Erntet seit Monaten Hohn: Der „Schaukelpuma“ auf der „Dreispitz“ in Windecken.
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Erntet seit Monaten Hohn: Der „Schaukelpuma“ auf der „Dreispitz“ in Windecken.

Spielplatz

Distanzierung von „Schaukelpuma“: Bürgerstiftung Nidderau nicht an Finanzierung von Spielgerät beteiligt

  • Jan-Otto Weber
    vonJan-Otto Weber
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Der Schaukelpuma geht zurzeit durch die Medienlandschaft in Deutschland. Eine großte Tageszeitung titelte „Spiel ohne Platz“. Nun hat die Bürgerstiftung in Nidderau auf den Spielplatz reagiert.

Nidderau – Die Bürgerstiftung Nidderau stellt in einer Pressemitteilung von Dienstag klar, dass sie nicht an der Finanzierung des sogenannten Schaukelpumas auf der „Dreispitz“ an der Friedrich-Ebert-Straße in Windecken beteiligt war. „Die Bürgerstiftung ist hier in den Verdacht geraten, diese unsinnige Einrichtung eines Minispielplatzes veranlasst zu haben“, so die deutliche Reaktion des Vorsitzenden Horst Körzinger. „Nidderau ist damit lächerlich gemacht worden.“

Das Spielgerät, das bereits kurz nach seiner Installation im Februar dieses Jahres für Häme bei lokalen Gruppen im Internet sorgte, wurde in den vergangenen Tagen auch von überregionalen Medien entdeckt. So titelte die „Bild“-Zeitung mit „Trostlos-Spielplatz in Nidderau“. Auch das NDR-Satiremagazin „Extra 3“ machte sich lustig über „Das einsamste Schaukelpferd der Welt“. Selbst die „Süddeutsche Zeitung“ stimmte am Montag mit „Wipp, wipp, hurra“ in das bundesweit erschallende Spottlied ein.

Spielplatz in Nidderau: Schaukelgerät wurde nach offiziellen Richtlinien aufgestellt

Hintergrund ist, dass auf der „Dreispitz“ in Windecken immer schon Spielgeräte für Kinder aufgestellt waren. Der Bauhof in Nidderau ist mit der Kontrolle und Instandhaltung von Spielgeräten beauftragt. Da die vorherigen Spielgeräte offenbar nicht mehr vorschriftsmäßig aufgestellt waren, hat der Bauhof das Schaukelgerät, das einen springenden Puma darstellen soll, als Ersatz aufgestellt – natürlich unter Beachtung der heutzutage gültigen Regelungen. So muss in einem gewissen Radius um solche Geräte herum ein Fallschutz vorhanden sein. Der Zaun soll als schützende Barriere zwischen Kind und den Straßen dienen, die die „Dreispitz“ umschließen.

„Der Bauhof hat diese Maßnahme im Rahmen seiner Budgethoheit und gemäß seiner Zuständigkeit durchgeführt“, so Erster Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) auf Anfrage unserer Zeitung. Vogel betont zudem, dass der schattige Platz unter den Linden und das mit Wasser betriebene Mühlrad in Erinnerung an die Hochmühle ein Anziehungspunkt vor allem an heißen Tagen seien. Informatives biete die Schautafel historischer Grenzsteine und das Denkmal der Glockengießerei Bach. „Das Spielgerät ist also nicht allein zu betrachten.“

Spielplatz in Nidderau wird als Verschwendung von Steuergeldern angesehen

Angesichts des Ergebnisses und der allgemeinen Häme hätte man im Nachhinein besehen wohl dennoch besser ganz auf das Gerät verzichtet. Auch wenn Anwohner berichten, dass Kinder mit ihren Eltern auf dem Weg in die Altstadt zum Eiscafé durchaus dort Halt machen würden. Doch auch viele Nidderauer sehen in dem „Spielplatz“ eine Verschwendung von Steuergeldern, zumal die Kosten für die Herstellung der Fläche, des Fallschutzes und des Zaunes von rund 2500 Euro im Missverhältnis zum Anschaffungspreis des Spielgerätes in Höhe von 700 Euro stehen.

Die Bürgerstiftung jedenfalls, habe sich nicht an den Kosten beteiligt, betont Körzinger, der in seiner Mitteilung aus den spottenden Medienberichten zitiert. „Aufgrund dieser peinlichen Publikation wurden wir von der Bürgerstiftung angefragt, ob es stimmt, dass dieser trostlose Minispielplatz auf unsere Initiative zustande gekommen und auch noch von uns gespendet worden wäre. Dem können wir entschieden widersprechen“, betont der Stiftungsvorsitzende. „Für eine solche überflüssige Installation hätten wir uns nicht engagiert. Wir unterstützen aber nicht nur großzügig durch die Sommerlotterie Kinder- und Jugendprojekte, sondern auch viele andere sinnvolle Maßnahmen. Damit können wir besorgte Anfrager beruhigen.“

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