Im Juni sollen die Sanierungsarbeiten an der Ortsdurchfahrt in Ostheim Richtung Roßdorf beginnen, wie der Landtagsabgeordnete Max Schad (von links) diese Woche den örtlichen CDU-Vertretern Björn Schütz und Günter Brandt erläuterte.
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Im Juni sollen die Sanierungsarbeiten an der Ortsdurchfahrt in Ostheim Richtung Roßdorf beginnen, wie der Landtagsabgeordnete Max Schad (von links) diese Woche den örtlichen CDU-Vertretern Björn Schütz und Günter Brandt erläuterte.

Straßensanierung

Nidderau: CDU übt Kritik an Verwaltung wegen fehlender Infos zur Ortsdurchfahrt Ostheim

Voraussichtlich ab Juni 2021 soll die L 3347 zwischen Roßdorf und Ostheim auf einer Länge von 2,4 Kilometern instandgesetzt werden. Das beinhaltet Sperrungen, Lärm und Beeinträchtigungen. Mit einem umfangreichen, 1138 Sanierungsprojekte umfassenden Straßenbauprogramm, will das Land bis 2025 so zusätzlich rund 640 Kilometer Landesstraße wieder flott machen. Doch die Bürger wissen von nichts, kritisiert die CDU.

Nidderau – 465 Sanierungsprojekte sind in den letzten Monaten neu in das Landesprogramm aufgenommen worden, darunter auch die Ortsdurchfahrt durch Ostheim. Hier sollen auf Teilen der Wonnecker Straße sowie auf der L 3347, der Hanauer Straße, auf einer Gesamtlänge von 2,4 Kilometern in Richtung Roßdorf die Asphaltdeckschicht erneuert werden. Die Arbeiten sollen voraussichtlich von Juni bis November andauern.

Nach Angaben von Hessen Mobil, dem Straßenbaulastträger, fanden in den vergangenen Wochen bereits die erforderlichen Abstimmungen zur Verkehrsführungen zwischen der Stadt Nidderau, der Polizei, den Verkehrsbehörden, den Busunternehmen und Hessen Mobil statt. Nach heutigem Stand soll zur Durchführung der Baumaßnahme eine Umleitung über die B 45 Ortsumgehung Nidderau eingerichtet werden. Allerdings werden auch teilweise Vollsperrungen notwendig werden. Auf rund 620 000 Euro werden die Kosten insgesamt geschätzt.

Erhebliche Behinderungen für Anwohner und Durchfahrtsverkehr

„Warum erfahren wir Bürger zu allerletzt davon? Warum werden wir in diesen Prozess nicht auch eingebunden? Zumindest der Ortsbeirat hätte doch gehört werden sollen,“ empört sich diese Woche der Ostheimer Björn Schütz bei einem Ortstermin mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Max Schad und dem ehemaligen Magistratsmitglied Günter Brandt (CDU). Im Rathaus soll man doch schon seit spätestens vergangenem November von dem Vorhaben gewusst haben. „Da wäre doch Zeit genug gewesen, mit uns Bürgern auch mal Kontakt aufzunehmen“, so Schütz weiter. Auch Brandt ist nicht recht glücklich über das Verfahren. „Etwas mehr Transparenz hätte ich mir schon gewünscht, weil die Behinderungen durch die Bauarbeiten doch ganz erheblich sein werden.“ So würden durch die innerörtlichen Umleitungen auch viele Anwohner in den ruhigeren Wohngebieten betroffen werden.

Allerdings hatte er auch eine frohe Botschaft. Denn die Stadt wird sich an den Sanierungsmaßnahmen beteiligen. So soll ein Großteil der Bürgersteige im Zuge dieser Arbeiten auf Kosten der Stadt neu gemacht werden. „Das ist notwendig, weil es hier schon zu mehreren Stürzen wegen loser Platten gekommen ist“, so Brandt. Ihm wäre es am liebsten, wenn die Pläne der Ortsumgehung um Ostheim endlich wieder aufgenommen würden. Die CDU setze sich schon seit Jahren dafür ein.

