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Nidderau: Ausbau von Sportplatz Heldenbergen geplatzt / Victoria und Sportfreunde Windecken uneinig

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Das Sportgelände der Victoria Heldenbergen an der Büdinger Straße sollte nach Beschluss der Stadtverordneten zur Nutzung für mehrere Vereine ausgebaut werden. Doch die Voraussetzungen haben sich nun wieder geändert.
Das Sportgelände der Victoria Heldenbergen an der Büdinger Straße sollte nach Beschluss der Stadtverordneten zur Nutzung für mehrere Vereine ausgebaut werden. Doch die Voraussetzungen haben sich nun wieder geändert. © Patrick Scheiber

Ist der Traum von einer zentralen städtischen Sportstätte auf dem Gelände des SV Victoria 1910 Heldenbergen ausgeträumt? Nur eine Woche nach einem entsprechenden Grundsatzbeschluss der Stadtverordneten (wir berichteten) muss die Politik darüber nun wieder neu entscheiden.

Nidderau – Der Grund: Die als Voraussetzung geltende Spielgemeinschaft von Heldenbergen und dem SC Eintracht Sportfreunde Windecken ist zunächst geplatzt, wie sich am Donnerstagabend bei der Sportplatzbegehung des Ausschusses für Sport, Kultur und Gesundheit herausstellte.

Die Überraschung war riesig und erfolgte zuerst auch nur beiläufig in einem Nebensatz von Herbert Appel, dem Vereinsvertreter des SV Victoria, auf deren Sportplatz in Heldenbergen. „Auf unserer Wunschliste steht weiterhin an erster Stelle ein Kunstrasenplatz, zumal das Zusammengehen mit der Eintracht Windecken seit dem vergangenen Wochenende ja nun als gescheitert angesehen werden muss“, erklärte Appel den verblüfften Ausschussmitgliedern.

Alle Wünsche des Vereins wie die defekte Einfriedung des Geländes, hochgedrückte Randsteine und zu nah stehende Bäume am Rasenplatz waren da nur zweitrangig, denn Grundlage der politischen Entscheidung für den Ausbau der Heldenberger Sportstätte zu einer zentralen Sportanlage war bisher das Zusammengehen der beiden Fußballvereine aus Windecken und Heldenbergen. In dem Fall würde die Eintracht Windecken ihr Sportgelände in Windecken aufgeben und nach Heldenbergen übersiedeln. Danach wurden die Pläne für den Ausbau der Sportanlage in Heldenbergen auch ausgerichtet, die am 2. Juni von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen wurden: mit einem Kunstrasenplatz anstelle des Hartplatzes, einem größeren Vereinsheim für mindestens drei Vereine, einem größeren Parkplatz und im zweiten Ausbauschritt einem Leichtathletikstadion für den Turnverein Windecken.

Bürgermeister Bär: „Das ändert gesamte Lage“

„Das ändert jetzt jedoch die gesamte Lage“, muss am Donnerstagabend auch Bürgermeister Andreas Bär (SPD) eingestehen. Er selbst will von der Absage der Eintracht Windecken bereits Anfang der Woche erfahren haben, sie dann aber zurückgehalten haben. „Da sie bisher von keinem Verantwortlichen aus einem der beiden Vereine an mich herangetragen wurde, habe ich die Nachricht von der angeblichen Absage nur als Gerücht behandelt“, so Bär. Gemeinsam mit dem Ausschussvorsitzenden Sam Pfeifer (SPD) wollte er erst die entscheidende Aussage des Vereinsvertreters der Eintracht Windecken abwarten.

