchs und keine Möglichkeiten für Menschen mit Behinderungen.„Da wüsste man gar nicht, wo man anfangen und wo man aufhören soll. Ich glaube nicht, dass die Stadt so viel Geld selbst in die Hand nehmen kann“, so Brück. Umso mehr hoffe er auf eine glückliche Investorenlösung. Der Ostheimer Bahnhof ist eines von 40 Objekten, die am 31. März ab 14 Uhr im Auktionshaus Karhausen in Berlin unter den Hammer kommen.Mindestens 29 500 EuroMindestens 29 500 Euro zuzüglich Courtage ruft die Deutsche Bahn für das Gebäude mit einer Nutzfläche von rund 440 Quadratmetern inklusive 615 Quadratmetern Grundstück auf. „Das Ganze kann man sich wie eine Kunstauktion vorstellen“, erklärt der öffentlich bestellte Auktionator Matthias Knake auf Anfrage unserer Zeitung.„Das ist eine richtige Versteigerung vor Ort und keine, bei der man vor dem Computer sitzt und im Internet mitbietet. Wir haben einen Auktionator, der den Hammers schwingt, und einen Notar, der den Kaufvertrag beglaubigt.“Anzahlung von zehn Prozent nötigMitbieten könne jeder, der eine gute Bonität aufweise und eine Anzahlung in Höhe von zehn Prozent leisten könne. Für Bieter, die nicht persönlich an der Versteigerung teilnehmen könnten, bestehe die Möglichkeit, spätestens zwei Tage vor der Auktion einen schriftlichen Bietungsauftrag zu erteilen oder sich vorab als Telefonbieter beim Auktionshaus registrieren zu lassen.Trotz des Sanierungsaufwandes sieht Knake gute Chancen bei der Vermarktung des Ostheimer Bahnhofs. „Die Lage nahe Hanau und nur rund 30 Kilometer von Frankfurt am Main hat immerhin schon 17 Interessenten auf den Plan gerufen.“

Ein ausführliches Exposé, in dem auch die Vertragsbedingungen der Deutschen Bahn enthalten sind, erhalten Interessenten unter Telefon 0 30/8 90 48 56 oder per E-Mail an info@karhausen-ag.de. Auch Besichtigungstermine können vor der Auktion vereinbart werden.

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