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Nidderau: Aus einem Singspiel zum Gemeindejubiläum entstand der Ave-Eva-Chor

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Der Chor mit Dirigent Markus Hampel (rechts) vor dem Gemeindehaus der katholischen Kirche „Maria von der immerwährenden Hilfe“ in Windecken.
Der Chor mit Dirigent Markus Hampel (rechts) vor dem Gemeindehaus der katholischen Kirche „Maria von der immerwährenden Hilfe“ in Windecken. © Privat

Wovon man im vergangenen Jahr noch Pandemie bedingt Abstand genommen hatte, soll nun endlich gefeiert werden. Der 1996 aus einem Projektchor entstandene Ave-Eva-Chor aus Nidderau begeht nachträglich sein 25-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumskonzert, das für seine Gäste einen musikalischen Rückblick von den Anfängen als Projektchor bis zum heutigen Zeitpunkt als A-cappella-Chor bereithält.

Nidderau – Unsere Reporterin hat sich mit drei Gründungsmitgliedern im Gemeindehaus der katholischen Kirche „Maria von der immerwährenden Hilfe“ in Windecken getroffen und über alte Zeiten und die heutige Motivation des Chores unterhalten.

Die Idee und Initiative ging seinerzeit von Roswitha Ferfers aus, der damaligen Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates in Windecken. „Recht schnell fanden rund 25 interessierte Frauen und Männer zusammen, die Lust darauf hatten, gemeinsam zu singen. Wir wollten keine klassischen Kirchenlieder singen, sondern moderne geistliche Songs und vielleicht auch Gospels oder weltliche Lieder“, erinnert sich Ferfers. Spaß, Geselligkeit und gute Laune sollten natürlich auch dabei sein. Und wer keine Noten lesen konnte? „Egal, einfach mitsingen, war unsere Devise.“

Singspiel „Ave Eva oder der Fall Maria“

Ein Anlass war schnell gefunden, stand 1996 doch das 50-jährige Jubiläum der 1946 gegründeten Kirchengemeinde „Maria von der immerwährenden Hilfe“ an. „Ich war damals gerade zugezogen und wurde nach dem Gottesdienst angesprochen, ob ich Lust hätte, bei dem Projekt dabei zu sein“, erzählt Gudrun Marohn. „Da habe ich nicht gezögert. Ich fühlte mich gleich gut aufgenommen und angekommen.“

Da Roswitha Ferfers ein echter Fan des Komponisten Peter Janssens war, schlug sie dem damaligen Pfarrer Johannes Stadler vor, das Singspiel „Ave Eva oder der Fall Maria“, eine moderne Interpretation einer selbstbewussten Marien-Gestalt, aufzuführen. Der Pfarrer stimmte zu. Der Pfarrgemeinderat war wohl noch etwas offensichtlicher begeistert und so ging der Projektchor mit Chorleiterin Caroline Adam, die noch heute als Organistin in der Kirchengemeinde tätig ist, und einer inzwischen ebenfalls gefundenen sechsköpfigen Band an den Start. Nach einem halben Jahr Proben wurde das Singspiel mit großem Erfolg dreimal aufgeführt. Damit war für alle Beteiligten klar, dass dies nicht das letzte gemeinsame Sing-Projekt war.

Gründungsmitglieder Roswitha Ferfers, Gudrun Marohn und Markus Bernard.
Gründungsmitglieder Roswitha Ferfers, Gudrun Marohn und Markus Bernard. © Andrea Pauly

„Zu seinem 40-jährigen Priesterjubiläum in 2001 wünschte sich Pfarrer Johannes Stadler ein weiteres Singspiel des Projektchors“, berichtet Markus Bernard weiter. „Hildegard von Bingen, ebenfalls von Peter Janssens, war relativ schnell ausgewählt. Hier kamen erstmals Kostüme zum Einsatz und nach intensiven Proben, die fast ein Jahr währten, wurde auch diese Aufführung ein voller Erfolg.“

Aus Projektchor wurde feste Säule

Einige Gastspiele des Stücks in benachbarten Gemeinden folgten. Aus dem Projektchor gründete sich dann im Jahr 2001 unter der Leitung von Beate Schalkowski der Ave-Eva-Chor, der seitdem fester Bestandteil der Kirchengemeinde ist. Neben der musikalischen Gestaltung zahlreicher Gottesdienste konnte der Ave-Eva-Chor im Jahre 2002 in dem Programm „Querbeet – Lieder vom grasgrünen Himmel“ auf der Landesgartenschau in Hanau sein vielseitiges Repertoire zum Besten geben.

„Darüber hinaus sind wir mit hintergründigen und selbst verfassten Texten zu Politik und Gesellschaft in Verbindung mit mehrstimmig gesungenen bekannten Popsongs von der Bühne der Windecker Pfarrfastnacht nicht mehr wegzudenken“, erläutern die drei Gründungsmitglieder. Das alljährliche besinnliche Adventssingen ist ebenfalls fester Bestandteil im Jahresprogramm des Ave-Eva-Chors. Hier wird, bis auf die vergangenen zwei Corona-Jahre, normalerweise mit Texten und Liedern zum Zuhören und Mitsingen auf das bevorstehende Weihnachtsfest eingestimmt.

Eine weitere Entwicklung nahm der Ave-Eva-Chor 2017, als Michael Hampel die Leitung übernahm. „Seitdem singen wir größtenteils und mit wachsender Begeisterung a cappella, auch wenn viele unserer Sängerinnen und Sänger immer noch keine Noten lesen können.“ Seit vielen Wochen probt der Chor nun schon für das nachzuholende Jubiläumskonzert: ein zweistündiges, moderiertes Programm mit einem Rückblick auf 25+1 Jahre Ave-Eva-Chor im Bürgerhaus Ostheim. „Es soll ein besonderer Abend werden. Irgendwie anders, genau wie unser Chor“, sind sich die drei Gründungsmitglieder einig.

Jubiläumskonzert

Das Jubiläumskonzert zum 25-jährigen Bestehen findet am Samstag, 8. Oktober, um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Ostheim statt. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Der Ave-Eva-Chor lädt alle Freunde der Chormusik sehr herzlich ein, um mit vielen Freunden und Gästen einen schönen musikalischen Abend zu erleben.

Von Andrea Pauly

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