Die Wünsche der SKG Erbstadt waren am Donnerstagabend bei der Sportplatzbegehung des Ausschusses überschaubar. Hauptthema war die Zukunft der zentralen Sportanlage.
Die Wünsche der SKG Erbstadt waren am Donnerstagabend bei der Sportplatzbegehung des Ausschusses überschaubar. Hauptthema war die Zukunft der zentralen Sportanlage. © Jürgen W. Niehoff

Der Besuch dieses Sportvereins stand beim Rundgang jedoch erst am Ende auf der Tagesordnung. So wurden zunächst die Wünsche der Fußballvereine aus Heldenbergen (defekte Zäune, unebene und mit Unkraut bewachsene Wege und Rückschnitt der Bäume am Spielfeldrand), aus Erbstadt (ebenfalls Rückschnitt und Fangnetz für Baseballspiele sowie defektes Geländer) und Eichen (Kunstrasenplatz sowie Baumrückschnitt) entgegengenommen.

Eichen und Ostheim wollen eigene Kunstrasenplätze

In Eichen wie auch in Ostheim drehte sich die Diskussion aber ganz schnell wieder um die Absage der Eintracht Windecken für ein Zusammengehen mit Heldenbergen. Denn auch bei diesen beiden Vereinen war das Thema längst in aller Munde. Doch auch hier vertröstete Pfeifer seine Ausschussmitglieder auf den Besuch bei der Eintracht Windecken am Schluss. Auch für die Ostheimer steht neben einem Kunstrasenplatz eine automatische Bewässerungsanlage für ihren Rasenplatz ganz oben an. Sie käme dem Rasen zugute und würde im erheblichen Umfang zu Wassereinsparungen führen. Weitere Wünsche sind neue Tore für den Rasenplatz und Rückschnitt der Bäume rund um das Spielfeld.

Gegen 20.30 Uhr erfolgte schließlich der an diesem Abend lang ersehnte Showdown, der Besuch bei den Sportfreunden Windecken. „Ja es ist wahr, wir sind zumindest für die kommende Spielsaison an keiner Spielgemeinschaft mit der Victoria Heldenbergen mehr interessiert. Ein Zusammengehen macht weder sportlich noch menschlich gesehen Sinn“, beantwortet Wolfgang Möller die drängenden Fragen nach der Zukunft seines Vereins. Grundsätzlich sehe die Eintracht zwar sehr wohl ihre Zukunft in einem Zusammengehen der Nidderauer Fußballvereine, doch sei die Zeit dafür offensichtlich noch nicht reif. Von der Politik forderte er deshalb einen eindeutigen Zeitrahmen, anderenfalls müsse auch in Windecken für einen Kunstrasenplatz gesorgt werden.

Politische Gremien müssen neu diskutieren

Mit der Weigerung des Zusammengehens der beiden Fußballvereine Windecken und Heldenbergen ist das beschlossene Konzept einer zentralen Sportanlage in Heldenbergen nun allerdings obsolet. Das sieht selbst der Bürgermeister so: „Die Situation hat sich damit komplett geändert, der Plan für einen Ausbau in Heldenbergen ist erst einmal vom Tisch. Alles Weitere muss jetzt in den politischen Gremien neu diskutiert werden.“

Ob damit die Pläne der Opposition auf den dezentralen Ausbau der fünf Sportplätze wieder eine Chance erhalten, bleibt abzuwarten. Die CDU war letzte Woche noch mit einem entsprechenden Änderungsantrag gescheitert. Ihr Antrag berücksichtige die Wünsche und Forderungen der Nidderauer Sportvereine und könnte kostengünstig und kurzfristig realisiert werden, betont die CDU zudem in einer aktuellen Pressemitteilung. Die dezentrale Lösung für die Sportstätten der Vereine biete für den Breitensport ortsnahe und insbesondere auch für Kinder und Jugendliche leicht erreichbare Sportmöglichkeiten im Ortsteil, so die Christdemokraten.

„Letztendlich entscheidet das Geld“, richtete Bürgermeister Bär am Donnerstagabend einen Appell an die Stadtverordneten, in Sachen Sportstätten zu einer gemeinsamen Position zusammenzufinden. „Man kann nicht etwas fordern, was viel Geld kostet, um dann am Ende den Haushalt doch wieder abzulehnen. Das passt nicht zusammen.“ (Von Jürgen W. Niehoff)

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