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Nidderau: Brunnen oder Fontäne für den Windecker Marktplatz? Bürger sollen mitreden

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Da sprudelte er noch: Über den Abriss des Brunnens aus den 1980er Jahren hat sich in Nidderau kaum jemand beklagt. Allerdings verließen sich bislang viele Bürger auf die Planvariante, dass ein Stück weiter in Richtung Eiscafé ein neuer Brunnen gebaut wird. An der Idee, ein modernes Fontänenfeld wie auf dem Stadtplatz in der Neuen Mitte zu errichten, gibt es jedoch Kritik. ARCHIV
Da sprudelte er noch: Über den Abriss des Brunnens aus den 1980er Jahren hat sich in Nidderau kaum jemand beklagt. Allerdings verließen sich bislang viele Bürger auf die Planvariante, dass ein Stück weiter in Richtung Eiscafé ein neuer Brunnen gebaut wird. An der Idee, ein modernes Fontänenfeld wie auf dem Stadtplatz in der Neuen Mitte zu errichten, gibt es jedoch Kritik. © Archivfoto: Georgia Lori

Der Ausschuss für Stadtentwicklung hat am Montagabend den nächsten Schritt zur Umgestaltung des Windecker Marktplatzes im Zuge der Sanierung gemacht. Das von der Verwaltung vorgelegte Möblierungskonzept wurde einstimmig gebilligt.

Nidderau – In einem Punkt jedoch gibt es noch eine Einschränkung – und das ist das Wasserelement auf dem neugestalteten Marktplatz. Brunnen oder Fontänenfeld? In diesem Punkt konnte auch an diesem Abend noch keine Übereinstimmung erzielt werden.

Erneut ging es um die Frage, ob ein Fontänenfeld zum ansonsten historischen Erscheinungsbild des Windecker Marktes passen würde. Vorgegebenes Ziel war, dass die neue Ausstattung den Marktplatz im historischen Ensemble aufwerten, die Sichtachsen zum historischen Rathaus verbessern, die in Umsetzung befindlichen Geschichtswege einbinden und durchgängige attraktive und multifunktionale Aufenthaltsflächen mit Ambiente schaffen sollte. In den letzten Tagen waren da vor allem bei dem Fontänenfeld Zweifel aufgekommen.

Diese erläuterte an diesem Abend der Anwohner und Vorsitzende des Arbeitskreises Stadtgeschichte Diez Eichler erneut. Windecken habe seit Jahrhunderten eigene Stadtrechte und damit auch eine eigene Tradition. Diese gelte es zu bewahren. Das aber gelänge am besten mit einem traditionellen Brunnen und nicht mit dem Bau eines modernen Fontänenfeldes, wie es bereits am modernen Stadtplatz in der Neuen Mitte umgesetzt wurde. Eichler hatte sich zu dem Thema auch kürzlich in einem Leserbrief ausführlich geäußert.

Format der Bürgerbeteiligung noch unklar

Gleich ganz auf ein Wasserelement verzichten wollte angesichts der Wassernot in den heißen Sommern hingegen der Ostheimer Bürger Ullrich Baumann. Er hatte sich schriftlich an den Ausschussvorsitzenden Helmut Brück (SPD) gewandt. Nachdem auch der Ortsvorsteher Heinz Homeyer (SPD) die Bitte an den Ausschuss herangetragen hatte, dass man doch über die Frage Brunnen oder Fontänenfeld noch mal in aller Ruhe mit den Bürgern reden sollte und dies auch von Bürgermeister Andreas Bär (SPD) ausdrücklich befürwortet wurde, schloss sich auch der Ausschuss diesem Vorschlag an. In welcher Form ein weiteres Gespräch mit den Bürgern gesucht werden soll, ob bei einer Ortsbegehung oder in einer erneuten Bürgerversammlung, blieb am Montagabend offen.

Die dringende Anregung Eichlers, die Möblierung – beispielsweise mit Bänken – nicht im selben Stil wie auf dem Stadtplatz durchzuführen, weil der Windecker Markt einzigartig sei, wurde nicht aufgegriffen. Stattdessen folgte der Ausschuss der Vorlage der Verwaltung, die mit der Zeit eine durchgehende Möblierung in allen Stadtteilen umsetzen will. Beschlossen wurden somit gemäß der Vorlage die Gestaltung der Sitzbänke, der Abfallbehälter, der Straßenbeleuchtung, der Pflanzkübel, der Fahrradbügel und der Absperrpoller.

Altenzentrum soll an den Friedhof in Erbstadt

Beschlossen wurde an diesem Abend auch der gewünschte Standort für ein Alten- und Pflegezentrum in Erbstadt. Dieses Zentrum soll nach Empfehlung des Ausschusses wie ursprünglich vorgesehen auf einem 4500 Quadratmeter großen Grundstück oberhalb des Friedhofes entstehen. Das Grundstück befindet sich bereits im städtischen Besitz. Das war auch ausschlaggebend für die Wahl des Standortes.

Als Alternativen waren weitere Flächen geprüft worden: eine gegenüber dem Friedhof unterhalb der Wetterauer Straße (Bergwerksacker), eine am Kaicher Weg, eine neben dem Sportplatz und eine auf der linken Seite am Ortsausgang in Richtung Bönstadt. Bei den Alternativen müssten jedoch zum Teil schwierige Grundstückskaufverhandlungen geführt werden, weil nicht alle Grundstückseigentümer bereit seien, sofort zu verkaufen oder zumindest zu tauschen.

Aber auch das Grundstück oberhalb des Friedhofs habe eine Schwachstelle, denn dessen Erschließung sei mit rund 675.000 Euro deutlich teurer als etwa die Fläche unterhalb der Wetterauer Straße, die nur 195.000 Euro in Anspruch nehmen würde.

Alten- und Pflegezentren weiter interessiert

Nach Auskunft des Bürgermeisters seien die Alten- und Pflegezentren Main-Kinzig weiterhin an dem Standort interessiert und führten deshalb auch entsprechende Planungen durch. Der Ortsbeirat Erbstadt wird dieses Thema auch am kommenden Montag, 14. November, im Rahmen seiner öffentlichen Sitzung (19 Uhr, Mehrzweckhalle Erbstadt) beraten.

Abschließend wurde noch der Aufstellung eines Bebauungsplanes für ein Baugebiet von rund 2,7 Hektar Grundfläche in Verlängerung der Margarete-von-Isenburg-Straße im Bereich Allee Süd/Allee Mitte beschlossen. Aufgrund einer Ausnahmeregelung, die nur noch dieses Jahr gilt, soll ein beschleunigtes Verfahren zum Einsatz kommen und viele Jahre mühsame Antragsverfahren ersparen. „Das Gebiet ist einfach in der Vergangenheit übersehen worden“, erklärte Bär die plötzliche Eile. (Von Jürgen W. Niehoff)

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