Anwohner haben die insgesamt acht verletzten Tiere zu einer Pflegestation und einer Tierärztin gebracht.
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Anwohner haben die insgesamt acht verletzten Tiere zu einer Pflegestation und einer Tierärztin gebracht.

Kripo Hanau ermittelt

Schüsse im alten Ortskern: Unbekannter jagt Tauben in Eichen

  • vonThomas Seifert
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Im Stadtteil Eichen geht ein Taubenhasser um. In den vergangenen Tagen – seit Sonntag, 8. November – wurden im Bereich Kleine Gasse, Höchster Straße und Oberdorfweg insgesamt acht angeschossene Tiere gefunden. Die letzten Vorfälle datieren vom Samstag und Sonntag, 14. und 15. November. Die Polizei ist informiert.

Nidderau – Eine Bürgerin hat an jenem 8. November bei einem Spaziergang mit ihrem Hund zum ersten Mal verletzte Tauben gefunden. Vier Tiere hatten Wunden, die von sogenannten Diabolo-Geschossen herrührten, einer Munition für Luftgewehr oder Luftpistole. Am vergangenen Samstag entdeckte die Bürgerin dann in der Schulstraße gegen 21.30 Uhr, etwa 80 Meter vom ersten Fundort entfernt, eine weitere angeschossene Taube, die sich, so vermutet die Frau, dorthin geschleppt hatte. Einen Tag später, am Sonntag, fand dann eine Familie, die in der Kleinen Gasse wohnt, gegen 16.30 Uhr drei weitere angeschossene Tauben. Sieben der Tiere wurden zu einer Pflegestation nach Ortenberg-Eckartshausen gebracht, eine Taube wurde von einer Tierärztin in Hofheim am Taunus versorgt.

Diese Diabolo-Geschosse wurden den angeschossenen Tauben entfernt.

„Da sieben der Tauben in einem Vorgarten an der Kreuzung der drei Straßen gefunden wurden, gehe ich davon aus, dass der Täter dort in der Nähe wohnen muss“, so die Eicherin, die sich an unsere Redaktion gewandt hat. „Denn eine Luftgewehrwaffe hat keine große Reichweite, und die Durchschlagskraft lässt mit zunehmender Distanz nach. Aufgrund der Verletzungen der Tauben müssen die Schüsse aus relativ kurzer Entfernung abgegeben worden sein.“

Laut Bürgerin kämen nur sechs Wohnhäuser in Frage

Da die Tauben in der Regel auf einem Scheunendach in der Kleinen Gasse sitzen, geht die Frau davon aus, dass der Täter sich auch in diesem Umfeld aufhält. „Eigentlich kommen nur sechs Wohnhäuser in Frage, von wo aus man auf die Tauben aus drei verschiedenen Richtungen schießen könnte“, meinte die Bürgerin.

Kein schöner Anblick: Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Verstoß’ gegen das Tierschutzgesetz.

Abgesehen davon, dass diese Tierquälerei eine Straftat darstellt und deshalb die Polizei in Hanau eingeschaltet worden ist, weist die Bürgerin darauf hin, dass dort der Weg zur Schule, zum Kindergarten, zur Mehrzweckhalle und zum Spielplatz verläuft und viele Eicher diesen Weg zum Spazieren an der Nidder nutzen. „Jetzt kann man zu Tauben stehen, wie man will, jedoch kann nicht im Wohngebiet wild herumgeschossen werden“, stellt die Frau fest, die auch über Facebook die Vorfälle publik gemacht hat. Sie hofft, dass die Ermittlungsbeamten auf diesem Weg Hinweise auf den Täter bekommen, um ihm sein Handwerk legen zu können.

Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte die Pressestelle des Polizeipräsidiums Südosthessen am Montag den Eingang der Anzeige. Die Kriminalpolizei Hanau ermittle nun wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und der Tötung von Wirbeltieren. Zudem müsse der Waffenbesitz geklärt werden. Hinweise nimmt die Polizei unter 06181 100-123 entgegen.

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