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Nidderau: Nidder-Bühne und Schlossberg-Theater trotzen der Pandemie

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Marina und Wolfgang Griepentrog vom Schlossberg-Theater symbolisieren in dieser Szene in einem Kloster Figuren ihres aktuellen Stückes „Guns´n´Nuns“.
Marina und Wolfgang Griepentrog vom Schlossberg-Theater symbolisieren in dieser Szene in einem Kloster Figuren ihres aktuellen Stückes „Guns´n´Nuns“. © Georgia Lori

Kulturschaffende trifft es in der Krise besonders hart. Doch Nidderaus Theaterbühnen lassen sich in der mit ständig wechselnden Auflagen verbundenen Corona-Krise nicht unterkriegen. Sie bündeln neue Ideen mit Initiative, um ihr Publikum auch weiterhin zu erfreuen.

Nidderau – Die Verantwortlichen des Schlossberg-Theaters und der Nidder-Bühne machen mit ihren Plänen und neuen Stücken Hoffnung für die Zukunft der Kultur in ihrer Kommune. Hoffnung auf Eigeninitiative. Auch in schwierigen Zeiten sind sie nicht gewillt, „den Kopf in den Sand zu stecken“.

Marina Griepentrog, die mit ihrem Ehemann Wolfgang Anfang 2021 das Schlossberg-Theater gründete, sieht den neuen Verein mit einem anderen Konzept als Ergänzung zur seit 1985 bestehenden Nidder-Bühne, die ihrerseits als Abteilung der Sängervereinigung Windecken gegründet wurde. „Wir konzentrieren uns auf Open-Air-Veranstaltungen im Sommer und in Innenräumen nur auf kurze Stücke“, sagt Griepentrog.

Großes Stück für den Sommer geplant

Für den Sommer sei wieder ein großes Stück geplant. Die Kriminalkomödie „Guns ‘n’ Nuns“ von Kai Hinkelmann beschäftigt sich mit einem Bankraub, der erheblich schiefgelaufen ist. Die Gauner, die auf ihrer Flucht Unterschlupf in einem italienischen Nonnenkloster suchen, sorgen für viel Verwirrung. Darüber hinaus erleben die Zuschauer echte und falsche Nonnen, Bankräuber und korrupte Polizisten im Kampf um das Überleben und die nötige Gottesfurcht.

Griepentrogs Beschreibung ist enthusiastisch. Proben haben aber noch keine stattgefunden. Aktuell werden weibliche und männliche Mitspieler gesucht, und es wird derzeit wegen der Corona-Entwicklung von Proben in der Gruppe abgesehen. „Wir legen allergrößten Wert auf Sicherheit, dass alle Darsteller geimpft und geboostert sind“, sagt Griepentrog.

Die Aufführungen sollen im Juli stattfinden, voraussichtlich im Garten von Burg Wonnecken. Griepentrog zeigt sich optimistisch, dass die Infektionszahlen wie auch im vergangenen Jahr im Sommer wieder sinken. Als Bereichsleiterin im Landesverband hessischer Amateurtheater berichtet sie zudem, dass alle Bühnen für dieses Jahr Stücke planen. Das Publikum sei für Angebote im Bereich Kultur sehr dankbar.

Darsteller und Verantwortliche der Nidder-Bühne sind auch nach fast vier Jahrzehnten optimistisch und brechen eine Lanze für die Kultur.
Darsteller und Verantwortliche der Nidder-Bühne sind auch nach fast vier Jahrzehnten optimistisch und brechen eine Lanze für die Kultur. © Georgia Lori

Auch die Nidder-Bühne steht nicht hintenan. Wie Dagmar Waag, Leiterin des Jugendtheaters „Einakter“ der Nidder-Bühne, erklärt, werden sogar am 30. Januar zwei kurze Stücke von der Gruppe aufgeführt. Die Erwachsenen der Nidder-Bühne geben im Anschluss „Das blaue Wunder“ von Andreas Kroll. So zumindest ist der Plan. Die Aufführungen an diesem Sonntag, 23. Januar, wurden kurzfristig am Freitagabend abgesagt.

Mit Jugendlichen über Improvisation Stück entwickelt

„Schon letztes Jahr haben wir in der schlimmen Phase der Krise damit begonnen, über Zoom-Meetings digitale Spielereien zu kreieren. Die Jugendlichen improvisierten und gestalteten so eine Episode“, erzählt Waag. Sie nahm diese auf, schrieb mit und machte daraus eine Szene. Aus diesen Einfällen entwickelte sich das komplette Stück „Wandern, Likes und Bärchenwurst“. Aktuell wirken acht Darsteller mit. Einige sind abgesprungen. Neue Darsteller sind willkommen. Geprobt wird immer donnerstags von 17 bis 18.30 Uhr in der Willi-Salzmann-Halle in Windecken.

Regisseurin und zweite Vorsitzende Martina Sonntag spricht in normalen Zeiten von einem großen, abendfüllenden Stück einmal im Jahr. Aufgrund von Corona sei dies nun bereits im zweiten Jahr ausgefallen. Da die Spielfreude aber nach wie vor vorhanden ist, proben die Darsteller zunächst ein 45-minütiges Stück, „damit wir langsam wieder reinkommen und dies im kleineren Rahmen aufführen können“. Gemeinsam mit dem 45-minütigen Stück der Jugendlichen ergibt dies in Summe ein abendfüllendes Programm.

Dringend Darsteller gesucht

Geplant sei auch wieder, ein längeres Stück einzustudieren. Allerdings fehlten dringend weibliche und männliche Darsteller. Zur Probe kommen dürfe nur, wer geboostert sei. Einige Leute seien abgesprungen, andere hoch motiviert. „Bei vielen Leuten ist die Luft raus. Wenige soziale Kontakte über eine so lange Zeit zermürben die Menschen. Die, die jetzt aktiv sind, sind aber guten Mutes“, sagt Sonntag.

Das aktuelle Stück beschäftigt sich mit der Frage, was wäre, wenn die Zeit zurückgedreht werden könnte und wenn das Geschehene verbessert werden könnte. Das Schlossberg-Theater sieht Sonntag nicht als Konkurrenz an, stellt vielmehr die Frage, warum ein Ort denn nicht zwei Theatergruppen haben solle? Es gebe schließlich auch mehrere Chöre vor Ort. Jeder finde seine Nische.

Aufführungen an diesem Wochenende

Das Stück „Das blaue Wunder“ der Nidder-Bühne wird nach aktuellem Plan am 30. Januar im Bürgerhaus Ostheim aufgeführt. Die für den 23. Januar geplante Vorstellung wurde am Freitagabend kurzfristig abgesagt. Einlass ist um 16 Uhr, Beginn um 17 Uhr. Der Kartenpreis liegt bei acht Euro, Kinder bis zehn Jahre sind frei. Für den Besuch gilt die 2G-Plus-Regelung. Bei Nachweis einer Booster-Impfung entfällt der Negativtest. (Von Georgia Lori)

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