Ein für Eichen fast schon historischer Moment: Ortsvorsteher Sam Pfeifer (SPD, von links), Christine Brauneis (Fachdienst Hochbau und Bauordnung), Stadtverordnetenvorsteher Gunther Reibert (SPD), Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD), die Planer Leon Gierhardt und Eduard Benz, Thomas Maxheim (Vorsitzender Feuerwehrverein Eichen), Thorsten Arnold (Michel Bau), Kreisbrandinspektor Markus Busanni, Stadtbrandinspektor Christopher Leidner und Max Gruber von der Eichener Wehrführung beim Spatenstich.
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Ein für Eichen fast schon historischer Moment: Ortsvorsteher Sam Pfeifer (SPD, von links), Christine Brauneis (Fachdienst Hochbau und Bauordnung), Stadtverordnetenvorsteher Gunther Reibert (SPD), Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD), die Planer Leon Gierhardt und Eduard Benz, Thomas Maxheim (Vorsitzender Feuerwehrverein Eichen), Thorsten Arnold (Michel Bau), Kreisbrandinspektor Markus Busanni, Stadtbrandinspektor Christopher Leidner und Max Gruber von der Eichener Wehrführung beim Spatenstich.

Lange umstritten

Neues Feuerwehrhaus in Eichen: Spatenstich nach mehr als zehn Jahren

  • Jan-Otto Weber
    vonJan-Otto Weber
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Nidderau – Es ist einer der großen Streitpunkte, der die städtischen Gremien und Feuerwehren über zehn Jahre beschäftigt hat: der Bau eines neuen Gerätehauses für die Kameraden in Eichen. Mit dem Spatenstich am Mittwochabend auf dem ehemaligen Dillmann-Areal im Wiesengrund wollen alle Beteiligten nach vorn blicken.

Doch an der Vergangenheit des Projekts kam auch am Mittwoch niemand vorbei. Schon im Jahr 2007 habe die Eicher Wehr einen ersten Antrag für einen Neubau bei der Stadt eingereicht, wie der Vorsitzende Thomas Maxheim am Rande der Veranstaltung erläuterte. Schon damals war das bis heute genutzte Domizil an der Wehrstraße in der Ortsmitte zu klein und entsprach nicht mehr den Anforderungen. So scheitert etwa die Anschaffung eines seit Langem avisierten Löschfahrzeugs LF 10 schlichtweg am Platz.

„Wir schreiben den 9. September 2020, und endlich, nach langer Vorlaufzeit, können wir den Spatenstich für das neue Feuerwehrhaus vornehmen“, begrüßte Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) mit leichtem Pathos die wenigen geladenen Gäste und Gremienvertreter, die auf Grundlage der bis vergangenen Montag für Nidderau geltenden Allgemeinverfügung gezielt ausgewählt worden seien.

Feuerwehrhaus in Eichen: Erste Überlegungen gab es schon 2009

„Seit 2009 gab es Überlegungen zu einem Neubau und Diskussionen um einen geeigneten Standort, wobei auch der Sprung über die Bundesstraße 521 erwogen wurde“, erklärte Schultheiß. Durch die Koalition der SPD mit den Grünen nach der Kommunalwahl 2011 wurde der Beschluss für den Sprung jedoch wieder zurückgenommen.

Aus den Reihen der Wehr sei dann der „Wiesengrund“ vorgeschlagen worden, schilderte Schultheiß, wobei maßgeblich auch die frühere Stadtbrandinspektion in Person von Volker Reis und Thorsten Hild sowie der ehemalige Eicher Wehrführer Marco Jüngling beteiligt gewesen seien. „Das hat uns damals überrascht, aber wir haben den Vorschlag aufgegriffen und vor der Kommunalwahl 2016 auch offen kommuniziert“, betonte der Bürgermeister am Mittwoch mit Blick auf die bis heute anhaltende Kritik der CDU an dem Standort.

Das neue Gerätehaus im Wiesengrund gliedert sich in die Fahrzeughalle mit drei Stellplätzen (hinten) und den flacheren „Sozialtrakt“. Grafik: Gierhardt Architekten

Es folgte der Ankauf des Geländes des Landschaftsbaubetriebs Dillmann, mit der Idee, eine der Werkshallen zum Feuerwehrhaus umzubauen. Die Opposition warf der Stadt einen überteuerten Ankauf vor und berief einen Akteneinsichtsausschuss.

Wohnquartier entsteht neben Feuerwehrhaus

Nachdem die Firma signalisiert hatte, ihren benachbarten Standort und die dortige Lagerhalle aufgeben zu wollen, plante man nochmals um und beschloss, nicht die alte Betriebshalle der Firma Dillmann umzubauen, sondern einen Neubau zu errichten. Da nicht das gesamte Dillmann-Gelände benötigt wurde, konnte auf einem Teil des Areals das Wohnquartier Nidderpark I der Deutschen Reihenhaus entstehen, das nun um den Nidderpark II auf dem Areal von Jung & Schmitt erweitert werden soll.

„Die neuen Reihenhaus-Bewohner wussten von den Plänen zum Bau des Feuerwehrhauses“, betont Schultheiß. „Es gab von dieser Seite keinerlei Beschwerde.“

Tod der Architektin bringt Planungen ins Stocken

Ins Stocken kam die Planung allerdings durch den plötzlichen Tod der Architektin und die dadurch notwendige Neuvergabe an das Büro Gierhardt in Nidda. Weitere zwei Jahre Bauverzögerung gab es aufgrund von Bodenuntersuchungen – ebenfalls ein Angriffspunkt der CDU. Letztlich, so Schultheiß, habe dank eines Gutachtens von Jürgen Hoos von der Dr. Hug GeoConsult das Regierungspräsidium Darmstadt (Umweltamt Frankfurt) die Baugenehmigung für das Feuerwehrhaus erteilt. Auf dem vertragsgemäß sanierten Areal hat die Firma Michel Bau nach Plänen des Architekturbüros Gierhardt bereits mit dem Bau begonnen und ist zuversichtlich, im August 2021 das neue Feuerwehrhaus übergeben zu können.

„Wir sind froh, glücklich und stolz, dass die Feuerwehr Eichen nun eine moderne und für die Zukunft geplante neue Heimat bekommt“, so Stadtbrandinspektor Christopher Leidner, der noch einmal betonte, dass mit dem Neubau auch die Ersatzbeschaffung für das 25 Jahre alte LF8/6 einhergehe. „Wir schauen zuversichtlich nach vorne.“

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