Noch bevor man von Erbstadt her kommend die B521 nach Eichen überquert, liegt rechter Hand das Areal, auf dem ein Mischgebiet entstehen könnte. Durch seine erhöhte Lage gibt es jedoch noch einige Fragen zur Entwässerung des Areals zu klären. Archivfoto: Seifert

Nidderau

Ortsbeirat Eichen: Bürger wollen Klarheit über Mischgebiet

Nidderau. Es ist eine Frage, die nicht nur in Eichen seit Jahren kontrovers diskutiert wird: Soll jenseits der B521 ein Mischgebiet entwickelt werden oder nicht? Die Bürger wollen Klarheit über die Verhandlungen mit dem Investor.

Von Jan-Otto Weber

Rund 50 Besucher beider Lager der Befürworter und Gegner des Mischgebiets waren diese Woche zum Ortsbeirat erschienen. Was sie derzeit eint: Sie wollen endlich Infos über den Verhandlungsstand zwischen Stadt und Investor.

Lebhafte Diskussion ohne Aggressionen

„Es war eine lebhafte Sitzung, aber ohne Aggressionen“, berichtet CDU-Ortsbeirätin Lucia Wörner-Böning. „Der Wunsch bei den Eichern nach Informationen ist groß, egal ob sie für oder gegen das Mischgebiet sind.“ Böning, die auch Mitglied der Bürgerinitiative „Ja zum Mischgebiet an der B521“ ist, hatte sich dafür eingesetzt, das Thema auf die Tagesordnung des Ortsbeirates zu nehmen. „Die Leute sprechen mich oft an und fragen, wie denn jetzt der Sachstand ist. Ich wollte, dass jemand aus der Verwaltung gehaltvolle Informationen vorträgt.“

Gerüchte erhitzen Gemüter

Tatsächlich schießen die Gerüchte über das Projekt ins Kraut. Neben der Bürgerinitiative für das Mischgebiet, die darin Entwicklungschancen für den Stadtteil sieht, gibt es auch die Eicher Gruppe „Sprunglos glücklich“, die sich gegen die weitere Versiegelung von landwirtschaftlich hochwertigen Flächen ausspricht. Hinzu kommen die politischen Parteien, von denen die SPD einem Mischgebiet kritisch gegenübersteht, während die CDU es tendenziell befürwortet. Flugblätter, Pressemitteilungen und Leserbriefe erhitzen immer wieder die Gemüter.

Stadt will Klarheit über Folgekosten

Zumindest konnte Ortsvorsteher Sam Pfeiffer (SPD) am Dienstagabend nach Rücksprache mit der Verwaltung einige Punkte benennen, die derzeit noch zwischen Stadt und Investor zu klären sind. Dabei geht es offenbar in erster Linie um die Folgekosten der Entwässerung, die auf die Stadt zukommen. Denn obwohl der Investor anbietet, das Mischgebiet auf eigene Rechnung komplett zu erschließen, will die Stadt sichergehen, dass der Unterhalt des neu geschaffenen Kanal- und Straßennetzes auch über die zu erwartenden kommunalen Steuereinnahmen und Gebühren gedeckt ist. Auf dieser Grundlage sollen die politischen Gremien dann über das Projekt beraten.

Entwässerung ist zentrale Frage

Die Menge des abzuführenden Wassers spielt bei der Kosten-Nutzen-Analyse eine wesentliche Rolle. Deshalb soll etwa der Flächenversiegelungsgrad des Mischgebiets vorab genau definiert werden. In Rede stehen auch der Bau eines Rückhaltebeckens und die Frage, ob das bestehende Kanalnetz im Eicher Ortsgebiet die zusätzlichen Abwassermengen aus dem höher gelegenen Areal an der B521 fassen kann.Wie Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) vergangene Woche gegenüber unserer Zeitung erklärte, warte die Verwaltung derzeit noch auf entsprechende Angaben des Investors. Eine CDU-Anfrage zu diesem Thema wurde in der Stadtverordnetensitzung am vergangenen Donnerstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit beraten. Auch Eichens Ortsvorsteher Pfeiffer konnte am Dienstag im Ortsbeirat keine weiteren Angaben zu dem Thema machen.

Ortsbeirat fordert Infoveranstaltung

„Am Ende waren wir uns einig, dass die Verwaltung im Rahmen einer Informationsveranstaltung den Bürgern offenlegen soll, wie der Stand der Dinge ist“, so Pfeiffer. „Auch die Anwesenheit des Investors wäre dabei wünschenswert. Diese einheitliche Forderung des Ortsbeirats geben wir an den Magistrat weiter.“

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