Das neue Feuerwehrhaus in Eichen hat insgesamt gut zwei Millionen Euro gekostet. Es bietet Platz für drei Fahrzeuge.
+
Das neue Feuerwehrhaus in Nidderau-Eichen hat insgesamt gut zwei Millionen Euro gekostet. Es bietet Platz für drei Fahrzeuge.

Feuerwehr

Nidderau: Neubau des Gerätehauses in Eichen nach zwölfjähriger Planungsgeschichte übergeben

Die feierliche Einweihung des Feuerwehrgerätehauses schließt ein langes, nicht immer ruhmreiches Kapitel Eicher Dorfgeschichte ab. Der Bau des Feuerwehrgerätehauses an der Straße „Im Wiesengrund“ hat eine lange Vorgeschichte.

Nidderau – „Es ist ein guter Tag für die Feuerwehr und für den Stadtteil Eichen, aber selten habe ich einen Bau erlebt mit so vielen Irrungen und Wirrungen, wie bei diesem Feuerwehrgerätehaus“, erinnerte sich Ehrenbürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) bei der Einweihung der schmucken Feuerwehrwache am Dienstagnachmittag vor mehr als 50 Gästen. Die ersten Pläne für einen Neubau wurden bereits 2009 geschmiedet. Zu diesem Zeitpunkt wurde als Standort der Sprung über die Bundesstraße 521 erwogen. Doch der politische Wind drehte sich.

Die Hälfte der Amtszeit als Bürgermeister war Gerhard Schultheiß mit dem Feuerwehrhaus Eichen befasst.

Nach vielem Hin und Her, bei dem zeitweise fünf Standorte zur Diskussion standen und in dessen Folge es zu harten persönlichen Auseinandersetzungen und sogar zur zeitweisen Spaltung der Dorfgemeinschaft kam, wurde als Standort das ehemalige Dillmann-Gelände im Wiesengrund ausgewählt. Doch die Diskussion wollte nicht verstummen, denn schnell war die Rede vom gesundheitsgefährdenden Boden aufgrund von Altlasten. Umfangreiche Untersuchungen zögerten den Bau weitere zwei Jahre hinaus.

Über die Jahre mehrere Standorte und Planungsvarianten

Der zunächst geplante Umbau einer ehemaligen Firmenhalle zum Gerätehaus wurde mit dem Entschluss der Firma Jung & Schmitt, ihren Betrieb auf dem Nachbargelände aufzugeben, fallengelassen. Es wurde erneut umgeplant und schließlich in nur 14 Monaten der Neubau errichtet. Die Eicher Feuerwehr war von Beginn an in die Planung einbezogen und konnte Wünsche äußern. Besonders engagiert zeigte sich dabei der langjährige stellvertretende Wehrführer Max Gruber, wie bei der Einweihungsfeier von mehreren Rednern immer wieder betont wurde.

Bei der Schlüsselübergabe für das neue Feuerwehrhaus: Landtagsabgeordneter Max Schad (CDU), Landrat Thorsten Stolz, Ortsvorsteher Sam Pfeifer, Stadtverordnetenvorsteher Jan Jakobi, Bürgermeister Andreas Bär, Ehrenbürgermeister Gerhard Schultheiß (alle SPD), Eichens Wehrführer Jan Weckerlein, der stellvertretende Wehrführer René Seipel und Stadtbrandinspektor Christopher Leidner.

Bei einem ersten Rundgang führte das erst vor Kurzem neugewählte Wehrführergespann Jan Weckerlein und René Seipel durch die große Fahrzeughalle mit drei Stellboxen und einen angrenzenden Sozialtrakt. Hier finden neben den Umkleideräumen ein großer Schulungsraum, ein Jugendraum, eine kleine Küche, ein Büro für den Wehrführer und die Technikzentrale Platz. Der Fahrzeughalle ist zudem eine kleine Werkstatt angeschlossen. Auch für Pkw und Fahrräder sind im Außenbereich ausreichend Stellplätze vorgesehen.

Landrat betont Bedeutung der Nachwuchsförderung

Bürgermeister Andreas Bär (SPD) zeigte sich in seiner Eröffnungsrede vor allem froh darüber, dass die Feuerwehr im Dorf geblieben sei. Denn zeitweise war sogar diskutiert worden, die Feuerwehren von Eichen und Erbstadt zusammenzulegen und die neue Feuerwehrwache zwischen die beiden Ortsteile zu platzieren.

Auch Landrat Thorsten Stolz (SPD) zeigte sich zufrieden mit dem Neubau. „Glücklicherweise hat der Bau selber nicht so lange gedauert wie die Diskussion um ihn und seine Planung“, meinte er scherzhaft. Er appellierte an den Förderverein der Eicher Feuerwehr, sich weiterhin um den Nachwuchs der örtlichen Feuerwehr zu kümmern. Denn die Feuerwehr im Main-Kinzig-Kreis, es sind über 4000 Personen, bestehe zu 95 Prozent aus ehrenamtlich tätigen Bürgern.

Stadtbrandinspektor: „Fast schon historischer Tag“

Stadtbrandinspektor Christopher Leidner sprach von einem „fast schon historischen Tag“: „Nach 40 Jahren ist es die erste Feuerwehrwache, die in Nidderau wieder neu gebaut wurde“, stellte er fest. Und deren Bau war dringend notwendig, wie der neue Eicher Wehrführer Jan Weckerlein abschließend feststellte, denn die alte Wache war baulich längst nicht mehr auf der Höhe, und zwar sowohl hinsichtlich der Sozialräume als auch im Hinblick auf die technischen Ausrüstungen. Mit dem Bau des neuen Feuerwehrhauses geht nämlich auch die Ersatzbeschaffung eines Einsatzfahrzeuges vom Typ LF10 einher. Dessen Anschaffung musste zurückgestellt werden, da das neue Fahrzeug nicht in die alte Halle gepasst hätte. Das bereits georderte Fahrzeug ging deshalb zunächst an die Feuerwehr in Erbstadt.

Wie das bisherige Gebäude in der Ortsmitte künftig genutzt werden soll, wird demnächst in den Gremien und im Rahmen einer Bürgerveranstaltung diskutiert. (Von Jürgen W. Niehoff)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema