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Nidderau erhält 414.000 Euro Landesförderung zum Umbau zur „Smart City“

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Von: Jan-Otto Weber

Für die Bürger soll der Weg aus den fünf Stadtteilen ins Rathaus künftig für zahlreiche Dienstleistungen wegfallen.
Für die Bürger soll der Weg aus den fünf Stadtteilen ins Rathaus künftig für zahlreiche Dienstleistungen wegfallen. © Jan-Otto Weber

Passender hätte das Format zur Förderzusage des Landes für „smarte Kommunen“ nicht ausfallen können: Hessens Digitalministerin Professor Dr. Kristina Sinemus (CDU) hatte für Montagmittag zur Online-Konferenz gebeten, um die Stadt Nidderau mit 414.000 Euro und die Gemeinde Hasselroth mit rund 175.000 Euro aus dem Programm „Starke Heimat Hessen“ zu bedenken.

Nidderau – Die Stadt Nidderau will neben den analogen Angeboten künftig alle Verwaltungsleistungen in digitaler Form verfügbar machen. So soll im Bürgerbüro ein zweites sogenanntes Speed Capture Terminal installiert werden. Bürger können hier für die Beantragung ihres Reisepasses oder Personalausweises biometrische Passfotos machen, ihre Fingerabdrücke einscannen und ihre Unterschrift digitalisieren. „Wir haben mit dem bereits bestehenden Terminal gute Erfahrungen gemacht“, erläuterte am Montag Corinna Wagner, Fachbereichsleiterin Innere Verwaltung.

Zudem sollen sechs Bürger-Terminals im Stadtgebiet aufgestellt werden. So sollen Bürger mittels Zugangscode unter anderem rund um die Uhr am Rathaus ihre fertiggestellten Ausweisdokumente abholen können. Weitere Automaten könnten in Kooperation mit Banken in deren gegen Vandalismus gesicherten Serviceräumen aufgestellt werden, um Bürgern Formulare und Dienstleistungen der Verwaltung zur Verfügung zu stellen.

Displays statt Aushängekästen

Weiter plant die Stadt, die gläsernen Aushangkästen in den Stadtteilen gegen digitale Anzeigetafeln – eventuell auch interaktive – zu ersetzen. „Die Pflege und Aktualisierung der Kästen ist zuletzt etwas aus dem Blick geraten“, räumte Wagner am Montag ein. „Doch gerade ältere Bürger vermissen die Informationen, die auf diesem Weg zu amtlichen Bekanntmachungen, Kulturveranstaltungen oder Vereinen veröffentlicht werden. Dies soll künftig zentral und direkt elektronisch aus dem Rathaus gesteuert werden.“

Begleitet werden soll die Umsetzung all der Maßnahmen mit einer Werbekampagne, um darauf aufmerksam zu machen, sowie mit Workshops für Mitarbeiter und Interessierte in der Stadtgesellschaft. Weiterhin soll eine Stadt-App eingeführt werden, die den Nutzern Informationen und Serviceleistungen bietet. Alle Angebote sollen mindestens in einer weiteren Sprache, vorzugsweise Englisch, sowie in einfacher Sprache zugänglich sein.

Fachkräfte zur Umsetzung gesucht

„Die Nidderauer Verwaltung möchte dadurch noch kundenfreundlicher, flexibler und effizienter werden“, so Bürgermeister Andreas Bär (SPD), der stolz ist auf seine Mitarbeiter. Allerdings mangele es derzeit an geeigneten Fachkräften, um all diese Vorhaben im gewünschten Zeitraum der nächsten zwei Jahre umzusetzen. Zusätzlich zum „Smart-City“-Programm ist die Verwaltung damit beschäftigt, die Anforderungen aus dem Gesetz zur Verbesserung des Onlinezugangs zu Verwaltungsleistungen (Onlinezugangsgesetz – OZG) wie vorgeschrieben bis Ende 2022 umzusetzen. „Weniger kann man sich immer noch vornehmen“, so Rathauschef Bär. „Es wird knapp, aber ich bin zuversichtlich, dass wir es schaffen, auch dank der Förderung.“ (Von Jan-Otto Weber)

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