Hallen- und Freibad sowie die Sauna im Nidderbad erfreuen sich in der Bevölkerung großer Beliebtheit. Foto: Jan-Otto Weber

Nidderau

Nidderbad wird wegen Sanierung bis zu vier Wochen schließen

Nidderau. Das Nidderbad erfreut sich hoher Beliebtheit in der Bevölkerung, und zwar weit über die Stadtgrenzen hinaus. Erst kürzlich konnte Betriebsleiter Harald Rühl gemeinsam mit Bürgermeister Gerhard Schultheiß den sechsmillionsten Badegast begrüßen und mit einer Saisonkarte beschenken.

Von Jan-Otto Weber

Rund 150 000 Besucher zählt das Bad im Jahr, im Rekordsommer 2018 waren es sogar über 160 000. Die Auslastung kann sich mit 16 Schulen und einer Reihe an Vereinen sehen lassen.

Rückschläge durch Verdacht auf Legionellenbefall

Doch in den letzten Monaten erleidet das Bad immer mal wieder Rückschläge durch den Verdacht auf Legionellenbefall. Die Folge sind jeweils wochenlange Schließungen, bis eine weitere Beprobung Entwarnung gibt. „Wir sind immer offensiv damit umgegangen und haben jeden Fall mit größter Vorsicht für die Gesundheit unserer Badegäste untersucht“, sagt Rühl. „Die genaue Ursache kennen wir nicht. Aber wir wollen die Probleme jetzt endlich loswerden.“

Rühl und seine Mitarbeiter planen deshalb eine Überholung der Filteranlage für das Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken im Hallenbad. Denn das Nidderbad wurde zwar in den Jahren 2010 bis 2012 saniert, jedoch nicht in allen Bereichen. „Filteranlagen werden heute anders gebaut, und auch die Vorschriften zur Beprobung der Wasserqualität haben sich seitdem verändert“, erläutert Rühl. „Das System funktioniert zwar insgesamt, aber wir wollen an der ein oder anderen Stelle nachbessern.“

Sanierungsmaßnahmen bewilligt

Landrat Thorsten Stolz hat vergangene Woche mitgeteilt, dass das Land Hessen aus seinem Schwimmbadinvestitions- und Modernisierungsprogramm (SWIM) 40 000 Euro für die Sanierungsmaßnahme bewilligt hat. Planung und Ausschreibung sollen nun so schnell wie möglich auf den Weg gebracht werden. „Ideal wäre eine Sanierung zu Beginn der Freibadsaison ab Mitte Mai“, so Rühl. „Dann könnten die Besucher auf das Freibad ausweichen. Denn das Hallenbad müsste während der Arbeiten für drei bis vier Wochen geschlossen bleiben.“

Konkret soll das Filtermaterial in den Reinigungstanks ersetzt werden. Dabei handelt es sich vereinfacht gesagt um eine etwa 50 Zentimeter starke Kohleschicht und eine ein Meter dicke Schicht aus Sand und Kies, durch die das gechlorte Wasser aus dem Schwimmbadbecken von oben nach unten durchsickert. Zudem werden die Düsen für die Rücklaufspülung am Boden der Tanks überprüft, um mögliche Keimherde auszuschließen.

Künftig soll diese Spülung, die den herausgefilterten Schmutz aus den Tanks bringen soll, mit einer zusätzlichen Chlorzufuhr durchgeführt werden. Zudem soll bei der Rückführung des gereinigten Wassers in das Schwimmbecken auf der langen Rohrleitungsstrecke ein zusätzlicher Desinfektionspunkt eingerichtet werden. „Jedes Becken hat eine eigene Anlage“, erläutert Rühl. „Das Wasser im Schwimmerbecken läuft innerhalb von dreieinhalb Stunden einmal komplett durch.“

Kosten fünfstellig

Rühl schätzt die Kosten für die Arbeiten grob auf einen mittleren fünfstelligen Betrag. „Dazu müssen wir aber das Ergebnis der Ausschreibung abwarten. Sollte einer der Düsenböden in den Reinigungstanks defekt sein, kann es auch teurer werden. Das sieht man eben erst, wenn man die Anlage auf hat.“

Das Thema wird auch die Schwimmbadkommission beschäftigen, die auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung wieder eingerichtet wird. Betriebsleiter Rühl begrüßt diesen Schritt. „Es ist einfacher, wenn man mit der Politik direkt kommunizieren kann und nicht alles nur per E-Mail läuft. Man kann Dinge besser erklären und Nachfragen direkt beantworten.“ Für die Kommission wird die Sanierung der Filteranlage also quasi zur Freischwimmerprüfung.

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