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Nidderau: Interne Leistungsverrechnung führt zu Verdopplung des Kulturetats

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Bringen Kultur in die Stadt: Julia Huneke (Verwaltung), Jürgen Reuling (Kulturbeirat) und Sam Pfeifer (SPD, Vorsitzender Sport- und Kulturausschuss).
Bringen Kultur in die Stadt: Julia Huneke (Verwaltung), Jürgen Reuling (Kulturbeirat) und Sam Pfeifer (SPD, Vorsitzender Sport- und Kulturausschuss). © Jürgen W. Niehoff

Der Kulturetat für die Haushaltsjahre 2023 und 2024 soll verdoppelt werden, von 17.300 Euro auf nunmehr 40.000 Euro pro Jahr. Was auf den ersten Blick wie eine Kostenexplosion aussieht, ist in Wirklichkeit nur die Umsetzung buchhalterischer Erfordernisse in Zahlen.

Nidderau – Schlugen bisher nur die tatsächlichen Ausgaben wie zum Beispiel Honorarkosten für die Künstler oder Rechnung für das technische Equipment zu Buche, so werden nun auch die indirekten Kosten, wie Auslagen des Bauhofs (rund 15.000 Euro) oder für die Mieten der städtischen Hallen berücksichtigt.

„Mehrkosten entstehen nun auch dadurch, dass auf die Eintrittskarten sieben Prozent Mehrwertsteuer (rund 2500 Euro) erhoben werden muss und dass die Eintrittskarten nicht mehr über das Bürgerbüro verkauft werden, sondern über eine Online-Agentur, die dafür Provision (Mehrkosten 2125 Euro) kassiert“, erklärte Jürgen Reuling, Vorsitzender des städtischen Kulturbeirates, dem Sport-, Kultur- und Gesundheitsausschuss am Donnerstagabend auf dessen Sitzung im Familienzentrum. Allerdings soll ein Teil der zusätzlichen Kosten durch erhöhte Eintrittspreise und Sponsorengelder aufgefangen werden.

Bürgermeister würdigt Arbeit des Gremiums

Der Haupt- und Finanzausschuss hatte die Vorlage zwei Tage zuvor bereits einstimmig abgesegnet. Bürgermeister Andreas Bär (SPD) begründete anschließend auch die Budgetverdopplung. „Haushaltswahrheit bedeutet auch Haushaltsklarheit. Deshalb ist es wichtig, dass auch die internen Kosten in diesem Rahmen mit dargestellt werden, um eine Vorstellung zu erhalten, wie groß der Aufwand wirklich ist.“

Gleichzeitig würdigte Bär aber auch die Arbeit des Kulturbeirats, der das Programm schließlich in ehrenamtlicher Arbeit erstellt habe. Auch Reuling stellte zufrieden fest, dass das Programm nach zwei Jahren Ruhe wegen der Corona-Pandemie neue Maßstäbe setze für eine Stadt in der Größenordnung von Nidderau. „Es liegen bereits Kartenreservierung vor von Besuchern, die über 50 Kilometer entfernt wohnen“, so der Kulturbeiratsvorsitzende, der sich nach Ablauf seiner Wahlzeit als Vorsitzender zurückziehen will. Gründe nannte er nicht.

Die anschließende Frage von Lucia Wörner-Böning (CDU), warum sich die Veranstaltungen auf die Ortsteile Heldenbergen, Ostheim und Windecken konzentrieren würden und für Erbstadt und Eichen ihrer Meinung nach kaum etwas übrig bleibe, löste eine Diskussion aus. Es gebe zwei Gründe, warum etwa Heldenbergen mehr Veranstaltungen vorweisen könne, und das seien zum einen die Kosten, weil nicht jede Halle über die notwendige technische Ausrüstung verfüge. Zum anderen seien berühmte Künstler kaum dazu zu bewegen, in so kleinen Orten wie Erbstadt oder Eichen aufzutreten. „Und genau aus diesen Gründen wurde die Kultur- und Sporthalle in Heldenbergen gebaut. Von der Ausstattung und der Größe her ist sie ideal für größere Veranstaltungen“, stellte der Bürgermeister fest.

Diskussion um Veranstaltungen für Eichen und Erbstadt

Trotz allem aber kämen Erbstadt und Eichen nicht zu kurz, wehrte sich Reuling gegen die Kritik. Auch dort würde eine Reihe von Veranstaltungen angeboten. Schließlich billigte auch der Sport- und Kulturausschuss das veranschlagte Budget 2023/24 einstimmig.

Abschließend stellte der Ausschussvorsitzende Sam Pfeifer (SPD) die Vorlage der Verwaltung zur Errichtung einer zentralen Sportanlage am Standort der bisherigen Sportanlage in Heldenbergen auch im Sport- und Kulturausschuss zur Abstimmung (wir berichteten). Der Sport- und Kulturausschuss schloss sich dem Votum des Bauausschusses von Montag ohne weitere Diskussionen an. (Von Jürgen W. Niehoff)

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