Erster Stadtrat Vogel: Ortsbeirat war informiert

Ob sich diese Wünsche erfüllen, das konnte der Landtagsabgeordnete nicht versprechen. Aber er sicherte zu, dass er sich dafür ebenso engagierten werde, wie er das für die Sanierung der L 3347 im Bereich Ostheim im neuen Sanierungsprogramm des Landes getan habe. Dieses Programm sollte ursprünglich nur bis 2022 laufen, wurde nun aber fortgeschrieben bis ins Jahr 2025.

Erster Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) antwortete am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung, der Ortsbeirat Ostheim sei inhaltlich über die Maßnahme informiert worden. „Eine Bekanntmachung für die Bürger geht immer erst frühestens drei Wochen vorher raus“, so Vogel. „Die Verwaltungsvereinbarung mit Hessen Mobil zu der Maßnahme ist am 28. April im Rathaus eingegangen und erst nach dem Abschluss dieser Verwaltungsvereinbarung kann man konkret informieren.“ Der „aufmerksame Bürger“ habe allerdings in der Stadtverordnetenversammlung am 16. September 2020 von dem Vorhaben bei TOP 22 (Mitteilungen des Magistrats) erfahren können, so Vogels Hinweis.

Stadt will auch Bürgersteige ertüchtigen

Der wiedergewählte Ortsvorsteher Klaus Mehrling (siehe Infokasten) bestätigte in der konstituierenden Sitzung am Mittwochabend etwas geknickt, dass die Verwaltung ihn bereits im Februar von den Sanierungsmaßnahmen unterrichtet habe. Er habe jedoch die Information nicht weitergegeben, da wegen der Kommunalwahl seither keine Sitzung des Ortsbeirates mehr stattgefunden habe. Er wollte die Maßnahme eigentlich im Lauf der Sitzung am Mittwoch bekannt geben, versicherte er.

Mehrling einstimmig als Ortsvorsteher bestätigt

Nidderau – Klaus Mehrling (SPD) ist zur konstituierenden Sitzung des Ortsbeirats Ostheim am Mittwochabend einstimmig als Ortsvorsteher bestätigt worden. Er betonte, dass es in den vergangenen fünf Jahren keine Abstimmung mit Gegenstimme gegeben hätte. Und so geschah es auch am Mittwoch. Kurt Heißig (CDU) ist erster Stellvertreter, und der Neuling im Ortsbeirat, Grünen-Vertreter Otto Löber, zweiter Stellvertreter. Zum Schriftführer wurde Michael Runde (SPD) wiedergewählt, der für das Magistratsmitglied Markus Dillmann (SPD) nach dessen Verzicht auf das Mandat im Ortsbeirat in das Gremium nachgerückt war. CDU-Ortsbeiratsmitglied Hans-Günter Frech ist stellvertretender Schriftführer. Neben der Sanierung der Ortsdurchfahrt (siehe nebenstehender Artikel war die Verkehrsführung auf der Vorderstraße im Bereich des Friedhofs Thema. Dort würde zu schnell gefahren, die Gespräche mit Hessen Mobil über ein Tempolimit auf der Landesstraße seien jedoch schwierig. Lob gab es für die Instandsetzung der Treppe zwischen den Straßen Am Hang und Am Jungfernborn mit neuer Beleuchtung, geschnittenen Büschen und einem Papierkorb. jwn

Doch das CDU-Ortsbeiratsmitglied Hans-Günter Frech ließ nicht locker: „Dann hätte dieses Vorhaben zumindest in der Betriebskommission der Stadtwerke oder in der Stadtverordnetenversammlung angesprochen werden müssen. Denn die Stadt will sich doch mit der Sanierung der Bürgersteige an dem Vorhaben kostenmäßig beteiligen.“

Auch wenn das Land die Stadt bei der Gehsteigsanierung mit 60 Prozent der Kosten unterstützt, so hätte das zumindest im Rahmen der Haushaltsberatungen erwähnt werden müssen. Andreas Bär (SPD), designierter Bürgermeister und an dem Abend auch Gast der Ortsbeiratssitzung, versprach nach Antritt seines neuen Amtes sofort für Aufklärung und umfangreiche Information zu sorgen. Jürgen W. Niehoff

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